Peugeot iOn: 100 % verkürztes Denken

Herrje, wie oft muss man es noch sagen? Elektroautos sind höchstens so gut, wie der Strom mit dem sie fahren. Die potenziell gute Klimabilanz eines Strom-Smart oder Elektro-Mini wird dadurch versaut, dass sich Mercedes ausgerechnet RWE als Partner ausgesucht hat und BMW mit Vattenfall kooperiert. Beide Stromriesen setzen auf die besonders schädliche Braunkohle und investieren noch heute Milliarden in Kraftwerke mit exorbitantem CO2-Ausstoß – Elektroautos mit solchem Drecksstrom sind unterm Strich sogar noch klimaschädlicher als Kleinwagen mit sparsamen Dieselmotoren.

Heute nun hat Peugeot in der Süddeutschen Zeitung mit einer großen Anzeige für sein Modell iOn geworben, das Ende 2010 auf den deutschen Markt kommen soll.

peugeot_ion1

Und im Kleingedruckten heißt es:

peugeot_ion2

Hui, dachten wir, verkauft Peugeot sein Auto etwa zusammen mit einem Liefervertrag bei einem echten Ökostrom-Versorger? Leider nicht,wie ein Anruf bei Peugeot Deuschland ergab. Welcher Strom getankt wird, sei Sache des Kunden, so der Firmensprecher. Und „das ist doch logisch“, dass man in der Werbung nur auf den Kohlendioxid-Ausstoß direkt am Auto guckt.

„100% elektrisch. 100% echt“, lautet der Peugeot-Werbeslogan. „100% verkürztes Denken“, müsste man wohl ergänzen.