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DB mobil: Die Kunden zum Winzer machen

Samstag, den 1. Oktober 2016

Pünktlich zum 1. Oktober liegt das neue Bordmagazin DB mobil in den ICEs aus. Und das ist ganz wuuunderbar! Jetzt nämlich kommt raus:

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Endlich mal ne gute Nachricht bei all der Schwarzmalerei über die Erderwärmung!

Wir sind die Gewinner!!

Das will man doch lesen!!!

Also los:

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Das enttäuscht jetzt ein bisschen. Wir sind zwar die Gewinner, aber dann doch nur beim Wein?

In der Oktoberausgabe der DB mobil – hergestellt von Gruner + Jahr – wird ab Seite 60 der Brite Stuart Pigott interviewt. Der gilt als „einer der besten Kenner der deutschen Weinszene“, wie DB mobil schreibt. Und der geht es immer besser, dieser deutschen Weinszene.

Pigott sagt: „Heute könnte ich Ihnen eine sehr lange Liste mit deutschen Winzern aufzählen, die sensationelle Produkte verkaufen. Hätten Sie mir diese Entwicklung vor 30 Jahren prophezeit, ich hätte mit dem Kopf geschüttelt.“ Sogar beim Rotwein gibt es diese Entwicklung.

Der Interviewer will deshalb wissen:

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Deshalb kommt Stuart Pigott auch zu seinem Urteil:

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Wie jetzt: „Deutsche Winzer“???

Die Schlagzeile hieß doch: „Wir sind die Gewinner des Klimawandels“. Aber wir sind doch keine Winzer!!!

Tatsächlich steht nirgendwo im Text, dass „wir“ die Gewinner des Klimawandels sind. Die Schlagzeile ist nicht gedeckt vom Text. Im Gegenteil: Die Schlagzeile ist eine glatte Lüge!

Pigott urteilt schließlich:

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Danach nämlich sind die deutschen Winzer die Verlierer des Klimawandels. Dem Riesling ist es hierzulande dann einfach zu warm, Spitzenweine kommen dann aus Dänemark oder Schweden und Weinkenner, die dann von unkritischen Journalisten befragt werden, werden erklären: „Hätten Sie mir diese Entwicklung vor 30 Jahren prophezeit, ich hätte mit dem Kopf geschüttelt.“

Die deutschen Winzer selbst übrigens sprechen von 2016 als einem „schwierigen Jahr“ für ihr Produkt: „Es war selten so nass und kühl im Frühling wie in diesem Jahr“, klagt Markus Wöhrle, Chef des gleichnamigen Weinguts. Es ist der Klimawandel, der mit seinen zunehmenden Extremwettern den deutschen Winzern immer häufiger zusetzt.

Seien Sie also froh, dass sie KEIN Winzer, ergo KEIN „Gewinner des Klimawandels“ sind!

 

PS: Seit Oktober 2011 ist die Arbeit des Klima-Lügendetektors leserfinanziert. Noch aber fehlen etliche Euros, um die Recherche auch 2016 zu finanzieren. Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit HIER.


GEO: Versteckte Atomkraft-Propaganda

Freitag, den 17. Oktober 2008

Bisher hielten wir GEO für ein seriöses Magazin, die neueste Marketingaktion des Monatsblatts aus dem Hause Gruner+Jahr lässt uns zweifeln. Doch vermutlich ist diese Art des Buhlens um Abonnenten heutzutage normal: Man suggeriert „Hey, liebe Leser, wir sind echt sowas von supergespannt auf Eure Meinung!!“ Glaubt das eigentlich irgendjemand? Für wie naiv halten die ihr Publikum? Aber andere Blätter verschicken ja auch Briefe, die wie persönliche Schreiben des Chefredakteurs daherkommen; und würde es sich nicht rechnen, täten sie’s vermutlich nicht.

Die große GEO-Online-Umfrage“ ist noch aus ganz anderem Grunde ärgerlich. Gleich die erste Frage lautet:

Natürlich hat sich das Klima in der Erdgeschichte stets verändert, nur sagt das wenig aus über den gegenwärtigen Klimawandel. GEO übernimmt in der Fragestellung eine bei den sogenannten Klimaskeptikern sehr beliebte Argumentationsschiene. Die zweite Antwort ist jedenfalls genauso korrekt wie die erste – ankreuzbar aber ist nur eine von beiden.

Es folgen Fragen zu Naturkatastrophen und Autoemissionen, und dann – beim Thema Stromversorgung – kommt es ganz dicke:

Die Fragestellung enthält falsche Informationen, denn natürlich entstehen „bei der Stromherstellung mit Atomkraftwerken“ Emissionen: Im Normalbetrieb eines AKW werden Niedrigstrahlung und auch einige Spurengase frei, und unter anderem die Herstellung der Brennelemente ist so energieintensiv, dass jede Kilowattstunde aus einem Atomkraftwerk die Erdatmosphäre unterm Strich mit (je nach Studie) fünf bis 120 Gramm Kohlendioxid belastet.

Offenbar ist GEO – oder zumindest seine Marketingabteilung – auf die Propaganda der Atomlobby hereingefallen, die ihre riskanten Kraftwerke in teuren Kampagnen als co2-frei anpreist.

Danke an Gregor W. für den Hinweis