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A. Laschet (CDU): Mit gespaltener Zunge reden

Samstag, den 11. November 2017

Oh Nein!

Armin Laschet dürfte gar nicht erfreut sein.

Das ist noch untertrieben: Armin Laschet wird sicherlich fuchsteufelswild sein. Hat doch der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen für die derzeit in Bonn tagende UN-Klimakonferenz folgende Botschaft ausgegeben:

Heute ist Halbzeit bei der UN-Klimakonferenz COP 23: Ziel der in Bonn tagenden 11.300 Klimadiplomaten ist es, ein Regelbuch für das Pariser Klimaabkommen zu formulieren. Nicht gerade sehr ambitioniert und trotzdem gibt es – oje. oje – jede Menge Streit um die Details nach der ersten Verhandlungswoche. Also nicht wie der Ministerpräsident fordert:

Gemeinsam.
Schneller.
Weiter.

Für Armin Laschet muss es schneller gehen. Gemeinsam! Und schnell weiter. Gemeinsam schnell weiter. Sagt Armin Laschet. Denn

Logisch, dass man als Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen angesichts des Tempos der Klimadiplomatie ungeduldig wird. Laschet selbst schließlich schultert ja gleich mehrere Jobs. Neben dem Ministerpräsidentenposten schaltet er sich auch aktiv in die Klimaverhandlungen ein und ist obendrein auch noch in Berlin einer der CDU-Chefunterhändler bei den Sondierungsgesprächen für eine mögliche Jamaika-Koalition auf Bundesebene. Und dort ist

Der Ministerpräsident aus der „Weltklimahauptstadt“ will sich nicht auf einen Ausstieg aus der Kohle vor dem Jahr 2045 festlegen lassen.

Hä? Wenn Laschet für den Klimaschutz

Gemeinsam.
Schneller.
Weiter.

wirklich etwas bewirken will, dann müsste er doch schon 2025 zumindest aus der Braunkohle aussteigen?

Gemeinsam: Weil Deutschland der mit Abstand weltgrößte Braunkohleverstromer ist und Braunkohle der mit Abstand klimaschädlichste aller Energieträger.

Schneller: Weil die Bündnisgrünen ja erst 2030 einen kompletten Kohleausstieg wollten – und davon nun in den Jamaika-Verhandlungen auch noch abgerückt sind.

Weiter: Weil das UN-Umweltprogramm UNEP uns sagt, dass die bislang formulierten Klimaziele – unter anderem auch die der Bundesrepublik – nicht ausreichen, um eine gefährliche Verwerfung unseres Klimas zu verhindern. Deshalb muss auch Deutschland schneller mehr für den Klimaschutz tun, um gemeinsam mit der Weltgemeinschaft das Problem zu lösen.

Man kann sich den Bonner Armin Laschet und den Berliner Armin Laschet nur so erklären: Der Mann hat eine gespaltene Zunge.

Danke an Jörg H. aus Bonn für den Hinweis!