Archiv des Schlagwortes ‘Schnee’

Zehn Jahre Lügen (6): Hier sind die dreistesten

Donnerstag, den 31. Mai 2018

Überraschung!

Wir wollten von Ihnen wissen: Welche der dreisten Lügen, die uns die Fossilkonzerne, die Autohersteller, die Lebensmittel- oder „Politikberatungs“-Industrie in den vergangenen zehn Jahren auftischten, ist die dreisteste von allen? (Seit dem Januar 2008 bearbeitet der Klima-Lügendetektor Anfragen seiner Leserschaft, aber auch Verdachtsfälle, die den Macherinnen und Machern dieses Blogs zwischen die Finger kommen). Über unser Finale sind wir selbst ein bisschen überrascht.

Von unseren Leserinnen und Lesern wurden eben nicht zur Wahl gestellt:

Sie haben anders entschieden und damit ein spannendes Finale kreiert!

 

Zur finalen Abstimmung stehen nunmehr als dreisteste Grünfärber die Sieger der vergangenen fünf RundenRWE, die Linkspartei, ein Presseerzeugnis namens Bild-Zeitung, der Verband Deutscher Seilbahnen und Schlepplifte und eben jene AfD. Unter allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern verlosen wir am Ende fünf Exemplare des (nicht mehr lieferbaren) Buches „Grün, grün, grün ist alles, was wir kaufen“ von Toralf Staud, der gemeinsam mit Nick Reimer dieses Blog vor zehn Jahren ins Leben rief.

Zur Abstimmung steht allerdings auch die Zukunft dieses Blogs: Ohne Ihre Hinweise, ohne Ihre finanzielle Unterstützung können wir die Grünfärber auch künftig nicht entlarven. Deshalb bitten wir Sie, uns zu abonnieren!  Vertrauen Sie mit Ihrem Geld unserer kleinen Redaktion einen Arbeitsauftrag an. Leider ist der Bach, der unser Pflänzchen erhält, zuletzt bedrohlich ausgetrocknet.

Wäre doch schade, wenn wir 2023 nicht fragen könnten: Wer trieb es in den letzten fünf Jahren am dreistesten?

Loading ... Loading ...

Zehn Jahre Lügendetektor (4): Wenn physikalische Gesetze geleugnet werden

Montag, den 12. März 2018

Anfang 2008 ging der Klima-Lügendetektor an den Start. Im Jahr davor erschien das Buch Wir Klimaretter – so ist die Wende noch zu schaffen von Toralf Staud und Nick Reimer. Sie standen tief im Thema, sagte Toralf Staud 2012 bei der Verleihung des Otto-Brenner-Preises. „Uns kamen immer diese Presseerklärungen auf den Tisch. Man sieht die und denkt, das ist doch gelogen“. Weil aber eine gelogene Pressemeldung an sich ja noch keine Nachricht sei, hätten die beiden Autoren angefangen, solchen „Quatsch“ auf einem Blog bloßzustellen.

„Ein Selbstläufer, wir können uns vor Einsendungen überhaupt nicht retten“, sagte Toralf Staud damals. Und wie sieht es heute aus?

Herr Staud, was hat sich in den vergangenen zehn Jahren an ihrer Arbeit auf dem Klima-Lügendetektor verändert?

Auf der einen Seite sind die Lügen subtiler geworden, die Unternehmen und Lobbyverbände haben deutlich dazugelernt. Plumpe, dreiste Fälle, die uns vor zehn Jahren fast im Wochentakt auf die Schreibtische flattern, sind deutlich seltener geworden.

Auf der anderen Seite scheint es mir, als würden es generell weniger Fälle von Grünfärberei. Der traurige Grund dafür ist vermutlich, dass Klimaschutz in der Öffentlichkeit ein geringere Rolle spielt als vor zehn Jahren (obwohl das Problem eigentlich noch viel dramatischer geworden ist) – aber weil der Öffentlichkeit das Klima nicht mehr so wichtig ist, ist es halt auch nicht mehr so verlockend, sich mit falschen Klimaschutzfedern zu schmücken.

Fossilkonzerne wie RWE, Eon oder EnBW geben sich jetzt selbst grün. Hat sich die Arbeit des Klima-Lügendetektors also erledigt?

