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INSM: Mit antisemitischem Dreck werfen

Dienstag, den 15. Juni 2021

Diesmal geht es um eine Anzeige, die in der FAZ, im gedruckten Tagesspiegel, in der Süddeutschen Zeitung (Print wie online) sowie auf Zeit Online erschienen ist:

„Wir brauchen keine Staatsreligion“, erklärt die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. Die bündnisgrüne Spitzenkandidatin Annalena Baerbock als Moses-Figur? Mit den „Zehn Geboten“ auf den Armen, eingeritzt in Steintafeln?

„Die Verbote der Grünen lähmen unser Land“, steht darunter. Und: „Verbote haben noch nie ins gelobte Land geführt.“

Dass Lobbyorganisationen lobbyieren, beispielsweise mit großflächigen Anzeigen, ist nichts Neues. Dass die Lobbyorganisation INSM Stimmung gegen Klimapolitik macht, ist auch nicht neu. Und auch die Form der Schmutzkampagne ist nicht neu: Einfach den Grünen etwas unterstellen, was die gar nicht fordern oder gesagt haben, etwa dass die Grünen „keine Rücksicht bei der Rente auf deine Kinder und Enkel“ nehmen.

Neu allerdings ist, dass die „Lautsprecher des Kapitals“ sich antisemitischer Ressentiments bedienen: Das politische Programm der Bündnisgrünen wird als Karikatur der jüdischen „Gesetzesreligion“ dargestellt und zugleich davor gewarnt, dass daraus die neue „STAATSRELIGION“ entsteht – wenn die Grünen denn gewählt werden. Solche Argumentation bedient letztlich dieselben Ressentiments wie einst das Motto: „Deutsche, kauft nicht bei Juden!“

Anmerkung der Redaktion: Die „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ hat mittlerweile eine Erklärung abgegeben. Darin heißt es:  „Die jüngste Anzeigenaktion der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) hat zu vielfältigen Reaktionen geführt. Es gab viel Zuspruch, allerdings auch viel Kritik. Der stärkste Vorwurf dabei ist, wir würden mit der motivischen Anlehnung an die Moses-Darstellung antisemitische Verschwörungsmythen bedienen. Das weisen wir entschieden zurück. Sollten wir mit der Anzeige persönliche oder religiöse Gefühle verletzt haben, so bedauern wir dies und versichern, dass dies in keiner Weise beabsichtigt war.“

P.S.: Die Arbeit des Klima-Lügendetektors ist seit vielen Jahren leserfinanziert. Noch aber fehlen uns einige Euros, um die Recherche auch im ersten Halbjahr 2021 zu finanzieren. Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit HIER