Archiv des Schlagwortes ‘Nachbarschaftsmagazin’

Gewerkschaft IG BCE: Immer schön desinformieren

Dienstag, den 28. Juni 2016

Es gibt Neues von der Energiewende:

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Erschienen ist diese Anzeige auf der letzten Seite des aktuellen RWE-Nachbarschaftsmagazins „hier. Im Kleingedruckten heißt es:

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Donnerwetter! „Der Ausbau der Erneuerbaren läuft schneller als geplant.“

Ob deshalb der Strom, den das abgebildete Windrad produziert, wieder vom abgebildeten Windrad verbraucht wird?

Wir erfahren mehr beim „Innovationsforum Energiewende“:

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„Thermische Kraftwerke“ – vulgo Fossilkraftwerke – besitzen „mittelfristig“ im zukünftigen Energie-Mix „weiterhin einen hohen Stellenwert“? Aber wieso denn? Die Bundesregierung will doch „mittelfristig“ ganz aus der Kohleverstromung aussteigen? Nach dem Klimaschutzplan 2050 strebt sie bis zum Jahr 2030 „eine Halbierung der Emissionen der Stromerzeugung“ gegenüber 2014 an, die Verbrennung von Kohle soll demnach „deutlich vor 2050″ beendet werden.

Klar: Das geht nur mit dem Ausbau der Erneuerbaren. Zuletzt war der ja enorm ins Stocken geraten, unter anderem deshalb waren die bundesdeutschen Emissionen nicht so gesunken, wie es notwendig wäre, um das regierungsamtliche Klimaziel zu schaffen. Die Neufassung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) bietet leider keinen Grund zur Hoffnung auf Korrektur. Und klar: Speicher und Netzausbau sind die Geschwister des Ausbaus der Erneuerbaren! Aber was hat das mit Kohlekraftwerken zu tun, die „mittelfristig im zukünftigen Energie-Mix … weiterhin einen hohen Stellenwert besitzen werden“?

Worum es den Anzeigenschaltern geht?

Stöbern wir doch noch einmal auf den Seiten des „Innovationsforums Energiewende“:

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Beim „Innovationsforum Energiewende“ handelt es sich also gar nicht um ein „Innovationsforum Energiewende“, sondern um einen Lobbyarm der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE). Die ist bekanntlich erklärter Gegner der Energiewende und versucht nun ihre Interessen durchzusetzen mit

Desinformationskampagnen.

 

Herzlichen Dank an Udo H. aus Düren für den Hinweis!


RWE: Den Feind ins eigene Haus holen

Dienstag, den 23. Juni 2015

hier: heißt das „Nachbarschaftsmagazin“ von RWE Power, also jener Tochtergesellschaft, in der das Kraftwerksgeschäft gebündelt ist. Und hier war „hier„ – „Das Magazin für unsere Nachbarn im Rheinischen Braunkohlenrevier“, wie es im Untertitel heißt – schon einmal zu Gast auf unserem Lügendetektor.

Aber jetzt will ja auch RWE bei der Energiewende mitziehen, in der aktuellen Ausgabe präsentiert das Nachbarschaftsmagazin nichts geringeres als die

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Es geht um den Strukturwandel, die Arbeit der Gesellschaft „Innovationsregion Rheinisches Revier“, das „Innovationszentrum Kohle“, in dem an der „Kohle von morgen“ geforscht wird. Es geht um ressourcenschonendes Bauen, um den Fotowettbewerb „Rekultivierung“ und den Windpark auf der Königshovener Höhe.

RWE baut dort auf einer rekultivierten Fläche des Tagebaus Garzweiler neun weitere Windkraftanlagen mit einer Leistung von jeweils 3,2 Megawatt auf. Die ersten zwölf Windkraftanlagen laufen schon, das Investitionsvolumen …

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Allerdings könnte diese Partnerschaft bei RWE jetzt einen Knacks bekommen. Auf Seite 5 des Nachbarschaftsmagazins wird nämlich folgendes vermeldet:

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… beteiligen, wie es im Text heißt.

Der Knackpunkt: Die neuen „Bürgerinitiative“ heißt zukunftsfroh im Untertitel „Unser Revier – unsere Zukunft – An Rur und Erft“. Die „Bürgerinitiative“versteht sich als „Allianz für Realismus und Sachlichkeit“ in der Energiepolitik, und wolle „Konstruktiv und kreativ“ sich in die gesellschaftspolitische Diskussion „um die Zukunft der Braunkohle und des Reviers einbringen“.  Aber die „Bürgerinitiative pro Braunkohle“ ist eben keine „Allianz für Realismus und Sachlichkeit“. Sondern ein – drücken wir es vorsichtig aus – mit RWEs Geschäftsinteressen sehr verbundener Verein.

Im Vorstand sitzt, das erfahren wir im Text auch, der Alu-Lobbyist und Anti-Windkraft-Anwalt Thomas Mock, der bereits seit Jahren anwaltlich überall in Deutschland gegen Windeergieanlagen vorgeht. Mock spricht von „Verzweiflung von Menschen, deren gesamte Lebensplanung von Windrädern über den Haufen geweht wird“, das ARD-Politmagazin Monitor bezeichnete Mock bereits 2004 als einen, der überall auftaucht, wo Lobbyarbeit gegen Windkraft gefragt ist.

Tja, liebe „Nachbarn“ von RWE Power: Könnte sein, dass es nun doch nichts wird mit der „Zukunft im Revier“ und den „zuverlässigen und nachhaltigen Partnerschaften“! Statt Strukturwandel, Innovation und Windkraft gibt’s dann weiter nur aus der Erde gebuddelten Kohledreck.

Vielen Dank an Udo H. aus Düren für den Hinweis!