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Lexus: Vielleicht vier Kilometer emissionsfrei

Donnerstag, den 5. Juli 2012

Anfang dieses Jahres waren nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe exakt 4.541 elektrisch betriebene Pkw in Deutschland zugelassen. Aber das soll sich ändern, und zwar rasant – jedenfalls wenn es nach dem „Regierungsprogramm Elektromobilität“ geht, das die Bundesregierung im Mai 2011 beschlossen hat. Das Ziel von Angela Merkels Kabinett: bis 2020 (also in siebeneinhalb Jahren) mindestens eine Million Elektroautos auf die deutschen Straßen zu bringen, 2030 sollen es sogar sechs Millionen sein.

Ein großes Wachstumspotenzial also, und darauf stellen sich die Autobauer – respektive ihre Werbestrategen – ein. Zum Beispiel Toyota mit seiner Edelmarke Lexus. Versprochen wird in der aktuellen Kampagne:

Wie es sich für das Bewerben eines Luxusgutes geziemt, bedienen sich die Werber feinster Luxus-Werbeprosa: „Erleben Sie außergewöhnliche Dynamik und Effizienz! Der zukunftsweisende Vollhybridantrieb – die Kombination aus Benzin- und Hochleistungs-Elektromotor – begeistert mit atemberaubenden 254 kW (345 PS)“. Soweit die „Emotion“.

Und dies sind die Aussagen zu den Emissionen: „… bei einem kombinierten Normverbrauch ab 5,9 l/100 km*“ Außerdem:

Schließlich das Fazit: „Dazu erwarten Sie eine Premium-Ausstattung und technologische Innovationen, die beweisen: Der neue Lexus GS 450h ist eine Klasse für sich.“

Phantastisch, oder? So ein „spritziger Schlitten“! Mit doppelt so viel PS wie beispielsweise der BMW-Öko-Konkurrent i3! Und das absolut lautlos und emissionsfrei!

Seit 2007 gilt in der EU die Richtlinie „RL 70/220/EWG“, mit der Verbrauchsangaben der Autohersteller normiert und  Unternehmen verpflichtet werden, diese vergleichbaren Ergebnisse in ihrer Werbung  zu veröffentlichen. Als erfahrene Leserinnen und Leser ist Ihnen sicherlich aufgefallen, dass Lexus bei den Verbrauchs- und Emissionsangaben das Wörtchen „ab“ untergebracht hat, außerdem zwei Fußnoten, gekennzeichnet mit * und **. Und in Fußnoten steckt ja oft das Wichtigste. So auch diesmal:

Ein Sternchen führt im Kleingedruckten zur Angabe: „CO2-Emissionen kombiniert: 145-137 g/km“. Aber das ist ja, huch, deutlich mehr als jene 130 Gramm Kohlendioxidemission je Kilometer, die die EU ab 2015 als Grenzwert für die Toyota-/Lexus-Neuwagenflotte gesetzt hat?  Richtiger müsste der Slogan also wohl heißen: „VIEL EMISSION UND EMOTION“.

Aber MomentMomentMoment, das ist noch nicht alles! Da sind ja auch noch die zwei Sternchen. Hierzu heißt die Auflösung:

Großartig: Lexus glänzt mit einer Werbeaussage, die höchstens 4.000 Meter weit stimmt…

P.S.: Seit Anfang Oktober ist die Arbeit des Klima-Lügendetektors leserfinanziert. Und wir müssen an dieser Stelle nochmals ausdrücklich betonen: Wenn wir nicht mehr Unterstützung aus der Leserschaft erhalten, müssen wir unsere Arbeit einstellen. Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit am besten gleich noch heute HIER


Lexus: Weniger Emissionen in der Suff-Klasse

Donnerstag, den 10. April 2008

„Mehr Leistung bei weniger Emissionen“, wirbt Lexus, die Luxusmarke aus dem Hause Toyota, zurzeit in ganzseitigen Anzeigen für sein Modell RX 400h.

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Eine so wolkige Formulierung wirft natürlich Fragen auf. Mehr Leistung als wer? Weniger Emissionen als was?

Was die Leistung angeht – das ist schnell geklärt. Denn, so beschreibt es die Internetplattform saubereAutos.at, „der Lexus hebt sich beim Gaspedal-Kickdown nahezu lautlos in eine bisher ungeahnte Art von Bewegung, die ohne Unterlass vorwärts drängt – wie ein Flieger auf der Startbahn, wenn man sich das lästige Geräusch der Triebwerke wegdenkt“.

Aha, denkt man sich, Leistung fast wie ein Flieger. Und der Verbrauch? Ganz unten auf der Seite steht das Kleingedruckte: „Niedrigste CO2-Werte in der Klasse der Premium-SUVs mit mehr als 4 Zylindern. Kraftstoffverbrauch in l/100 km: innerorts 9,1, außerorts 7,6, kombiniert 8,1; CO2-Emissionen in g/km kombiniert 192.“

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Da liegt der Lexus zwar hinter üblichen Passagierjets (wenn man die Emissionen umrechnet auf den einzelnen Passagier), aber weit vor jenem Durchschnittswert von 120 g/km, den die EU-Kommission der europäischen Neuwagenflotte ab 2012 verordnen möchte (und der auf Druck der Autolobby und willfähriger Politiker bereits verwässert wurde).

Übrigens ließ Auto Bild 2005 den Lexus RX 400h gegen einen Mercedes Diesel von ähnlichem Kaliber (ML 320 CDI) antreten. Ergebnis: „Auf der Landstraße fuhr der ML mit 8,8 Liter Diesel/100 km, der RX 400h mit 9,0 Liter Super/100 km. In der Stadt begnügte sich der Lexus mit 8,2 Litern, der Mercedes brauchte 11,5. Dann aber die Autobahn: 14,4 Liter nahm der Mercedes, der Lexus gönnte sich 23,2.“ Auch bei Focus online schneiden Diesel mit Rußpartikelfilter umweltmäßig nicht unbedingt schlechter ab als Hybridautos.

Was lernen wir daraus?

Erstens: Die Heuchel-Hybride bringen für das Klima nichts, wenn sie in Fahrzeuge der Schluckspecht-Klasse eingebaut werden. Zwei-Tonnen-Autos fahren und Sprit sparen geht nicht, jedenfalls nicht gleichzeitig.

Zweitens: Das selbst gesetzte hehre Ziel – „eines Tages einen emissionsfreien Lexus bauen zu können“ – liegt noch in weiter Ferne. Das Streben nach Vollendung (Lexus-Werbelyrik) ist in Wahrheit ein Streben zur nächsten Zapfsäule.