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Lufthansa: Die Balance suchen

Donnerstag, den 7. Juli 2016

Urlaubszeit!

Endlich mal Zeit, die Seele baumeln zu lassen. Denn schließlich gilt:

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Im Persönlichen wie im Allgemeinen:

Der Ausriss entstammt einer Lufthansa-Anzeige. Fliegen ist die klimaschädlichste aller Mobilitätsarten. Während ein Bahnreisender pro Personenkilometer im Fernverkehr 45 Gramm Kohlendioxid verursacht, sind es bei einem Flugreisenden 231 Gramm pro Kilometer – mehr als das Fünffache. Eine Flugreise nach Lissabon verursacht 1,2 Tonnen Kohlendioxid, fast so viel, wie das Leben eines Inders binnen eines Jahres verursacht. Derzeit ist der Flugverkehr weltweit für zwei Prozent der Treibhausgas-Emissionen verantwortlich, Tendenz stark steigend.

„Wer fliegt, zerstört das Leben anderer Menschen“, sagt der britische Umweltaktivist George Monbiot. Das mag rigoros klingen, aber es ist die Wahrheit. Flugzeuge verursachen nicht nur Kohlendioxid, sondern auch andere Treibhausgase, die noch dazu in besonders sensiblen Schichten der Erdatmosphäre ausgebracht werden: Stickoxide zum Beispiel, Sulfat-Aerosole oder auch Rußpartikel und Wasserdampf. Die Konsequenzen sind, so die UNO in ihrem Weltklimabericht, „steigende Zahlen von Todesfällen, Verletzungen und Erkrankungen durch Hitzewellen, Überschwemmungen, Stürmen, Waldbränden und Dürren“.

Insofern ist löblich, was uns die Lufthansa verspricht. Nichts anderes als

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Dummerweise ist das Lufthansa-Versprechen einige Zeit her, die Anzeige fanden wir in der Wochenpost, der „Zeitung für Politik, Kultur, Wirtschaft, Unterhaltung“, die am 23. Dezember 1996 zum letzten Male erschien:

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Unsere Welt braucht Balance.

Leider galt das bei der Lufthansa gestern. 20 Jahre später nämlich macht die Lufthansa „Geschäft um des Geschäfts willen“. Pfeif doch auf den Klimaschutz! Man kann jetzt beispielsweise für 99 Euro von Frankfurt am Main nach Stuttgart fliegen:

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Wir hoffen, dass Sie in diesem Sommer Ihre Balance finden! Genauso wie die Lufthansa.

Deshalb verabschiedet sich der Klima-Lügendetektor jetzt erst einmal – ohne Flug – in die Sommerpause.

PS: Seit Oktober 2011 ist die Arbeit des Klima-Lügendetektors leserfinanziert. Noch aber fehlen etliche Euros, um die Recherche auch 2016 zu finanzieren. Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit HIER.


Lufthansa: Zwei Gesichter in Sachen Umwelt

Donnerstag, den 26. August 2010

Ein Kranich dient der Lufthansa als Wappenvogel (sie hat ihn übrigens von der gleichnamigen Vorgängerfirma übernommen, die Adolf Hitler schon vor seiner Machtergreifung gern und gratis beförderte – aber das nur nebenbei). Jedenfalls liegt es nahe für die Lufthansa, sich für den Erhalt von Kranichen einzusetzen. Eine „Herzenssache“ sei dies, schreibt Deutschlands größte Fluggesellschaft in einer eigens aufgelegten Broschüre. Seit „mehr als 30 Jahren“ unterstütze man Schutzprojekte „auf nationaler wie internationaler Ebene“. Toll, oder?

lufthansa_duhweltGemeinsam mit Naturschutzbund und WWF gründete Lufthansa 1991 eine „Arbeitsgemeinschaft Kranichschutz Deutschland“, beide Umweltverbände lassen sich bis heute ihr „Kranich-Informations-Zentrum“ nahe Stralsund von dem Unternehmen fördern. Im Zoo am Firmenssitz Frankfurt/Main hat die Lufthansa Patenschaften für drei Kraniche übernommen. Die Airline fliegt – kostenlos natürlich – Kranicheier für Wiederansiedlungsprojekte nach England. Sie gibt Geld an israelische oder südafrikanische Naturschutzorganisationen. Im aktuellen Mitgliedermagazin der Deutschen Umwelthilfe (DUH) darf sich das megamäßig engagierte Unternehmen für alldies in einer ganzseitigen Anzeige loben (siehe Ausriss).

