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EnBW: Die Risse im Atomkraftwerk zuquatschen

Die Energie Baden-Württemberg AG ist ein börsennotierter Stromkonzern mit Sitz in Karlsruhe, nach RWE und Eon ist die EnBW – so die geläufige Abkürzung – der drittgrößte in Deutschland. Gerade hat die EnBW eine höchst interessante Pressemeldung [1] herausgegeben. Darin heißt es: Es stehe

[2]

und

[3]

Gut zu wissen! Aber wer hat denn das in Frage gestellt?

Zur Beantwortung müssen wir ein bisschen ausholen. „GKN“ ist EnBW-deutsch [4], richtig deutsch heißt das „GKN“ Atomkraftwerk Neckarwestheim [5]. Die II steht für den 1.400 Megawatt leistungsstarken Block 2, der noch bis 2022 [6] Atomstrom produzieren soll. Und EnBW erklärt nun via Pressemeldung, dies auch „weiter sicher“ tun zu wollen:

[7]

Es geht also um Rohre, um Schwächungen, eine „ohnehin geringe Anzahl“ und „7 Befunde“: ein Rückgang um satte 93 Prozent!!

Ähhh, stopp, stopp! Worum genau geht es EnBW?

Es geht um die Dampferzeuger im Atomkraftwerk: Druckwasserreaktoren [8] wie der „GKN II“ werden mit zwei voneinander getrennten Kreisläufen betrieben, die im Reaktor erzeugte Wärme wird aus dem Primärkreislauf über den Dampferzeuger an den Sekundärkreislauf übertragen, der dann als Dampf die Turbine antreibt und Strom erzeugt. Im Block II des Atomkraftwerks Neckarwestheim arbeiten vier solcher Dampferzeuger mit jeweils 4118 Heizrohren, sieben dieser Rohre wiesen bei den jetzigen Überprüfungen einen Riss auf.

Aber dann können diese Rohre doch die Energie aus dem Primärkreislauf gar nicht übertragen?

Das ist richtig, zumindest können sie nicht wie vorgesehen die Energie aus dem Reaktorkern korrekt ableiten.

Ist das denn nicht gefährlich?

Es ist sicherheitsrelevant, weshalb die Atomaufsichtsbehörde in Baden-Württemberg auch urteilt [9]:

[10]

Und das geht schon seit Jahren so?

Ja, auch das stimmt. Die Atomaufsicht, das baden-württembergische Umweltministerium, schreibt:

[11]

Man muss also feststellen, dass die EnBW die Risse [12] nicht in den Griff bekommt?

Gute Güte, nein! So kann man das nicht formulieren. Richtig lautet die Formulierung nämlich so:

[13]

Vielen Dank an Stefan M. aus Ludwigsburg für den Hinweis!