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Lexus: Weniger Emissionen in der Suff-Klasse

Donnerstag, den 10. April 2008

„Mehr Leistung bei weniger Emissionen“, wirbt Lexus, die Luxusmarke aus dem Hause Toyota, zurzeit in ganzseitigen Anzeigen für sein Modell RX 400h.

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Eine so wolkige Formulierung wirft natürlich Fragen auf. Mehr Leistung als wer? Weniger Emissionen als was?

Was die Leistung angeht – das ist schnell geklärt. Denn, so beschreibt es die Internetplattform saubereAutos.at, „der Lexus hebt sich beim Gaspedal-Kickdown nahezu lautlos in eine bisher ungeahnte Art von Bewegung, die ohne Unterlass vorwärts drängt – wie ein Flieger auf der Startbahn, wenn man sich das lästige Geräusch der Triebwerke wegdenkt“.

Aha, denkt man sich, Leistung fast wie ein Flieger. Und der Verbrauch? Ganz unten auf der Seite steht das Kleingedruckte: „Niedrigste CO2-Werte in der Klasse der Premium-SUVs mit mehr als 4 Zylindern. Kraftstoffverbrauch in l/100 km: innerorts 9,1, außerorts 7,6, kombiniert 8,1; CO2-Emissionen in g/km kombiniert 192.“

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Da liegt der Lexus zwar hinter üblichen Passagierjets (wenn man die Emissionen umrechnet auf den einzelnen Passagier), aber weit vor jenem Durchschnittswert von 120 g/km, den die EU-Kommission der europäischen Neuwagenflotte ab 2012 verordnen möchte (und der auf Druck der Autolobby und willfähriger Politiker bereits verwässert wurde).

Übrigens ließ Auto Bild 2005 den Lexus RX 400h gegen einen Mercedes Diesel von ähnlichem Kaliber (ML 320 CDI) antreten. Ergebnis: „Auf der Landstraße fuhr der ML mit 8,8 Liter Diesel/100 km, der RX 400h mit 9,0 Liter Super/100 km. In der Stadt begnügte sich der Lexus mit 8,2 Litern, der Mercedes brauchte 11,5. Dann aber die Autobahn: 14,4 Liter nahm der Mercedes, der Lexus gönnte sich 23,2.“ Auch bei Focus online schneiden Diesel mit Rußpartikelfilter umweltmäßig nicht unbedingt schlechter ab als Hybridautos.

Was lernen wir daraus?

Erstens: Die Heuchel-Hybride bringen für das Klima nichts, wenn sie in Fahrzeuge der Schluckspecht-Klasse eingebaut werden. Zwei-Tonnen-Autos fahren und Sprit sparen geht nicht, jedenfalls nicht gleichzeitig.

Zweitens: Das selbst gesetzte hehre Ziel – „eines Tages einen emissionsfreien Lexus bauen zu können“ – liegt noch in weiter Ferne. Das Streben nach Vollendung (Lexus-Werbelyrik) ist in Wahrheit ein Streben zur nächsten Zapfsäule.


Audi: Kombi mit Düsenjet-Verbrauch

Mittwoch, den 27. Februar 2008

Auf der Internetseite von Audi findet sich an prominenter Stelle das Kapitel „CO2-Emissionen und Umweltschutz“. „Vorsprung durch Technik verpflichtet“, variiert dort der Autohersteller seinen bekannten Werbeslogan, und das gelte „insbesondere beim Thema CO2″. Auch in Ingolstadt ist das Thema Klimaschutz also bekannt.

Das hindert den Hersteller nicht daran, diese Woche im „Spiegel“ doppelseitig für den neuen RS 6 Avant zu werben, einen Kombi mit der Optik einer schnittigen Familienkutsche.

„Der stärkste Audi, der je in Serie gebaut wurde“, erfährt man dort, „besitzt ein 5,0-Liter-V10-Biturbo-Aggregat mit Benzindirekteinspritzung FSI“. Und er verbraucht 14 Liter auf 100 Kilometer (20,4 Liter innerorts) – ergibt beim CO2-Ausstoß volle 333 Gramm pro gefahrenem Kilometer. Damit ist dieser neue Audi-Kombi klimaschädlicher als jeder Jaguar und jeder Alfa, wie ein Blick in den aktuellen CO2-Leitfaden des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) zeigt, und sogar als die riesigen Q7-Geländewagen von Audi.

In Ingolstadt arbeitet man also mit übermotorisierten Ungetümen fleißig am Scheitern der EU-Klimaschutzziele, während der Lobbyverband VDA sich müht, die schleppenden Fortschritte seiner Mitglieder bei der CO2-Minderung als Erfolg zu verkaufen. Denn nicht nur beim aktuellen CO2-Ausstoß seiner Flotte schneidet Audi besonders schlecht ab. Eine Vergleichsstudie des Europäischen Verbands für Verkehr und Umwelt (T&E) vom Oktober 2006 zeigt, dass sich die Autos der Marke auch bei der CO2-Reduktion in der Schlussgruppe finden: Zwischen 1997 und 2005 schaffte Audi gerade mal eine Minderung von 13 Prozent.

In seiner Hochglanzannonce zeigt Audi den RS 6 Avant übrigens auf einer Flughafenstartbahn. Was den Verbrauch angeht, passt das ja.