Das ist das eine Gesicht der Lufthansa. Ein anderes aber zeigt sie, wenn es um Klimaschutz geht – und da insbesondere um staatliche Auflagen. Auch auf diesem Feld engagagiert sich das Unternehmen. Aber strikt dagegen.

Nun ist Fliegen bekanntlich die klimaschädlichste Art der Fortbewegung überhaupt. Keine andere Industrie hat so rasant steigende Gesamtemissionen an Treibhausgasen – trotzdem unterliegt die Luftfahrt bisher keinerlei Klimavorschriften. Allein die Lufthansa war im vergangenen Jahr für mehr als 24 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Ausstoß verantwortlich, wie aus dem Nachhaltigkeitsbericht des Konzerns hervorgeht (der Schaden fürs Klima beträgt etwa das Dreifache dieser CO2-Menge). Als aber Anfang 2007 auf EU-Ebene erstmals ernsthaft über eine Einbeziehung des Flugverkehrs in den europäischen Emissionshandel diskutiert wurde, griff Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber zu wüsten Drohungen: „Käme es dazu, dann müssten wir verstärkt über Standortalternativen nachdenken. Für die Lufthansa könnte es dann beispielsweise interessanter sein, mehr von Zürich aus zu fliegen.“ Parallel rechnete die Firma die eigenen Klimasünden klein. Und forderte heuchlerisch einen „globalen Emissionshandel“ – wissend, dass eine weltweit einheitliche Regelung sicherlich niemals zustande käme.

Als die Bundesregierung jüngst eine Abgabe für Flugtickets beschloss (wie sie beispielsweise in Großbritannien oder Frankreich schon vor Jahren eingeführt wurde), schwadronierte das Unternehmen von einem „schwarzen Tag für den Luftverkehrsstandort Deutschland“. Und Mayrhuber holte erneut die Abwanderungsdrohung aus der Mottenkiste, allerdings um 180 Grad gedreht: „Die Lufthansa kann nicht auswandern“, zitierte ihn der Tagesspiegel, „aber die Kunden können ausweichen.“

Nun ist es äußerst hilfreich fürs Lobbyieren gegen Umweltvorschriften, wenn man öffentlich als ökobewusstes Unternehmen gilt. Und so schmückt sich die Lufthansa in irreführender Terminologie mit einem „Drei-Liter-Flugzeug“. Sie hängt winzige Pilotprojekte mit Biomasse-Kerosin an die große Glocke. Oder engagiert sich eben für possierliche Wildtiere. Einen Betrag im „unteren, einstelligen Millionenbereich“ gebe man pro Jahr für alle Naturschutzprojekte aus, erklärte die PR-Abteilung der Lufthansa auf Anfrage. Dieses Geld ist gut angelegt – wenn man es mit den Summen vergleicht, um die es bei den staatlichen Umweltabgaben geht, gegen die man sich andererseits so starkmacht: Von der Einbeziehung in den EU-Emissionshandel, die ab 2012 kommen soll, befürchtet das Unternehmen jährliche Mehrkosten von „mindestens hundert Millionen Euro“. Die schwarz-gelbe Ticketabgabe soll rund eine Milliarde Euro erbringen – und vielleicht den einen oder anderen Passagier von klimaschädlichen Flugreisen abhalten.

In der Lufthansa-Umweltbroschüre heißt es vollmundig:

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Aber vielleicht hat die Firma ja einfach noch nicht mitbekommen, dass der Klimawandel derzeit die wohl größte Bedrohung von natürlichen Lebensräumen und Artenvielfalt ist.