Nein, sie hat sich nicht erledigt. Aber sie hat sich teilweise verändert, würde ich sagen. Einzelne Unternehmen wie EnBW scheinen sich tatsächlich um eine Wende zum Grünen zu bemühen (obwohl sie nicht den Mut haben, sich wirklich von Altlasten und falschen Entscheidungen der Vergangenheit zu emanzipieren).

Auf der anderen Seite ist aber im politischen Bereich neue Arbeit hinzugekommen: Dass wir heute eine Partei im Bundestag und in den meisten Landtagen zu sitzen haben, die offen und offensichtlich grundlegendste wissenschaftliche Erkenntnisse, ja physikalische Gesetze leugnet – und wir uns damit beschäftigen müssen –, das hätte ich vor zehn Jahren echt nicht erwartet.

Welche Rolle spielen die Sozialen Medien?

Sie machen unsere Arbeit leichter und schwerer zugleich. Wir merken, dass sich unsere Texte über Soziale Netzwerke weiter verbreiten als früher – aber auch die Lügen rund um den Klimawandel haben da natürlich einen riesigen Resonanzboden.

Soweit die Einsachätzungen von Toralf Staud. Und jetzt: Feiern Sie mit uns! Stimmen Sie ab, welches Stück unserer Rückschau die dreisteste unter den dreisten Lügen enthält. Unter allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern verlosen wir am Ende fünf Exemplare des (nicht mehr lieferbaren) Buches „Grün, grün, grün ist alles was wir kaufen“ von eben jenem Toralf Staud.

Heute die Jahre 2014/15:

Loading ... Loading ...

Alpengemeinden: Schluss mit dem Ski-Zirkus

Sonntag, den 1. November 2015

Die Allianz der Alpengemeinden hat eine Erklärung an die Klimadiplomaten vor dem Klimagipfel COP 21 in Paris verabschiedet:

alpena

„Aufgrund ihrer natürlichen Bedingungen sind die Alpen besonders stark von den Folgen des Klimawandels betroffen. Schmelzende Gletscher, Wetterextreme und schneearme Winter sind Beispiele für die negativen Folgen“, heißt es darin, und weiter:

alpenap

Die Gemeinden der Alpen fordern von den Delegierten der COP 21 „anspruchsvolle Klimaziele, die wirksame Maßnahmen in den Gemeinden möglich machen“.

Daraufhin hat nun heute die „Allianz der Klimadiplomaten“ ihrerseits eine Erklärung an die Alpengemeinden verabschiedet, die dem Klima-Lügendetektor exklusiv vorliegt:

alp

Und weiter heißt es:

„Wir, Klimadiplomaten und Delegierte zur 21. Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention (COP 21), appellieren an die Gemeinden und Städte der Alpen, endlich verbindlich und anspruchsvoll gegen den Ski-Zirkus vorzugehen. Aufgrund ihrer natürlichen Bedingungen sind viele unserer Staaten besonders stark von den Folgen des Klimawandels betroffen. Während Ihr Euch mit Schneekanonen amüsiert, gehen unsere Inseln im Pazifik unter oder verheeren Stürme und Dürren unsere Länder“.

Tatsächlich wirbt das Schweizer Ski-Gebiet Sass Fe – natürlich Mitglied in der Allianz der Alpengemeinden – jetzt für Sommerski:

alpenapp

Die Webseite Schneehoehen.de bescheinigt Sass Fe auch im Sommer „beste Bedingungen“:

alpe

Das österreichische Pendant Silvretta Montafon in Schruns – selbstverständlich ebenfalls Mitglied der Alpenallianz – rühmt sich sogar seiner „Beschneiungsanlagen“:

alpenappe

In den „News“ erfuhren die Leser Mitte Oktober: „In der Silvretta Montafon werden seit über einer Woche fleißig die Depots am Hochjoch beschneit. Wenn es die Temperaturen zulassen, sind bis zu 80 Schneeerzeuger im Einsatz. Ein Schwerpunkt der Beschneiung liegt in der Optimierung der Weltcup Montafon Strecke für die Ski- und Snowboardcrosser. Für den Bau der Kicker und Steilkurven werden im Dezember riesige Mengen an Schnee benötigt.“

Solche Beispiele lassen sich haufenweise finden, kein Alpen-Ski-Gebiet arbeitet ohne „Beschnei-Anlagen“, es gibt mittlerweile in Deutschland sogar „Kunstschneehallen“ auf dem platten Land, die Skifahren das ganze Jahr über unabhängig vom Wetter anbieten.

