Archiv des Schlagwortes ‘Atom’

EnBW: Die Risse im Atomkraftwerk zuquatschen

Freitag, den 17. Juli 2020

Die Energie Baden-Württemberg AG ist ein börsennotierter Stromkonzern mit Sitz in Karlsruhe, nach RWE und Eon ist die EnBW – so die geläufige Abkürzung – der drittgrößte in Deutschland. Gerade hat die EnBW eine höchst interessante Pressemeldung herausgegeben. Darin heißt es: Es stehe

und

Gut zu wissen! Aber wer hat denn das in Frage gestellt?

Zur Beantwortung müssen wir ein bisschen ausholen. „GKN“ ist EnBW-deutsch, richtig deutsch heißt das „GKN“ Atomkraftwerk Neckarwestheim. Die II steht für den 1.400 Megawatt leistungsstarken Block 2, der noch bis 2022 Atomstrom produzieren soll. Und EnBW erklärt nun via Pressemeldung, dies auch „weiter sicher“ tun zu wollen:

Es geht also um Rohre, um Schwächungen, eine „ohnehin geringe Anzahl“ und „7 Befunde“: ein Rückgang um satte 93 Prozent!!

Ähhh, stopp, stopp! Worum genau geht es EnBW?

Es geht um die Dampferzeuger im Atomkraftwerk: Druckwasserreaktoren wie der „GKN II“ werden mit zwei voneinander getrennten Kreisläufen betrieben, die im Reaktor erzeugte Wärme wird aus dem Primärkreislauf über den Dampferzeuger an den Sekundärkreislauf übertragen, der dann als Dampf die Turbine antreibt und Strom erzeugt. Im Block II des Atomkraftwerks Neckarwestheim arbeiten vier solcher Dampferzeuger mit jeweils 4118 Heizrohren, sieben dieser Rohre wiesen bei den jetzigen Überprüfungen einen Riss auf.

Aber dann können diese Rohre doch die Energie aus dem Primärkreislauf gar nicht übertragen?

Das ist richtig, zumindest können sie nicht wie vorgesehen die Energie aus dem Reaktorkern korrekt ableiten.

Ist das denn nicht gefährlich?

Es ist sicherheitsrelevant, weshalb die Atomaufsichtsbehörde in Baden-Württemberg auch urteilt:

Und das geht schon seit Jahren so?

Ja, auch das stimmt. Die Atomaufsicht, das baden-württembergische Umweltministerium, schreibt:

Man muss also feststellen, dass die EnBW die Risse nicht in den Griff bekommt?

Gute Güte, nein! So kann man das nicht formulieren. Richtig lautet die Formulierung nämlich so:

Vielen Dank an Stefan M. aus Ludwigsburg für den Hinweis!


Klimalügen: Noch weiter detektieren?

Freitag, den 26. April 2019

Drei Beispiele. Erstens:

Hier das Beispiel Nummer Zwei:

Drittens:

Für den Klimaschutz in den Weltraum jetten? Im Fußballstadion wie wild rumbrüllen? Die „globale Erwärmung“ ist tatsächlich gut für uns?

Liebe Leserinnen und Leser: So leicht ist es selten für den Klima-Lügendetektor. Sie schicken ihren Verdacht und wir prüfen: Oft arbeitsintensiv und manchmal so, dass kein Ausschlag, also keine Lüge, zu verzeichnen ist. Was natürlich schön für die klimafreundlichere Zukunft, aber ärgerlich für den Klima-Lügendetektor ist: viel Arbeit, kein Ergebnis.

Und schwierig ist diese Arbeit oft. Nochmals drei Beispiele, die zeigen, wie tief unsere Crew in die Recherche einsteigen muss, um die Lügner zu überführen.

Erstens:

Zweitens:

Oder drittens das hier:

Demnächst beginnt das 12. Jahr des Klima-Lügendetektors, der seit dem Jahr 2011 von seinen Lesern finanziert wird. Zuletzt aber war die Unterstützung stark zurück gegangen, einerseits was die Recherche-Aufträge betriff.  Andererseits waren aber auch die finanziellen Mittel, die Sie liebe Leserin/ liefer Leser, in unsere Arbeit investierten, sichtlich geringer geworden.

Man könnte sagen: Fein, nach elf Jahren ausgezeichneter Arbeit haben wir uns überflüssig gemacht. Falls Sie aber anders urteilen, dann schicken Sie uns Ihren Verdacht. Und unterstützen Sie unsere Arbeit bitte HIER.