Lufthansa & Co.: Viel Wind um wenig Biosprit

Donnerstag, den 13. Mai 2010

„Wenn Du fliegst, zerstörst Du das Leben anderer Menschen.“ Mit diesem hässlichen Satz hat der britische Journalist George Monbiot die verheerenden Folgen der Luftfahrt fürs Weltklima zusammengefasst. In der Tat gibt es in Bangladesch und anderswo längst Menschen, die am Klimawandel sterben – und keine Art der Fortbewegung ist so klimaschädlich wie das Fliegen, kein Wirtschaftssektor hat einen so schnell steigenden Treibhausgas-Ausstoß. Andererseits gibt es eben auch wenige Dinge, die dem wohlhabenden Zehntel der Weltbevölkerung so ans Herz gewachsen sind wie Fernreisen in die Karibik oder 19-Euro-Flüge nach London.

Airlines und Flugzeugbauer strampeln sich deshalb ab, ihren Kunden das schlechte Gewissen zu nehmen, und Schlagzeilen wie diese aus dem Hamburger Abendblatt helfen dabei:

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Deutschlands größte Fluggesellschaft wolle „schon innerhalb der nächsten zwei Jahre regelmäßig mit Biotreibstoff fliegen“, schreibt das Blatt weiter. Das habe Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber angekündigt. Doch dahinter verbirgt sich lediglich ein Testbetrieb auf einer einzigen Strecke. (So berichtet es übrigens das Springer-Schwesterblatt Die Welt korrekt).

Weltweit schmücken sich schon viele Fluggesellschaften mit „Biosprit“: Virgin, Air New Zealand, Continental und – kein Witz! – sogar die US Air Force. Doch meist geht es nur um einzelne Testflüge, und selbst bei denen wird meist nur ein Teil des Kerosins durch Kraftstoff aus Kokosnüssen, Jatropha oder Algen ersetzt. Technisch macht das offenbar keine großen Schwierigkeiten. Das größte Problem scheint auch nicht einmal der Preis zu sein, sondern: Alternative Kraftstoffe sind schlicht Mangelware, wie kürzlich ein Airbus-Manager dem Fachblatt Flight International anvertraute. Und werden es noch auf lange Zeit bleiben. Um das gegenwärtig verbrauchte Kerosin etwa durch Jatropha-Sprit zu ersetzen, wären nach Berechnungen des Journalisten David Straham 1,4 Millionen Quadratkilometern Acker nötig, das ist die doppelte Fläche Frankreichs – angesichts des weiteren Wachstums der Branche würde selbst das nicht reichen. Und auf die knappen Anbauflächen haben auch andere ein Auge, beispielsweise die Autokonzerne, die ihre Klimabilanz ebenfalls mit Sprit vom Acker aufbessern will. Nicht einmal die Fluglobby Air Transport Action Group (ATAG) rechnet deshalb damit, dass Agrotreibstoffe bis 2015 mehr als ein Prozent des weltweit verbrauchten Kerosins ersetzen könnte, und selbst im Jahr 2030 werden es wohl nicht mehr als 30 Prozent sein. Bunte Broschüren und Websites aber produziert man schon heute.

Zudem muss man sich jeweils sehr genau anschauen, was alternative Treibstoffe überhaupt fürs Klima bringen. Fluggesellschaften und ihre Lobbyisten drücken sich um detaillierte Angaben gern herum – das Wort „Biotreibstoff“ klingt ja schon grün genug. Auf der ATAG-Website findet sich eine ebenso typische wie irreführende Pauschalaussage über Agrosprit:

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Achtzig Prozent weniger Kohlendioxid gegenüber fossilen Kraftstoffen – in Einzelfällen mag das stimmen. Doch eine Studie der renommierten RAND Corporation zu Kerosin-Alternativen ergab ein trauriges Bild: Wirkliche Umweltvorteile bringen nur wenige, im Gegenteil könne bei Verwendung von Palm- oder Soja-Öl der Treibhausgas-Ausstoß zwei- bis achtmal so hoch sein wie bei konventionellem Flugzeug-Kraftstoff. Häufig wird nämlich für Palm- oder Sojaplantagen ökologisch wertvoller Regenwald abgeholzt. Man muss also stets detailliert nachfragen, woher Fluggesellschaften ihren Kerosinersatz beziehen.

