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Vattenfall: Gegen die Zukunft klagen

Montag, den 27. April 2015

Alles, was derzeit rund um Vattenfall passiert, ist für Fans der Energiewende enorm spannend. Der schwedische Staatskonzern will seine Braunkohlesparte in Deutschland bekanntlich verkaufen, am Wochenende titelte unser Schwester-Magazin klimaretter.info beispielsweise:

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Aber waren die Kollegen da auf der Höhe der Zeit? Oder haben sie schlichtweg die Nachrichten des Freitags verpennt?

Da hatte Vattenfall nämlich per Pressemeldung Folgendes erklärt:

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Weiter heißt es dort: „Nach 15 wirtschaftlich erfolgreichen Jahren in der Lausitz sind wir uns unserer sozialen und ökologischen Verantwortung bewusst. Vattenfall steht 100 % zu Nachhaltigkeit, 100 % zur Zukunft und 100 % zur Lausitz. Deshalb haben wir beschlossen: Vattenfall bleibt in der Lausitz! Gemeinsam mit unseren lokalen Partnern in der Politik werden wir unser Geschäft in der Region konsequent und sozialverträglich auf den zukünftigen Energiemarkt umstellen.“

Und Vattenfall-Chef Tuomo Hatakka sagte Folgendes: „Bis zum Jahr 2030 wollen wir allen Kolleginnen und Kollegen aus den Braunkohlekraftwerken und Tagebauen deshalb eine sichere und planbare Zukunft in anderen Geschäftsbereichen Vattenfalls wie Customers & Solutions, Wind oder Distribution bieten. Denn die Menschen stehen für Vattenfall immer an erster Stelle.“

SENSATIONELL: Vattenfall steigt bis 2030 aus der Braunkohle aus! Und das, ohne einen Arbeitsplatz einzubüßen!!

Leider aber keine Vattenfall-Mitteilung, sondern eine glatte Lüge: Es waren die Berliner Aktionskünstler vom Peng! Collective, die einfach mal Vattenfall spielten und am Freitag den arbeitsplatzsichernden Ausstieg des Energieriesen aus der Braunkohle verkündeten.

Vattenfall habe mit solch einer Zukunft nichts zu tun, erklärte mittlerweile Vattenfall. Um uns dann mit Fotos der Anti-Klimaschutz-Kampagne vom Wochenende zu erfreuen, bei der die Energiekonzerne ihre Belegschaften per Bus nach Berlin gekarrt hatten, um Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) vorzuwerfen, dass er mit seinem „nationalen Klimabeitrag“ unter anderem der Lausitz die Arbeitsplätze rauben will.

Am heutigen Montag nun veröffentlichte Greenpeace eine Studie des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung, die belegt, dass Vattenfall sein ostdeutsches Braunkohlegeschäft tatsächlich innerhalb von 15 Jahren herunterfahren und auf erneuerbare Energien umsteigen könnte, ohne dass Arbeitsplätze in Gefahr geraten. Also genau so, wie es die Aktionskünstler vom Peng! Collective am Freitag im Namen von Vattenfall verkündeten. Und genau so, wie es nötig wäre, um den Braunkohle-Kumpeln ihre Zukunfts-Ängste zu nehmen.

Und was macht Vattenfall? Die Deutsche Presse-Agentur schreibt folgendes:

„Gefälschte Internetseiten und Pressemitteilungen: Der schwedische Energiekonzern Vattenfall sieht sich einer Kampagne der gezielten Verbreitung von gefälschten Konzern-Informationen ausgesetzt. Seit einigen Tagen werden in Deutschland und Schweden gefälschte Webseiten, Mitteilungen und Twitter-Accounts in Umlauf gebracht, wie der Konzern am Freitag in Berlin mitteilte. Darin stehen demnach auf Deutsch und Schwedisch Falschinformationen über das Unternehmen.“

Und dann heißt es bei der dpa:

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PS: Seit Oktober 2011 ist die Arbeit des Klima-Lügendetektors leserfinanziert. Noch aber fehlen etliche Euros, um die Recherche auch im ersten Halbjahr 2015 zu finanzieren. Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit HIER