Archiv des Schlagwortes ‘Gerhard Schröder’

National Pen: Knapp danebenliegen

Dienstag, den 19. Oktober 2021

Edmund Stoiber hat in seinem Leben viel erreicht. 14 Jahre war er Ministerpräsident in Bayern, 2002 wäre er fast Bundeskanzler geworden – ihm fehlten bei der Bundestagswahl 2002 lediglich 6.027 Stimmen auf Gerhard Schröder. Über die Wichtigkeit und den Sinn der Vermarktung, auch der Selbstvermarktung, sagte Edmund Stoiber einmal: „Werbung ist nicht nur Reklame im bloßen Wortsinn, sondern auch Information – wenn sie gut und richtig gemacht wird.“

Wahrscheinlich deshalb hat sich wohl die Firma National Pen gedacht, es sei sinnvoll, gediegene Schreibutensilien mit dem Logo des Klima-Lügendetektors herzustellen. Geschäftsführer Peter Kelly schrieb uns: „Stellen

Den Klima-Lügendetektor mit einem Gimmick bekannter machen? Peter Kelly meint, dass der „Alpha Soft Touch Kugelschreiber“ von edler Gediegenheit ist:

Und um uns die Entscheidung zu erleichtern (1000 Stück gibt’s für 1.550 €), hat National Pen das Logo unseres Detektors „bereits umgewandelt und für die Lasergravur vorbereitet“, wie Peter Kelly schreibt.

Mehr noch! Zur Ansicht hat National Pen gleich ein fertiges Exemplar mitgeschickt:


Regierung: Ziele nie erreichen

Freitag, den 27. November 2020

Achtung!
Achtung!

Die Bundesregierung informiert:

Neben Corona (Kontakte reduzieren) geht es auf den Web-Seiten der Bundesregierung auch um Europa (Ratspräsidentschaft), die G7/G20 (wir sind Mitglied) und den Klimaschutz (wichtig!).

„Jeder Beitrag zählt“, heißt es auf den Klimaschutz-Seiten. Und wer weiter klickt, der landet hier:

Ähhh … nein, liebe Regierung, ihr stärkt den Ökolandbau nicht!
Und zwar nun schon seit 18 Jahren nicht.
Oder um korrekter zu werden: seit 28 Jahren nicht.

Rückblick auf das Jahr 1992, auf den Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung, den sogenannten Rio-Gipfel: In Kapitel 38 fordert die Agenda 21 alle Unterzeichnerstaaten auf, eine nationale Nachhaltigkeitsstrategie vorzulegen. Kanzler war damals ein gewisser Helmut Kohl (CDU), der zwar der Agenda 21 in Rio zustimmte, danach aber einen Teufel unternahm, eine nationale Nachhaltigkeitsstrategie zu erarbeiten.

Es dauerte bis zum Jahr 2002, als die rot-grüne Regierung unter Kanzler Gerhard Schröder (SPD) endlich eine nationale Nachhaltigkeitsstrategie vorlegte. Darin verpflichtete sich die Bundesrepublik Deutschland, den ökologischen Landbau bis zum Jahr 2010 auf 20 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche auszudehnen. Das nämlich würde die deutsche Treibhausfracht in jedem folgenden Jahr um 2,6 bis 3,9 Millionen Tonnen Kohlendioxid entlasten (wie das Umweltbundesamt hier auf S. 260 errechnete).

Zwar hat die bündnisgrüne Landwirtschaftsministerin Renate Künast damals wortreich für den Ökolandbau getrommelt. Es fehlten aber geeignete Programme, um das Ziel auch zu erreichen: 2002 wurden 4,1 Prozent der Fläche ökologisch bewirtschaftet, 2010 waren es 5,9 Prozent.

Ziel ganz klar verfehlt. Weshalb flugs ein neues Ziel formuliert wurde (kann ja mal passieren). Im Beschluss der Bundesregierung unter Angela Merkel (CDU) vom April 2012 heißt es:

Was allerdings fehlte, waren funktionierende Instrumente, dieses Ziel auch zu erreichen. 2018 betrug der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche an der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche 7,3 Prozent.

Die Bundesregierung stärkt also den Ökolandbau? Sie wollen wissen, wie?

Nun: Die Bundesregierung hat ein neues Ziel formuliert:

P.S.: Die Arbeit des Klima-Lügendetektors ist seit vielen Jahren leserfinanziert. Noch aber fehlen uns einige Euros, um die Recherche auch im zweiten Halbjahr 2020 zu finanzieren. Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit HIER