Und noch etwas bleibt bei der schillernd-grünen Luftfahrtwerbung meist unberücksichtigt: Selbst wenn es irgendwann einen vollkommen CO2-neutralen Treibstoff gäbe, wäre Fliegen noch immer klimaschädlich. Die Kohlendioxid-Emissionen sind nämlich nur ein Teil des Problems, Flugzeuge stoßen in den empfindlichen Schichten der Erdatmsophäre noch andere Treibhausgase aus, etwa Stickoxide, Rußpartikel und Wasserdampf. Nach Expertenansicht richtet die Luftfahrt daher zwei- bis fünfmal so viel Klimaschaden an, wie der reine Kohlendioxid-Ausstoß bedeuten würde (weshalb die CO2-Emissionen von Flugzeugen stets mit diesem „RFI-Faktor“ multipliziert werden sollten).

Und diese anderen Klimaschadstoffe, tja, die verschwinden auch mit Agrosprit nicht vollständig.


Luftfahrtstandort Hamburg: Fasziniert schweigen

Freitag, den 6. März 2009

Unter dem Motto Faszination Fliegen bietet eine „Initiative Luftfahrtstandort Hamburg“, ein Zusammenschluss von Unternehmen wie Airbus und Lufthansa sowie Behörden und Hochschulen in der Hansestadt, derzeit wieder eine Vorlesungsreihe für Kinder an.

Folgende Themen stehen in diesem Jahr auf dem Programm:

  • „Warum und wie fliegt ein Flugzeug?“
  • „Wie steuere ich ein Flugzeug?“
    und
  • „Woraus besteht ein Flugzeug?“

In der Ankündigung zur Vorlesung „Wie lebe ich in 10.000 Metern Höhe“? heißt es:

Wir finden die Idee, Kindern die Welt des Fliegens zu erklären, richtig klasse! Allerdings fehlen doch noch einige spannende Vorlesungsthemen, zum Beispiel:

Als weiterführendes Angebot würde bestimmt auch folgendes Thema die jungen Hamburgerinnen und Hamburger faszinieren:

Der Ankündigungstext könnte dann so lauten:

„Immer mehr Kinder werden zu Klimaflüchtlingen. Sie reisen mit den Eltern oder manchmal auch allein durch die weite Welt, weil immer mehr und schwerere Flut- und Dürrekatastrophen ihre Heimat zerstört haben. Allerdings reisen sie nicht mit dem Flugzeug, weil sie dafür kein Geld haben. Während andere Menschen Spaß haben und sich auf ihre nächste Flugreise freuen, müssen sie sich in einer ungewohnten Umgebung zurechtfinden, in der es ganz anders ist als zu Hause. Wir erklären, wie das alles zusammenhängt!“

P.S.: Die Luftfahrt-Initiative veranstaltet jetzt auch einen Mal- und Bastelwettbewerb Wie würde euer ‚grünes’ Flugzeug aussehen? Ein „grünes“ Flugzeug? Was soll das sein? Und warum tauchen auf der zugehörigen Internetseite Wörter wie Klimawandel und Umweltschutz nirgends auf? Auf Nachfrage lud uns ein Sprecher zum nächsten Vortrag ein und erklärte, das „Weiterentwicklungsprogramm des Luftfahrtclusters in Hamburg und der Strategie des ‚neuen Fliegens‘“ beziehe sich „auch auf die Zunahme des Flugverkehrs und die Reduzierung der Emissionen“. Die Idee der Vorlesungsreihe für Kinder sei „ein Zeichen dafür, dass der Luftfahrtstandort Hamburg die Probleme der Luftfahrtindustrie bewusst behandelt.“ Toll.


Lufthansa: Das Drei-Liter-Verwirrspiel

Freitag, den 14. November 2008

Unter dem Titel „Lufthansa zum Thema Fliegen und Umwelt“ hat die größte deutsche Fluggesellschaft eine neue Imagekampagne gestartet. Den Auftakt bildeten Anfang der Woche großformatige Anzeigen unter anderem in Spiegel und Süddeutscher Zeitung inklusive Foto eines lächelnden Konzernchefs Wolfgang Mayrhuber. Sie versuchen, Lufthansa als ökologischen Musterschüler hinzustellen und gleichzeitig Stimmung gegen die von der EU geplante Beteiligung des Flugverkehrs am Emissionshandel zu machen. Herausgekommen ist eine etwas wirre Mischung aus Selbstbeweihräucherung, Ablenkungsmanövern und Jammern auf höchstem Niveau.

