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Lufthansa: Das Drei-Liter-Verwirrspiel

Unter dem Titel „Lufthansa zum Thema Fliegen und Umwelt“ hat die größte deutsche Fluggesellschaft eine neue Imagekampagne gestartet. Den Auftakt bildeten Anfang der Woche großformatige Anzeigen unter anderem in Spiegel und Süddeutscher Zeitung inklusive Foto eines lächelnden Konzernchefs Wolfgang Mayrhuber. Sie versuchen, Lufthansa als ökologischen Musterschüler hinzustellen und gleichzeitig Stimmung gegen die von der EU geplante Beteiligung des Flugverkehrs am Emissionshandel zu machen. Herausgekommen ist eine etwas wirre Mischung aus Selbstbeweihräucherung, Ablenkungsmanövern und Jammern auf höchstem Niveau.

Unter anderem hieß es in der ersten Annonce:


Doch, peng, schon vier Tage später gibt es das 3-Liter-Flugzeug. Denn in Teil 2 der Anzeigenserie steht an gleicher Stelle:


Ja, was denn jetzt? Lufthansa fordert politische Unterstützung für eine technische Neuerung, die es bereits gibt? Bekanntermaßen ist der A380 von Airbus bereits Realität, wenn auch (noch) nicht in der Lufthansa-Flotte. Ähnlich wirr geht es weiter, steht doch weiter unten in derselben Annonce, der A380 „mit einem Verbrauch von nur noch rund 3,4 Liter Kerosin pro Passagier und 100 Kilometer“ sei ein „neuer ökologischer Meilenstein“. Wie viel verbraucht er denn nun?

Geht es um die Klimaschädlichkeit des Luftverkehrs, ist der Blick bloß auf den Treibstoff-Verbrauch sowieso ein Vernebelungsmanöver. Denn Flugzeugabgase enthalten neben CO2 noch diverse andere klimaschädigende Stoffe und werden zudem in besonders sensiblen Schichten der Atmosphäre freigesetzt – ein Liter Kerosin ist deshalb etwa dreimal so klimaschädlich wie ein Liter Autobenzin. [1]Diese Tatsache aber lässt Lufthansa – wie die Flugbranche generell – konsequent außer Acht.

Noch aus anderem Grund ist die Bezeichnung „3-Liter-Flugzeug“ irreführend: Sie soll suggerieren, Fliegen sei derzeit weniger klimaschädlich als Autofahren. Doch wird bei dieser Kalkulation von einem vollbesetzten Flugzeug ausgegangen. Beim Auto hingegen reduziert sich der Pro-Kopf-Verbrauch mit jedem Mitfahrer weiter.