Archiv des Schlagwortes ‘Erneuerbare’

RWE: Peinlich dick auftragen

Mittwoch, den 2. September 2020

Diesmal muss sich der Klima-Lügendetektor wieder einmal mit RWE beschäftigen – und mit einer Frage, die uns der Konzern selbst stellt:

Natürlich interessiert uns vom Klima-Lügendetektor die Antwort, die RWE in einem Imagefilm auf die selbst gestellte Frage gibt. Und die ist echt beeindruckend!

„Wir sind dem Pariser Klimaschutz-Abkommen verpflichtet“, heißt es da bei Minute 0:55, RWE werde 2040 klimaneutral, „zehn Jahre früher, als es die EU-Klimaschutzziele vorsehen“.

Weiter heißt es im Film:

„Doch Nachhaltigkeit bedeutet für uns viel mehr“, flötet die RWE-Sprecherin bei Minute 1:38. Jetzt kommen die „Ziele für nachhaltige Entwicklung“ der UNO ins Spiel, die Sustainable Development Goals. Denn RWE wird nicht nur „100 % nachhaltig“, sondern auch „frei von Ungerechtigkeit“, „frei von Intoleranz und Diskriminierung“, „frei von altem Denken“ und so weiter.

Tatsache ist, dass sich RWE gerade an der Börse frisches Geld besorgt hat, um seine Erneuerbaren-Erzeugungskapazitäten auszubauen: rund 2 Milliarden Euro. Tatsache ist allerdings auch, dass am vergangenen Wochenende wieder 3.000 Menschen dagegen protestieren mussten, dass RWE ihnen die Heimat wegbaggern will. Der Konzern wird das Dorf Lützerath noch in diesem Jahr abreißen, um im Tagebau Garzweiler an neue Braunkohle ranzukommen.

Vor allem aber verrät der jüngste Geschäftsbericht zum 1. Halbjahr 2020, was vom Imagefilm der RWE zu halten ist: Der Anteil der Erneuerbaren an der Stromerzeugung lag demnach bei gerade einmal 24 Prozent, die Kohleverstromung schlug dagegen mit 26 Prozent zu Buche.

Was bei so viel Selbstimage offenbar den Leuten bei RWE selbst peinlich ist. Sustainable Development Goals, Klimaneutralität, 100 % Nachhaltigkeit: In der Grafik stellen sie die Erneuerbaren (hellblau) deshalb besser dar als die Kohle (grau):

PS: Nach harscher Kritik wurde die Grafik mittlerweile korrigiert.

Seit Jahren ist die Arbeit des Klima-Lügendetektors leserfinanziert. Noch aber fehlen einige Euros, um die Recherche auch für das Jahr 2020 unabhängig zu finanzieren. Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit HIER


An die Kohlelobby: Geht doch!

Mittwoch, den 26. Juni 2019

Es ist etwas mehr als 25 Jahre her, da schaltete die Energiewirtschaft folgende Anzeige (unter anderem im Spiegel):

Damals ging es um die Frage, was passieren wird, wenn Deutschland aus der Atomkraft aussteigt, was aus Sicht der Großkraftwerker natürlich niemals passieren durfte. Die Folge wäre „eine enorme Steigerung der Kohleverbrennung, mithin der Emissionen des Treibhausgases CO2“, heißt es im Anzeigentext.

Und weiter:

„Auch langfristig nicht mehr als 4 %“.

Heute nun hat der Verband der Energielobby die neuesten Zahlen zur Stromproduktion veröffentlicht:

44 Prozent haben Sonne, Wind und Co. den deutschen Strombedarf im Halbjahr eins 2019 gedeckt! Das sind 1.100 Prozent mehr, als von der Energielobby 1993 für möglich gehalten wurde. Damit sind die Erneuerbaren jetzt wichtigste Stromquelle Deutschlands, vor Kohle, Atom, Gas und der Müllverbrennung.

Auf eine Entschuldigung für ihre damalige Irreführung verzichtete die Stromlobby übrigens.

Wir publizieren die Zahlen hier als Handreichung für die kommenden Diskussionen. Wenn Ihnen mal wieder jemand etwas über die Stromlücke erzählen will; sich dafür einsetzt, für den Klimaschutz Atomkraftwerke länger laufen zu lassen; wenn jemand erklärt, warum man nicht schon früher als 2038 aus der Braunkohle aussteigen kann; oder wenn es Leute gibt, die behaupten: „Wir können nicht gleichzeitig aus Kohle und Atom aussteigen“ – dann können Sie hier nachlesen, was die Behauptungen der Fossillobbyisten morgen noch wert sind!


Gewerkschaft IG BCE: Immer schön desinformieren

Dienstag, den 28. Juni 2016

Es gibt Neues von der Energiewende:

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Erschienen ist diese Anzeige auf der letzten Seite des aktuellen RWE-Nachbarschaftsmagazins „hier. Im Kleingedruckten heißt es:

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Donnerwetter! „Der Ausbau der Erneuerbaren läuft schneller als geplant.“

Ob deshalb der Strom, den das abgebildete Windrad produziert, wieder vom abgebildeten Windrad verbraucht wird?

Wir erfahren mehr beim „Innovationsforum Energiewende“:

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„Thermische Kraftwerke“ – vulgo Fossilkraftwerke – besitzen „mittelfristig“ im zukünftigen Energie-Mix „weiterhin einen hohen Stellenwert“? Aber wieso denn? Die Bundesregierung will doch „mittelfristig“ ganz aus der Kohleverstromung aussteigen? Nach dem Klimaschutzplan 2050 strebt sie bis zum Jahr 2030 „eine Halbierung der Emissionen der Stromerzeugung“ gegenüber 2014 an, die Verbrennung von Kohle soll demnach „deutlich vor 2050″ beendet werden.

Klar: Das geht nur mit dem Ausbau der Erneuerbaren. Zuletzt war der ja enorm ins Stocken geraten, unter anderem deshalb waren die bundesdeutschen Emissionen nicht so gesunken, wie es notwendig wäre, um das regierungsamtliche Klimaziel zu schaffen. Die Neufassung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) bietet leider keinen Grund zur Hoffnung auf Korrektur. Und klar: Speicher und Netzausbau sind die Geschwister des Ausbaus der Erneuerbaren! Aber was hat das mit Kohlekraftwerken zu tun, die „mittelfristig im zukünftigen Energie-Mix … weiterhin einen hohen Stellenwert besitzen werden“?

Worum es den Anzeigenschaltern geht?

Stöbern wir doch noch einmal auf den Seiten des „Innovationsforums Energiewende“:

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Beim „Innovationsforum Energiewende“ handelt es sich also gar nicht um ein „Innovationsforum Energiewende“, sondern um einen Lobbyarm der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE). Die ist bekanntlich erklärter Gegner der Energiewende und versucht nun ihre Interessen durchzusetzen mit

Desinformationskampagnen.

 

Herzlichen Dank an Udo H. aus Düren für den Hinweis!