Unter anderem hieß es in der ersten Annonce:


Doch, peng, schon vier Tage später gibt es das 3-Liter-Flugzeug. Denn in Teil 2 der Anzeigenserie steht an gleicher Stelle:


Ja, was denn jetzt? Lufthansa fordert politische Unterstützung für eine technische Neuerung, die es bereits gibt? Bekanntermaßen ist der A380 von Airbus bereits Realität, wenn auch (noch) nicht in der Lufthansa-Flotte. Ähnlich wirr geht es weiter, steht doch weiter unten in derselben Annonce, der A380 „mit einem Verbrauch von nur noch rund 3,4 Liter Kerosin pro Passagier und 100 Kilometer“ sei ein „neuer ökologischer Meilenstein“. Wie viel verbraucht er denn nun?

Geht es um die Klimaschädlichkeit des Luftverkehrs, ist der Blick bloß auf den Treibstoff-Verbrauch sowieso ein Vernebelungsmanöver. Denn Flugzeugabgase enthalten neben CO2 noch diverse andere klimaschädigende Stoffe und werden zudem in besonders sensiblen Schichten der Atmosphäre freigesetzt – ein Liter Kerosin ist deshalb etwa dreimal so klimaschädlich wie ein Liter Autobenzin. Diese Tatsache aber lässt Lufthansa – wie die Flugbranche generell – konsequent außer Acht.

Noch aus anderem Grund ist die Bezeichnung „3-Liter-Flugzeug“ irreführend: Sie soll suggerieren, Fliegen sei derzeit weniger klimaschädlich als Autofahren. Doch wird bei dieser Kalkulation von einem vollbesetzten Flugzeug ausgegangen. Beim Auto hingegen reduziert sich der Pro-Kopf-Verbrauch mit jedem Mitfahrer weiter.


Lufthansa & Co: "umweltschonende Flugzeuge"

Dienstag, den 11. März 2008

Preisfrage: Was ist ein „umweltschonendes Flugzeug“?

a.) ein Flugzeug, dessen Abgase nicht mehr zum Treibhauseffekt beitragen

b.) ein Flugzeug, das die Klimaschäden durch den Luftverkehr insgesamt senkt

c.) oder ein Flugzeug, das lediglich weniger Abgase ausstößt als ältere Flugzeuge

Na ja, wenn wir so fragen, können Sie sich die „richtige“ Antwort sicherlich denken. Jedenfalls können Sie sich denken, was der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) auf der am Wochenende zu Ende gegangenen Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin als großen Fortschritt gefeiert hat: dass nämlich die deutschen Airlines „neue, umweltschonende Flugzeuge“ kaufen. „Die Investition in moderne Technik stellt für uns eine wichtige Säule im Umweltschutz dar, um auf dem direkten Weg Emissionen einzusparen“, so BDF-Geschäftsführerin Tanja Wielgoß auf der ITB. Für insgesamt 20 Milliarden Euro haben demnach Lufthansa, Air Berlin & Co derzeit neue Flugzeuge bestellt.

Für das Klima ist das eigentlich eine Hiobsbotschaft – denn die Fluggastzahlen wachsen seit Jahren dramatisch, sowohl in Deutschland als auch weltweit. Schon heute trägt die Luftfahrtbranche mit bis zu neun Prozent zum weltweiten Treibhauseffekt bei (zwar liegt ihr Anteil am globalen CO2-Ausstoß nur bei etwa drei Prozent, wie Flug-Lobbyisten gern schönrechnen, aber in den oberen Schichten der Atmosphäre richten die Flugzeugabgase etwa dreimal so viel Klimaschaden an wie am Boden).

Kürzlich hat Airbus seine Marktprognose nach oben korrigiert: In knapp 20 Jahren werde sich demnach der weltweite Flugverkehr verdreifachen, mehr als 24.000 neue Flugzeuge würden dann benötigt. Gleichzeitig kündigt Airbus an, dass man bis 2020 den Kohlendioxid-Ausstoß pro Passagier halbieren wolle.

Zweite Preisfrage: Um wieviel Prozent wird unterm Strich in diesem Zeitraum die ABSOLUTE Klimabelastung durch den Flugverkehr steigen - mit „umweltschonenden Flugzeugen“?