Coca-Cola: Den Preis verschweigen

Heute geht es um die Alltagspraxis. Es geht um Coca-Cola:
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Nun werden Sie vielleicht anmerken, dass Ihnen im persönlichen Alltag „Coca-Cola Zero“ in etwa genau so schnurz ist wie der FC Bayern. Aber es geht hier weder um ein „kalorienfreies Erfrischungsgetränk“ noch um eine geldgeschmierte Fußballmaschinerie, die Samstag für Samstag gewinnt.

Hier geht es um Betrug. Konkret um das Pfand.

Die Verpackungsverordnung schreibt nämlich Folgendes vor: „Vertreiber haben Getränke in Einweggetränkeverpackungen, die nach Satz 1 der Pfandpflicht unterliegen, vor dem Inverkehrbringen deutlich lesbar und an gut sichtbarer Stelle als pfandpflichtig zu kennzeichnen und sich an einem bundesweit tätigen Pfandsystem zu beteiligen, das Systemteilnehmern die Abwicklung von Pfanderstattungsansprüchen untereinander ermöglicht.“

Das könnte dann genau so aussehen:

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Kein Hinweis aber auf der Flasche des US-Getränkekonzerns. Coca-Cola verschweigt bei seiner Einweg-Kennzeichnung schlichtweg, dass das Pfand 25 Cent beträgt. 25 Cent, die der Kunde zurückbekommt, wenn er die Flasche abgibt. Wenn der Kunde aber gar nicht weiß, dass der Weg zurück 25 Cent in sein Portemonnaie spült, dann wird er sie vielleicht auch nicht zurückbringen?

Eine repräsentative Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung hatte im Mai ergeben, dass 59 Prozent der Kunden das Logo allein nicht in Verbindung mit 25 Cent Pfand bringen. Wird die Flasche einfach in den Müll geworfen, bekommt diese 25 Cent Coca-Cola – ein Millionengeschäft jedes Jahr. Und weil Branchenprimus Coca-Cola damit durchgekommen ist, machen inzwischen so ziemlich alle Einweg-Flaschenanbieter mit bei der unkorrekten Logo-Schau.

Deshalb hat die Deutsche Umwelthilfe jetzt Klage beim Landgericht Berlin eingereicht. „Wir wollen in einem Musterprozess erreichen, dass Coca-Cola das Pfand-Logo wie vom Gesetzgeber vorgesehen verwendet“, erklärt Thomas Fischer, Leiter des Bereichs Kreislaufwirtschaft bei der Umwelthilfe. Schließlich geht es hier um mehr als nur zusätzliche Millionen für den nordamerikanischen Getränkekonzern: „Mehrweg schont natürliche Ressourcen und vermeidet Verpackungsmüll“, sagt Bereichsleiter Fischer: „Mehrweg ist Klimaschutz.“

Dass Coca-Cola übrigens weiß, wie es geht, zeigt ein „Damals versus heute“-Vergleich:

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PS: Unser skeptischer Leser Sebastian W. fragte nach: „Ist es wirklich so, dass das gesamte Pfandgeld von nicht zurückgebrachten Flaschen zugunsten von Coca-Cola verbucht wird?“ Darauf antwortet Thomas Fischer von der Deutschen Umwelthilfe:

„Wenn der Verbraucher eine bepfandete Flasche nicht zurückgibt, verbleiben seine 25 Cent Pfandgeld beim Abfüller des Getränks. Denn dieser hat als Erstinverkehrbringer das Einwegpfand erhoben und 25 Cent beim Weiterkauf erhalten. Wird die Flasche vom Kunden nicht zurückgegeben, so muss das Pfandgeld nicht rückabgewickelt werden und verbleibt beim Abfüller.“ Also bei Coca-Cola. 

Achtung: Seit Oktober 2011 ist die Arbeit des Klima-Lügendetektors leserfinanziert. Noch aber fehlen etliche Euros, um die Recherche auch im zweiten Halbjahr 2015 zu finanzieren. Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit HIER