Aber – so die Allianz der Klimadiplomaten – „das können wir uns nicht mehr leisten“. Und jetzt kommt in dem Aufruf eine Passage, die den Gemeinden der Alpen zu denken geben muss: „Für uns geht es hier nicht um Spaß und Erlebnis, sondern ums Überleben.“

Der Kunstschnee-Wahn in den Alpen frisst gigantische Mengen an Strom und Wasser. Schon vor Jahren schätzten Wissenschaftler den Wasserbedarf der beschneiten Pisten auf jährlich 95 Millionen Kubikmeter – das entspricht dem Verbrauch einer Metropole mit 1,5 Millionen Einwohnern.

Mit entsprechendem Energieverbrauch: Nach Angaben des Arbeitskreises Alpen beim Bund Naturschutz wird derzeit in den Alpen eine Fläche so groß wie der Bodensee künstlich beschneit. Der Bodensee ist 54.000 Hektar groß – ergo verbraucht nach Datenlage des Verbandes der Seilbahnen und Skilifte die ganzjährige Beschneiung der Alpen um die 13,5 Milliarden Kilowattstunden Strom. So viel Strom erzeugten übrigens die deutschen Braunkohlekraftwerke 2014 binnen eines Monats – bekanntlich die Klimakiller par excellence. 13,5 Milliarden Kilowattstunden fürs Skivergnügen – das ist fast doppelt so viel, wie ganz Sambia mit seinen 16 Millionen Einwohnern pro Jahr zur Verfügung stehen.

Und wegen des ausbleibenden Frosts ist die Beschneiungs-Tendenz steigend: Die Skiliftbetreiber versuchen uns die Taschen vollzulügen, um weitermachen zu können wie bisher. 2010 erzeugten die Gemeinden der Schweiz 2,2 Prozent mehr Treibhausgase, als ihre Klimadiplomaten im Kyoto-Protokoll 1997 vereinbart hatten, die Gemeinden aus Österreich lagen sogar um 8,2 Prozent über der Zusage ihrer Klimadiplomaten. Die deutschen Alpengemeinden stehen nur deshalb besser da, weil der Zusammenbruch der DDR-Wirtschaft – mit den Folgen für ihre Bevölkerung – das deutsche Klimaziel erreichbar gemacht hat.

Noch ein Zitat aus dem Aufruf der „Allianz der Klimadiplomaten“: „Statt von uns Fortschritte zu fordern, bitten wir Euch, endlich zu handeln und die energiefressenden Schneekanonen zu verbieten. Bei Euch geht’s nur um den ‚Fun‘. Bei uns ums nackte Überleben!“

PS: In diesem Fall fragt sich, wieso sich Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) dafür hergibt, als Feigenblatt vor die unbequeme Wahrheit geschoben zu werden. „Der Appell ist der Abschluss einer Konferenz im Rahmen der deutschen Präsidentschaft der Alpenkonvention im bayerischen Kloster Benediktbeuern“, teilte ihr Ministerium mit.

Achtung: Seit Oktober 2011 ist die Arbeit des Klima-Lügendetektors leserfinanziert. Noch aber fehlen etliche Euros, um die Recherche auch im zweiten Halbjahr 2015 zu finanzieren. Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit HIER


Schnee: So viel ist sicher

Donnerstag, den 12. März 2015

Kennen Sie den? Kommt ein kleiner Mann um die Ecke und sagt: „Die Rente ist sicher!“

Natürlich kennen Sie den! Norbert Blüm hat damit die „Ist-sicher“-Witzreihe einst begründet. Seitdem gibt es jede Menge Männer – große, kleine, graue etc. – die sich sicher sind. Hartmut Bahnchef Mehdorn zum Beispiel, der jüngst witzelte: „Die BER-Eröffnung 2017 ist sicher.“ Oder der Greenpeace-Mitbegründer Patrick Moore, der vor dem Super-Gau von Fukushima fabulierte: „Die Atomkraft ist sicher.“

