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BMW: Ein neues Ziel vor Augen haben

Dienstag, den 17. September 2019

Bekanntlich ist Elektromobilität das, was die Politik ersonnen hat, um Klimaschutz in den Verkehrsbereich zu bringen. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) will Steuergeld einsetzen, um E-Autos billiger zu machen – obwohl es schon jetzt mehr als 4.000 € pro Neukauf eines E-Mobils vom Staat gibt. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) will mit Steuergeld ein „Eine-Million-Ladesäulenprogramm“ auflegen – obwohl es zum Jahresanfang erst 83.200 Stromtanker auf deutschen Straßen gab.

Eine Million Ladesäulen für demnächst 100.000 E-Autos: Das will nicht einmal die Stromlobby. Die erklärte zu Scholzens Plänen:

Aber, hey: Warum denn so kleinlich! Diesmal soll ja jetzt wirklich die Million Elektro-Autos bis 2021 auf die Straße kommen, die Kanzlerin Angela Merkel (CDU) schon vor Jahren bis 2020 versprach. Denn diesmal ist es ja nicht die Kanzlerin, die das neue Ziel ausgibt. Diesmal ist es BMW!

Und BMW erklärt sogleich auch, wie das gelingen soll:

Wie bitte? BMW schickt sein Elektroauto „in Rente“?

Berühmt wurde der i3, weil er erstens als erstes E-Mobil von BMW im neuen Werk in Leipzig in Serie ging. Und weil zweitens Ex-Bundesaußenminister Joschka Fischer 2013 eines der ersten, neuen i3-Autos aus dem Werk abholte, und sich dabei filmen ließ: „Wunderschönes Fahrgefühl! Also – isch bin beeindruckt!“

Fischers Motto damals: Was soll ich mit nem 5er BMW in Berlin (wo er wohnt), wenn ich auch einen i3 (Leergewicht je nach Bauart 1,2 bis 1,4 Tonnen) haben kann.

Geholfen hat solch ein verkappter Werbeclip dem Elektromobil allerdings wenig. 500 verkaufte Autos im ersten Jahr, rund 2.250 im zweiten und im dritten, bis Ende 2018 kamen in Deutschland nicht viel mehr als 17.000 Exemplare auf die Straße.

BMW erklärt nun:

Das ist richtig: Elektromobilität könnte einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, wenn die E-Mobile klimafreundlichen Strom tanken würden und nicht den heutigen Mix aus der Steckdose. Und: Ja, BMW versichert, auch nach dem Ende des i3 weiterhin Elektromodelle anbieten zu wollen.

Auf der Internationalen Automobil-Ausstellung zeigte BMW aber gerade sein neues Brennstoffzellenauto „i Hydrogen Next“ – und das soll demnächst in Serie gehen.

Deshalb wagt der Klima-Lügendetektor an dieser Stelle ausnahmsweise mal eine Prognose: Mit Stromladesäulen kann man Brennstoffzellenautos leider nicht betanken!

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Joschka Fischer (Grüne): Gelogenes „Statement“

Montag, den 2. Dezember 2013

Hans-Christian Ströbele (74) war jüngst einfach mal nach Moskau gefahren, um sich mit Edward Snowden über den NSA-Überwachungsskandal zu unterhalten: Snowden sei bereit, deutschen Vertretern Auskunft über Art und Umfang der Bespitzelung zu erteilen. Ströbele, der bündnisgrüne Abgeordnete, ist bekannt dafür, dass er mit dem Fahrrad aus Berlin-Kreuzberg täglich in den Bundestag kommt. Auch Wahlkampfauftritte oder Außentermine unternimmt der Grüne per Bicycle. Aber Moskau war natürlich zu weit für eine Radpartie.

Joseph Martin Fischer (65) – genannt „Joschka“ – ist jüngst einfach mal nach Leipzig gefahren, um sich von BMW.TV filmen zu lassen. BMW baut in Leipzig sein neues Elektromodell i3, und Joseph Martin Fischer sagt: „Ich hätte geglaubt, nicht so früh in einem solchen Auto zu sitzen.“ 

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Wir wissen jetzt nicht, wie spät es gerade war, als die Aufnahmen entstanden. Der Moderator jedenfalls säuselt: „Der Traum für den ehemaligen Außenminister wurde wahr: Als einer der ersten Kunden holte er sich im Rahmen einer Betriebsversammlung in Leipzig seinen BMW i3 ab.“

Werksleiter Milan Nedeljkovic sagt: „Ich konnte sein Leuchten in den Augen sehen: Gerade als Vertreter einer grünen Welt war es für ihn etwas Besonderes, in diesem Fahrzeug zu sitzen.“

Was bis hierher einfach nur peinlich war, wird jetzt zur Lüge: „Vorreiter für komplett emissionsfreies Fahren zu sein, ist für Joschka Fischer nicht nur Ehrensache“, sagt der Erzähler, äh, Moderator. „Es ist ein Statement“, echot Fischer.

Es ist Quatsch, Herr Fischer! Solange die Erneuerbaren lediglich 25 Prozent zum deutschen Stromverbrauch beitragen, so lange ist Ihr „emissionsfreies Fahren“ – Ihr „Statement“ – eine Lüge. Solange Sie an öffentlichen Ladestationen Ihren BMW i3 aufladen, so lange tragen Sie zur Erderwärmung bei. Und solange Sie Autos promoten, die von sich behaupten: „Mit einer Leistung von 170 PS und seinem hohen Drehmoment von 250 Nm … sorgt der elektrische Antrieb … für ein spritziges Fahrvergnügen. Von 0 auf 60 km/h beschleunigt der BMW i3 Concept in unter vier Sekunden, die 100 km/h sind in weniger als acht Sekunden erreicht“ – so lange machen Sie sich des plumpen Greenwashings einer überholten Welt schuldig.

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Der BMW i3 ist ein Auto, das „auch noch Spaß macht!“, sagt der Außenminister a.D. in dieser Zeigefinger-Szene oben. In dem Film verrät Joseph Martin Fischer, dass er seit 13 Jahren in Berlin lebt. „Ich fahr pro Tag nicht mehr als 100 Kilometer, ich brauch da keinen so großen Wagen wie den 5er oder so.“

„Keinen 5er oder so“ in Berlin, jener Stadt, die wie kaum eine andere mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen ist. Keinen 5er BMW (je nach Baujahr und Modell zwischen 140 g/km CO2 und 357 g/km CO2) in der Fahrradstadt Berlin. Die Familie Fischer kommt auch ohne 5er BMW aus, nun aber mit einem BMW i3 – na, Gott sei Dank! Hoffentlich fährt der emissionsschwindelnde Joseph Martin Fischer in Berlin nicht den emissionsfreien Hans-Christian Ströbele irgendwo mal über den Haufen.

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