Bundesregierung: Berlin zur deutschen Hauptstadt machen

Das französische Umweltministerium in Lyon erwägt gerade, das klimaschädliche Fliegen teurer zu machen.

Ähhh: Stopp!! Da haben sich zwei Fehler eingeschlichen!

Erstens nämlich hat Frankreich längst gehandelt:

Zweitens ist das französische Umweltministerium – das Ministère de la Transition écologique et solidaire – gar nicht in Lyon ansässig! Schließlich sitzt das britische Umweltministerium ja auch in London, das russische Umweltministerium selbstverständlich in Moskau, das tschechische natürlich in Prag.

Richtig müsste der Satz lauten: „Das deutsche Umweltministerium in Bonn erwägt gerade, das klimaschädliche Fliegen teurer zu machen.“

Wer jetzt glaubt, dass da immer noch ein Fehler liegt, der irrt! Erster Dienstsitz des deutschen Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit ist nämlich Bonn:

Auch im 29. Jahr nach der deutschen Wiedervereinigung sitzen deutsche Ministerien noch in Bonn. Sechs Ministerien residieren am Rhein: das Bundesverteidigungsministerium, das Landwirtschaftsministerium, das Gesundheits- und das Bildungsministerium, das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und eben das Bundesumweltministerium. Alle anderen Ressorts unterhalten einen zusätzlichen Dienstsitz in Bonn.

Dienstlich sind die Mitarbeiter des Bundesumweltministeriums bislang in diesem Jahr 1740 Mal zwischen Bonn und Berlin hin- und hergeflogen. Insgesamt summieren sich die Dienstflüge der Regierungsbeamten zwischen Bonn und Berlin jährlich auf unglaubliche 230.000 Luftgänge.

Es ist ja nett, wenn die Bundesregierung in Person ihrer Umweltministerin darüber nachdenkt, wie man das klimaschädliche Fliegen teurer machen kann. Wäre es nicht aber angebracht, Berlin erst einmal zur deutschen Hauptstadt zu machen? Und das nicht nur aus Gründen des Klimaschutzes?