Der neueste Lacher aus dieser „Ist-sicher“-Witzreihe geht so:

schnee

Mittlerweile hatte der deutsche Skitourismus schon zwei Winter hintereinander mit hohen Temperaturen zu kämpfen. Ein Zusammenhang mit dem Klimawandel? Nicht doch, nicht doch! Der Verband Deutscher Seilbahnen und Schlepplifte (VDS) erklärt:

schnee1

„Nur geringe Auswirkungen!“ Das wird die Umsatzeinbußen-geplagten Liftbetreiber aber trösten! Vergangenen Winter gab es in deutschen Mittelgebirgen wie dem Harz gerade einmal 40 Schneetage, dieses Jahr immerhin 60 – damit sich der Skibetrieb rentiert, brauchen sie aber das Doppelte. „Wir müssen uns von der Vorstellung lösen, dass Klimawandel mit Temperaturanstieg zu tun hat“, meinte Skilift-Verbandssprecher Hannes Rechenauer in einem Interview.

Das ist eine ganz neue Erkenntnis! Und die kann der Verband der Skiliftbetreiber sogar wissenschaftlich unterlegen. Zitiert wird eine Studie der Klimawissenschaftlerin Andrea Fischer vom Institut für Interdisziplinäre Gebirgsforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften:

schnee2

Also Anruf bei Frau Fischer in Wien: „Der Schnee ist sicher?“ Empört reagiert die Wissenschaftlerin auf ihre Vereinnahmung. Erstens sei die Studie zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Pressemitteilung des VDS noch nicht fertig gewesen, sie soll erst in einigen Wochen veröffentlicht werden. Der Skilift-Verband hat also eine Studie benutzt, die sich noch in der Endredaktion befand. Zweitens sagt Fischer, dass „der Klimawandel natürlich mit einem tendenziellen Temperaturanstieg einhergeht“.

„30 Jahre Schneesicherheit“ – das kann die Klimawissenschaftlerin Andrea Fischer nicht bestätigen. Sie spricht von „großen regionalen Unterschieden“ und einer zu erwartenden hohen Variabilität beim Wetter. Es könne also sehr warme, aber auch sehr kalte Winter geben – Wetterprognosen seien nie „sicher“.

Der Verband der Skiliftbetreiber macht daraus:

schnee4

Sie kennen die Strategie des „Verbandes Deutscher Seilbahnen und Schlepplifte“ gegen dieses „AUS“? Schneekanonen: Eine Schneeanlage für eine Fläche von 20 Hektar hat im Schnitt einen Energiebedarf von 250.000 Kilowattstunden pro Jahr, schreibt der VDS. Genau so viel Energie verbrauche ein Flug von München nach Mallorca und zurück mit 200 Passagieren. Was wohl dem alpinen Skitouristen das gute Gefühl geben soll, dass er nicht mehr sündigt als der Ballermann-Urlauber.

Nach Angaben des Arbeitskreises Alpen beim Bund Naturschutz wird derzeit allein in den Alpen schon eine Fläche so groß wie der Bodensee künstlich beschneit. Der Bodensee hat eine Fläche von 54.000 Hektar – ergo verbraucht, nimmt man die eigenen Angaben des Verbandes der Seilbahnen und Skilifte, die ganzjährige Beschneiung der Alpen um die 13,5 Milliarden Kilowattstunden Strom. So viel Strom erzeugten übrigens die deutschen Braunkohlekraftwerke 2014 in einem einzigen Monat – bekanntlich die Klimakiller par excellence.

schnee3heißt es beim Verband Deutscher Seilbahnen und Schlepplifte. „Deutsche Pisten sind langfristig schneesicher!“ Norbert Blüm dürfte sich vor Lachen schütteln!

PS: Seit Oktober 2011 ist die Arbeit des Klima-Lügendetektors leserfinanziert. Noch aber fehlen etliche Euros, um die Recherche auch im ersten Halbjahr 2015 zu finanzieren. Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit HIER


