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CDU: Jobs vernichten

Dienstag, den 7. September 2021

Vor Monatsfrist hatten wir die SPD mit ihren Wahlkampf-Lügen auf dem Klima-Lügendetektor. Das hier aber schlägt dem Fass den Boden aus:

Da steht auf einem Wahlplakat der CDU doch tatsächlich:

Klima schützen.
Jobs schaffen.

Aber liebe CDU, ihr seid doch die Partei, die gerade die ganzen Jobs in der Solarwirtschaft abgeschafft hat! Es war euer Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU), der 2012 den solaren Ausbau deckelte und die EEG-Umlage so stark zusammenstreichen half, dass die deutsche Solarwirtschaft nahezu komplett in die Pleite getrieben wurde. Von den einst 150.000 Arbeitsplätzen der Branche sind noch 50.000 übrig, wie die Internationale Organisation für erneuerbare Energien (IRENA) ermittelte (Seite 10).

Und ihr seid als CDU doch die Partei, die dann auch Hand an die Windkraftwirtschaft angelegt hat! Es war 2013 euer Koalitionsbeschluss mit der FDP, jetzt auch noch die Windkraft zu deckeln, also den Ausbau zu begrenzen! Mit durchschlagendem Erfolg: 2019 wurden in Deutschland lediglich 325 neue Windräder ans Netz geschaltet, so wenige pro Jahr wie in den letzten 20 Jahren nicht mehr.

Jobs schaffen?
Klima schützen?

Ist es nicht der CDU-Spitzenkandidat, der als Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen den Bau von Windrädern massiv einschränkt? Armin Laschets Baugesetz erlaubt Gemeinden in NRW, einen Mindestabstand von 1.000 Metern von Windrädern zu Wohnsiedlungen einzufordern – wobei drei Häuser bereits als Wohnsiedlung gelten, was neue Windräder im dicht besiedelten Land praktisch unmöglich macht.

Auch im vergangenen Jahr 2020 stockte der Windkraftausbau massiv. Und das wird so weitergehen: Die Zahl der neu genehmigten Windräder ging etwa im Saarland, in Bayern, Hessen, Sachsen und Baden-Württemberg seit 2015 um 75 bis 100 Prozent zurück – alles unionsgeführte Länder, sieht man einmal von BaWü ab, wo die CDU als Juniorpartner der Bündnisgrünen das zuständige Wirtschaftsministerium leitet.

Auf den Wahlkampf-Seiten der CDU heißt es:

Oder noch anders zusammengefasst: Durch eure Weigerung, die Energiewende voranzubringen, vernichtet ihr von der CDU Jobs und würgt den Klimaschutz ab.

P.S.: Die Arbeit des Klima-Lügendetektors ist seit vielen Jahren leserfinanziert. Noch aber fehlen uns einige Euros, um die Recherche auch im zweiten Halbjahr 2021 zu finanzieren. Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit HIER


Eon: Ein solares Gutenmorgenmärchen

Freitag, den 14. Oktober 2016

Was unsere Leser vielleicht nicht wissen: Manchmal ist die Arbeit, die das Team vom Klima-Lügendetektor investiert, völlig umsonst. Es gibt einen Anfangsverdacht, wir recherchieren, kommen aber nicht zum Ziel: Entweder ist die getroffene Behauptung keine Lüge – oder sie lässt sich mit unseren journalistischen Mitteln einfach nicht nachweisen. Zwei Tage Arbeit, aber trotzdem kein Text!

Eingesandt hat diesmal Constanze W. aus München den Scan folgender Anzeige, mit der knappen Frage: „Was soll das?“

eon

„Speichern von Solarenergie wird immer wichtiger für die Energiewende“, behaupten die Werbetreibenden im Auftrage Eons. Zum Beispiel um die Gutenachtgeschichte mit gespeicherter Sonnenenergie vorzulesen.

Für die verkaufte Kilowattstunde Strom aus einer kleinen Dachanlage gibt es aktuell 12,7 Cent, Strom aus der Steckdose kostet 28,7 Cent im bundesweiten Durchschnitt. Logisch, dass selbst genutzter Solarstrom die Anlage schneller refinanziert.

Das Dumme ist: Die Speichertechnik ist noch eine Technologie in den Kinderschuhen, die solare Gutenachtgeschichte deshalb ein Problem.

Aber dafür gibt es ja nun Eon! Denn in der Werbung heiß es:

eon1

Und wenn man jetzt wie anempfohlen eon-solar.de ansteuert, dann war die Arbeit des Klima-Lügendetektors wieder einmal umsonst: Deutschlands ehemals größter Atom- und Fossilkonzern bietet tatsächlich seit dem 7. April dieses Jahres eine technologische Lösung für die solare Gutenachtgeschichte. Das geht also mit Eon, der deutsche Energiekonzern will mit dem Speichersystem Aura dem US-amerikanischen Konkurrenten Tesla Paroli bieten.  Und deshalb hat der Lügendetektor bei der Prüfung der aus München eingereichten Anzeige nicht negativ ausgeschlagen.

Obwohl: Genauer betrachtet geht das ja doch nicht mit Eon!

Zwar hat der Konzern sich gerade aufgespalten und all seine „alte Energie“ in die neue Tochter Uniper ausgelagert. Aber Sonnenenergie kann Eon gar nicht speichern! Einfach, weil Eon doch praktisch keine Sonnenenergie produziert – der Anteil ist so gering, dass er im Geschäftsbericht für 2015 in den Tabellen zu Kraftwerkspark und erzeugten Strommengen (Seite 28-30) nicht einmal einzeln ausgewiesen wird. Eon und Sonnenstrom? Das ist offensichtlich wie Veganer und Schweinshaxe!

„Bei Photovoltaik ist definiert: Dies ist ein Eon-Wachstumsfeld“, hatte Eon-Manager Sven Utermöhlen unserem Schwesterportal klimaretter.info vor einem Jahr erklärt: „Dass wir in der Photovoltaik aufholen wollen, ist unstreitig.“ Und damit das Sonnenstromspeichern dann mit Eon doch klappen kann, bietet der Konzern zu seinem Speicher Aura auch gleich noch eine Solaranlage an.

Könnte der Beginn eines wirtschaftlichen Guten-Morgen-Märchens werden: Tataaa!! Eon ist aufgewacht!

Vielen Dank an Constanze W. aus München für den Hinweis