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FAZ: EEG-Bashing auf dürftiger Datenbasis

Freitag, den 28. Februar 2014

Einerseits wollen wir hier kein neues Bildblog werden, also nicht ständig darauf schauen, was Journalistenkollegen so treiben. Andererseits gibt es dann Texte wie jenen von Andreas Mihm diese Woche in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, den wir nicht unbemerkt lassen können. Dies war die Aufmachung:

Ausriss mit Überschrift: " Ökostrom Regierungsberater wollen EEG abschaffen  25.02.2014  ·  Das wird Angela Merkel nicht gerne hören: Wissenschaftler raten, die Förderung von Ökostrom abzuschaffen. Sie helfe weder dem Klima, noch bringe sie technische Innovationen. Von Andreas Mihm "

Den Inhalt haben Sie sicherlich mitbekommen: Die bislang eher wenig bekannte „Expertenkommission Forschung und Innovation“ (EFI) hat in ihrem neuen Gutachten das Erneuerbare-Energien-Gesetz scharf kritisiert. Es sei sowohl klima- als auch technologiepolitisch sinnlos und gehöre deshalb abgeschafft. Starker Tobak, der es denn auch in so ziemlich jedes Medium schaffte und Meinungsredakteure (etwa Christoph von Marschall im Tagesspiegel) zu Hochform auflaufen ließ.

Doch die Faktengrundlage dieses EEG-Bashings war extrem dünn, und das konnte man schon beim Lesen des FAZ-Textes ahnen. Im Detail haben es die Kollegen von der Süddeutschen Zeitung („Vernichtung auf zwei Seiten“) und dem österreichischen Ökoenergie-Blog („Der ultimative Leitfaden für organisierte Desinformation bei der Energiewende“) ausgeleuchtet. Wir empfehlen beide Texte zur Lektüre und sparen uns alle weiteren Worte.

Nee, Moment, ein paar doch noch: Selbst Die Welt attestiert der „Expertenkommission“ eine „dürftige Datenbasis“. Da sind wir mit dem Springer-Blatt ausnahmsweise mal ganz einer Meinung!