Naturfreund: Die Probleme mit dem Winter

Montag, den 27. Januar 2014

Die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes hatten schon in ihrer Halbzeitbilanz ein vernichtendes Urteil gefällt: Dieser Winter sei bislang „viel zu warm“. Aber nun ist er ja doch noch gekommen, der Winter! Ganz so, wie es sich ein Naturfreund vorstellt:

naturfreundDie Naturfreunde sind ein Umwelt- und Touristikverein, dessen Wurzeln im sozialdemokratischen Teil Wiens Ende des 19. Jahrhunderts zu finden sind. Den Lehrer Georg Schmiedl trieb damals die Idee um, dass Arbeiter auch mal raus müssten. Aufs Land. In die Natur. „Raus ins Grüne“ war anno 1890 fast unmöglich: Die Fahrt mit dem Kutschwagen bis an die Stadtgrenze kostete einen Batzen Geld und dauerte so lange, dass das Grün nur mit Übernachtung zu erreichen war. Schmiedls Idee: Häuser in der Natur bauen, damit die Proletarier an einem Tag in die Berge, die Auen reisen, dort bleiben und am nächsten Tag wieder zurückfahren konnten. Ohne viel dafür zu bezahlen. Mitglieder der Naturfreunde arbeiteten beim Aufbau der Naturfreunde-Häuser mit – und wohnten dann dort als Vereinsmitglieder sehr billig.

Ein brilliante Idee, die sich schnell verbreitete: Bevor die Naturfreunde im Einflussbereich von Deutschlands Nazis verboten wurden, zählten sie 1933 rund 200.000 Mitglieder. Heutzutage gibt der Dachverband Naturfreunde Internationale (NFI) die Mitgliederzahl mit 500.000 in 48 Ländern an, darunter fast 100.000 in Deutschland. Ein großer Verein also, und große Vereine haben Mitgliederzeitschriften. In der Schweiz beispielsweise den „Naturfreund“, ein ziemlich professionelles Magazin. In der Winterausgabe 2013/14 wird unter der Überschrift „Winter, Weite, eisige Kälte“ beispielsweise über eine Zugfahrt von Moskau nach Peking berichtet. Es geht um die „Vorzüge von Neuschnee: Theoretisch und praktisch“. Und ganz am Schluss um „Strom im Winter“:

naturfreund2 „Strom im Winter“ ist aber kein Text zum Thema, sondern eine Anzeige des Schweizer Energiekonzerns Alpiq. „Wenn die Nächte länger werden und die Temperaturen sinken, dann steigt der Stromverbrauch“, liest der Naturfreund im Anzeigentext. „Weil das Wasser spärlicher fließt und das Sonnenlicht abnimmt, geht auch die Stromproduktion zurück.“

Und weiter:

winterEcht jetzt? Ihr von Alpiq müsst eure ganze Kraftwerksstruktur ändern, nur weil ein paar Flocken Schnee …?

In der Anzeige heißt es: „Es zeigt sich: Die Stromversorgung ist nicht nur eine Frage des Wollens, sondern auch des Könnens.“

Damit winter2Donnerwetter! Im Schweizer Winter sind die Kohle- und Atomkraftwerke umweltverträglich! Kein Treibhausgas, kein Atommüll, kein Quecksilber, keine Strahlengefahr. Einfach weil es schneit und von den Bergen weht?

Immer wieder hatten Aktivisten gegen Alpiqs Geschäftspolitik demonstriert. Unter dem Slogan „Weder Atomkraft noch fossile Brennstoffe – 100 % erneuerbare Energien“ störte Greenpeace 2012 etwa die Generalversammlung des Konzerns. Zwei Drittel des von Alpiq produzierten Stroms stammten aus AKWs und fossilen Kraftwerken, so der Greenpeace-Vorwurf. „Alpiq muss endlich ihre Geschäfte mit dreckigen Energieträgern aufgeben und die Schweiz ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen versorgen“, forderte Greenpeace-Sprecher Florian Kasser.

Um noch einmal die Meteorologen zu zitieren: Der Anstieg der Treibhausgase in der Atmosphäre setzt sich immer schneller fort. „Jedes Jahr wird es schwieriger, das Problem in den Griff zu bekommen“, erklärte Michel Jarraud, Generalsekretär der Welt-Meteorologie-Organisation, im November. Gletscherschmelze und weniger Schneetage sind nur eine Folge, aber jene, die die Schweiz wohl am stärksten treffen wird. Und natürlich jeden Naturfreund.

PS: Die Arbeit des Klima-Lügendetektors wird seit Sommer 2011 von seiner Leserschaft finanziert. Noch aber fehlt Geld, um die Recherche auch 2014 unabhängig zu leisten. Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit HIER