Audi: Kombi mit Düsenjet-Verbrauch

Auf der Internetseite von Audi findet sich an prominenter Stelle das Kapitel „CO2-Emissionen und Umweltschutz“. „Vorsprung durch Technik verpflichtet“, variiert dort der Autohersteller seinen bekannten Werbeslogan, und das gelte „insbesondere beim Thema CO2″. Auch in Ingolstadt ist das Thema Klimaschutz also bekannt.

Das hindert den Hersteller nicht daran, diese Woche im „Spiegel“ doppelseitig für den neuen RS 6 Avant zu werben, einen Kombi mit der Optik einer schnittigen Familienkutsche.

„Der stärkste Audi, der je in Serie gebaut wurde“, erfährt man dort, „besitzt ein 5,0-Liter-V10-Biturbo-Aggregat mit Benzindirekteinspritzung FSI“. Und er verbraucht 14 Liter auf 100 Kilometer (20,4 Liter innerorts) – ergibt beim CO2-Ausstoß volle 333 Gramm pro gefahrenem Kilometer. Damit ist dieser neue Audi-Kombi klimaschädlicher als jeder Jaguar und jeder Alfa, wie ein Blick in den aktuellen CO2-Leitfaden des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) zeigt, und sogar als die riesigen Q7-Geländewagen von Audi.

In Ingolstadt arbeitet man also mit übermotorisierten Ungetümen fleißig am Scheitern der EU-Klimaschutzziele, während der Lobbyverband VDA sich müht, die schleppenden Fortschritte seiner Mitglieder bei der CO2-Minderung als Erfolg zu verkaufen. Denn nicht nur beim aktuellen CO2-Ausstoß seiner Flotte schneidet Audi besonders schlecht ab. Eine Vergleichsstudie des Europäischen Verbands für Verkehr und Umwelt (T&E) vom Oktober 2006 zeigt, dass sich die Autos der Marke auch bei der CO2-Reduktion in der Schlussgruppe finden: Zwischen 1997 und 2005 schaffte Audi gerade mal eine Minderung von 13 Prozent.

In seiner Hochglanzannonce zeigt Audi den RS 6 Avant übrigens auf einer Flughafenstartbahn. Was den Verbrauch angeht, passt das ja.