Total: Solarenergie – eine vorrangige Winzigkeit

In der gerade laufenden Image-Kampagne des französischen Ölriesen Total gibt es – danke an unsere Leser für den Hinweis! – doch nicht nur belanglose Motive. Vergangene Woche im Spiegel etwa warb der Konzern für seine Solarsparte. Wie in der Anzeigenserie üblich mit einer Fragestellung. „Könnte es sein“, lautete sie diesmal, „dass sich fossile und neue Energieträger ergänzen?“

„Ja, klar“, ist darauf natürlich die Antwort. Will man die Stromversorgung weitgehend auf erneuerbare Energien umstellen, eignen sich zur Ergänzung des schwankenden Angebots von Wind- oder Sonnenkraft kleinere, hocheffiziente Erdgaskraftwerke ganz hervorragend. (Die großen und deshalb trägen Atom- oder Kohlekraftwerke dagegen passen überhaupt nicht und sind deshalb beim Umstieg auf eine klimaschonende Energieversorgung eher hinderlich.)

Wenn der Ölriese in der unteren Hälfte der Annonce (kopfüber) eine Bohrinsel und einen Gastanker zeigt, dann sind das also tatsächlich ziemlich feine Sachen. Der Haken an der Annonce? Total behauptet im kleingedruckten Text, die Entwicklung der Solarenergie

des Konzerns. Und in den kommenden vier Jahren werde Total

für sein Solarengagement aufwenden. Toll, oder?

Beim Blick auf den Gesamtkonzern relativiert sich diese vielleicht spektakulär klingende Summe deutlich: Die Internationale Energieagentur (IEA) mit Sitz in Paris trägt Jahr für Jahr zusammen, wieviel Geld die großen Ölförderunternehmen denn so investieren. Die aktuellen Daten dazu standen grad neulich in der ZEIT. Und welche Summe ist dort für Total genannt? 18,2 Milliarden Dollar, was etwa 13 Milliarden Euro entspricht. Das in der Annonce gepriesene Solar-Investment beträgt also knapp 0,8 Prozent des Total-Gesamtbudgets für 2009.

Scheint ja echt eine „vorrangige“ Aktivität zu sein …