Update: Vattenfall will Moorburg wirklich dichtmachen

Vor einem Monat berichtete der Klima-Lügendetektor, dass der schwedische Staatskonzern Vattenfall offensichtlich plant, sein – in energietechnischen Zeithorizonten – gerade erst neu gebautes Steinkohlekraftwerk Moorburg in Hamburg vom Netz zu nehmen:

Damals deuteten alle Signale darauf hin, dass Vattenfall das unwirtschaftliche Kraftwerk verschrotten wird. Auf die Refinanzierung verzichten, den Betrieb also einstellen, Moorburg als Fehlinvestition in die Firmen-Buchhaltung einpreisen wird. Und damit wirklichen Klimaschutz betreibt.

Vier Wochen später erreicht uns nun folgende Nachricht:

Zugegeben: Die Schlagzeile hat uns vom Klima-Lügendetektor mächtig erschreckt! Gerade noch hatte die Redaktion Vattenfall unterstellt, der Konzern lüge mit seiner Klimaschutzwerbung: Einerseits über den Klimawandel als größte Bedrohung unserer Zeit reden – andererseits das Kraftwerk Moorburg einfach weiterlaufen lassen. Und plötzlich macht uns Vattenfall mit seiner Tat selbst zum Lügner!

Entschuldigen müssen wir uns! Vattenfall im Gegenteil loben!! Hinfahren müssen wir, Blumen überreichen, mindestens!!! Den Konzern lobpreisen, endlich geht es bei einer Entscheidung einmal nicht um Eigennutz, nicht um Profit – sondern ums Gemeinwohl!!!! Sollten wir Vattenfall nicht für einen Umweltpreis vorschlagen, wegen vorbildlicher Klimapolitik?!!!!!

Moment, schnell noch das Kleingedruckte lesen:

Vattenfall hat sich an einer Auktion der Bundesnetzagentur zur Stilllegung von Kraftwerkskapazitäten beteiligt? Die wollen also Geld von uns Steuerzahlern dafür, dass sie ein Kraftwerk gebaut haben, das keiner braucht?

Aber hast du uns nicht erklärt, Vattenfall, dass du Verantwortung übernimmst?

vattenb

Nee, also ehrlich, Vattenfall, wir wären so gern einmal stolz auf dich! Tatsächlich ist deine PR-Aktion schon wieder bloß eine Posse!

P.S.: Die Arbeit des Klima-Lügendetektors ist seit vielen Jahren leserfinanziert. Noch aber fehlen uns einige Euros, um die Recherche auch im zweiten Halbjahr 2020 zu finanzieren. Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit HIER