VW Phaeton: Nur 17,1 Liter Benzinverbrauch!

„VW ist grün“, verkündete Volkswagen-Chef Martin Winterkorn letzten Herbst auf dem Pariser Automobilsalon. Die Phaeton-Limousine ist das „Spitzenmodell“ von VW, und da dachten wir kurz, der Wagen sei vielleicht auch in punkto Klimaschutz spitze. Naja, war nur so ’ne Idee.

Jedenfalls flatterte uns vor ein paar Tagen der neue Phaeton-Prospekt auf den Schreibtisch. Exquisit ist das Ding – wie der Phaeton. Dickes, schneeweißes Hochglanzpapier, aufwändig bedruckt. „Herzklopfen, Bauchkribbeln, Adrenalin“, verspricht die Werbebroschüre, sie schwärmt von „stilvollem Design, edlen Materialien, einem großzügigen Raumkonzept“. Eine ganze Doppelseite zeigt den Phaeton durch einen Wald fahrend – aber damit soll entgegen der üblichen Werbe-Bildsprache nicht die Umweltfreundlichkeit der Limousine illustriert werden, sondern die Verwendung von Wurzelholz und „edelstem Leder“ in ihrem Innenraum.

Auf Seite 26, wo es um die Motoren geht, kommen dann zumindest kurz Verbrauchs- und CO2-Werte zur Sprache. Dem Sechs-Zylinder-Benziner wird ein „geringer Kraftstoffverbrauch“ bescheinigt – bei 11,7 Litern pro hundert Kilometer im Durchschnitt und gar 17,1 Litern in der Stadt eine kühne Behauptung. Die Zwölf-Zylinder-Variante mit 450 PS schafft es übrigens auf 21,4 Liter (und 348 Gramm CO2-Ausstoß). Zur dann doch etwas maßvolleren Dieselvariante dichten die VW-Werbetexter:

Wie bitte? „Höchste Umweltverträglichkeit“ und „ein reines Gewissen“. Immerhin stößt selbst dieser sparsamste Phaeton laut Prospekt noch 239 Gramm Kohlendioxid pro gefahrenem Kilometer aus. Das ist glatt das Doppelte der 120-Gramm-Schwelle, ab der künftig wegen Umweltfreundlichkeit hierzulande keine Kfz-Steuer mehr gezahlt werden braucht.

Der Kunde könne vom Phaeton „viel erwarten“, schreibt VW auf der Firmenwebsite. Ja, genau: viel CO2-Ausstoß.

P.S.: Zumindest ein klitzekleines, wirklich umweltfreundliches Detail am Phaeton sprang beim Blättern im Prospekt ins Auge. Der bordeigene Kühlschrank (dessen Strombedarf leider den Spritverbrauch zusätzlich in die Höhe treibt) ist offenbar mit Glas-Pfandflaschen gefüllt – und die sind bekanntlich im Vergleich zu Getränkedosen oder Einwegflaschen deutlich klimaschonender.