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Vattenfall: Sein Kraftwerk Moorburg dichtmachen

Mittwoch, den 5. August 2020

Das ist eine echte Sensation! Der schwedische Staatskonzern Vattenfall plant offensichtlich, sein Steinkohlekraftwerk Moorburg in Hamburg vom Netz zu nehmen. Betroffen sind 170 fest angestellte Mitarbeiter sowie „ca. 200 dauerhafte Fremdfirmenmitarbeiter, welche zum Teil im Schichtdienst“ für Vattenfall arbeiten, wie der Konzern mitteilt. Die beiden 800 Megawatt leistungsstarken Steinkohlemeiler sind erst seit 2015 am Netz, der umstrittene Neubau ersetzte das vorherige Gaskraftwerk Moorburg.

Aber, Moment, Moorburg, war da nicht schonmal was? Irgendwas mit Klima? Als das Kohlekraftwerk geplant wurde, hatte Vattenfall große Versprechen gemacht: Damals war Hamburg gerade schwarz-grün regiert, und der Konzern verkündete vollmundig, man werde die neue Anlage mit der damals hochgejubelten CCS-Technologie ausrüsten – also das Kohlendioxid aus der Kohleverbrennung abscheiden und unterirdisch verpressen. Haben wir damals schon nicht geglaubt, wurde dann auch nichts draus

Deshalb sorgte das nagelneue Kraftwerk dummerweise für gewaltige Treibhausgas-Emissionen. Im vergangenen Jahr war Moorburg für 6,2 Millionen Tonnen Kohlendioxid verantwortlich – etwa so viel, wie das afrikanische Land Ruanda in einem ganzen Jahr erzeugt. In Ruanda leben mehr als zwölf Millionen Menschen.

6.247.000.000 Kilogramm des klimaschädlichen Gases – Moorburg ist die größte Treibhausgasquelle im deutschen Norden zwischen Flensburg und Göttingen, zwischen Emlichheim und Usedom. Damit soll jetzt Schluss sein, wie der Reporter des Klima-Lügendetektors mutmaßt, der sich seit Jahren mit dem Kraftwerk befasst. Gestützt wird seine Behauptung durch Erklärungen, die Vattenfall gerade selbst in diversen Medien abgibt:

Vattenfall war einmal der weltgrößte nichtdeutsche Braunkohleförderer. In Polen, in der Lausitz und in Mitteldeutschland verbrannte der schwedische Staatskonzern den klimaschädlichsten aller Energieträger. Jetzt erklärt Vattenfall auf seiner Firmen-Website:

„Windenergie, günstiger produziert als fossile Energie“, heißt es da. Moorburg ist wirtschaftlich für Vattenfall ohnehin eine Katastrophe: In den Nullerjahren geplant, sollte die Anlage Hamburgs Westen mit Fernwärme versorgen. Aber Klagen und Proteste von Bürgerinitiativen verhinderten die dafür nötigen Pipelines durch die Elbe. Mit dem Verkauf der Wärme wurde es also nichts, Vattenfall hat mit dem Kraftwerk Milliarden verloren.

Aber zurück zum Klimaschutz! Im Film erklärt Vattenfall:

Moorburg ist Vattenfalls größtes Fossilkraftwerk.

Deshalb liegt nahe, Moorburg schnellstmöglich abschalten.

Das ist jetzt schon fast ein bisschen viel des Klimaschutzes aus dem Hause Vattenfall.

Was aber, wenn sich der Reporter des Klima-Lügendetektors irrt? Was zum Beispiel, wenn Vattenfall sein Kraftwerk Moorburg für den Klimaschutz gar nicht abschaltet, sondern einfach verkauft? Der scheidende Vorstandschef Magnus Hall erklärte doch gerade: „Eine Option wäre natürlich, das Kraftwerk zu verkaufen.“

Was also wäre, wenn die größte CO2-Schleuder im Norden einfach weiterläuft?

Dann wäre Vattenfalls Werbung glatt gelogen!