SOMMERQUIZ — Shell: Grünfärber seit ????
Haben Sie vielleicht Lust auf eine kleine Sommerrätselei? Neulich ist uns nämlich eine alte Illustrierte in die Hand gefallen, eine Ausgabe des Reisemagazins Merian. Sie stammte, so viel sei schon mal verraten, aus dem letzten Jahrtausend. Und sie enthielt eine doppelseitige Werbeannonce. Auf der linken Seite ist ein Südseeidyll zu sehen, eine Palmeninsel und davor klares Wasser – so weit, so gewöhnlich für eine Reisezeitschrift.

Doch die Anzeige stammt nicht von irgendeinem Touristikunternehmen, sondern vom Mineralölkonzern Shell. Und der Text ist wirklich ein Knaller! „Der größte Garten der Erde liegt unter Wasser“, lautet die Titelzeile. In zwei Spalten geht es dann um – ja, worum eigentlich? Der Text schwurbelt und schlingert und versucht irgendwie, einen Zusammenhang herzustellen zwischen Ölförderung und Meeresschutz. Das Ganze ist – verglichen mit den Grünfärber-Kampagnen von Shell aus diesem Jahrtausend – fast schon anrührend platt. Aber lesen Sie selbst:
Putzig, oder? Wie sich hier ein Unternehmen als Meeresschützer zu präsentieren versucht aus genau jener Branche, die am laufenden Band die Meere durch Ölkatastrophen verseucht und auch im normalen Regelbetrieb Tausende Tonnen Öl in die Ozeane entweichen lässt.
„Ohne Erdöl wüssten wir nichts über die Schonzeiten … von Seefischen.“ Oooooh.
„Ein Luftperlenvorhang aus einem Kunststoffschlauch wird sie vor Raubfischen schützen.“ Gott, wie lieb von dem Kunststoffschlauch!
„Ein künstlich angelegter Algenwald wird ihnen die Behaglichkeit einer Lagune vermitteln.“ Klar, dann können Shell und Co die natürlichen Algenwälder ja ohne schlechtes Gewissen zerstören.
Ein wunderbares Beispiel ist dies aus der Frühzeit der Grünfärberei. Womit wir beim Quiz wären: Was meinen Sie, liebe Leserinnen und Leser, aus welchem Jahr stammt diese Werbeannonce? Schicken Sie Ihren Tipp an hinweise@klima-luegendetektor.de – unter den richtigen Einsendungen verlosen wir drei Exemplare des Buches zum Lügendetektor: „Grün, grün, grün ist alles, was wir kaufen“.
Und die Auflösung gibt es kommende Woche an dieser Stelle.






