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iwo: Alten Schrott anpreisen

Im Jahr 2020 war der Gebäudesektor in Deutschland für 120 Millionen Tonnen Treibhausgase verantwortlich [1] – der drittgrößte Einzelposten nach der Energiewirtschaft und der Industrie. Und während in allen anderen Bereichen die Emissionen zurückgingen, stiegen sie im Gebäudesektor wieder an.

Es muss also dringend etwas getan werden. Das „Institut für Wärme und Mobilität“ [2] empfiehlt deshalb:

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Nanu – eine Ölheizung ist in Zeiten des Klimaschutzes eine „gute Entscheidung mit Zukunft“?

Ein Heizölkessel verursacht pro Kilowattstunde 318 Gramm Kohlendioxid [4], Erdgas dagegen „nur“ 247 Gramm. Bei einer Wohnfläche von 60 Quadratmetern, für die man pro Jahr in der Regel ca. 7.500 Kilowattstunden Heizenergie benötigt, verursacht der Heizöl-Haushalt 2,4 Tonnen Treibhausgas, der Gasheiz-Haushalt „nur“ 1,8 Tonnen.

Die neue Ölheizung liefere die

[5]

urteilt das Institut und schiebt ein zweites Argument eine zweite Anzeige hinterher:

[6]

CO2-armes Heizöl? Gibt es gar nicht. Jedenfalls erklärt uns das Institut nicht, was das sein soll. Zu finden ist auf seinen Seiten [7] „schwefelarmes Heizöl“, „Premiumheizöl“, „Bio-Heizöl“ und „klimaneutrales Heizöl“.

Das Institut setzt in der eigenen Schreibweise „klimaneutrales Heizöl“ in Anführungszeichen, denn „klimaneutrales Heizöl“ ist gar nicht klimaneutral: Die entstehenden Emissionen sollen durch einen höheren Preis verschwinden, die Heizölnutzung wird durch

[8]

Das allerdings geht praktisch nur in der Theorie. Wer mit seiner Heizung etwas für den Klimaschutz tun will, ist längst auf klimafreundliche Technologien umgestiegen [9].

Worum also geht es dem „Institut für Wärme und Mobilität“? Schauen Sie mal:

[10]

Ölheizungen sind ein Auslaufmodell, das neue Gebäudeenergiegesetz [11] verbietet diese Heizform ab  1. Januar 2026. Um den Umbau hin zu mehr Klimaschutz im Heizungskeller zu beschleunigen, fördert die Bundesregierung fossilfreie Technologien [12] wie Wärmepumpen bei der Anschaffung mit bis zu 45 Prozent.

Der Einbau von Ölheizungen lohnt sich in etwa so, wie diese „CO2-arm“ sein können: nämlich gar nicht. Das „Institut für Wärme und Mobilität“ hieß früher [13] „Institut für Wärme und Öltechnik“ – daher die Abkürzung iwo. Dabei ist es gar kein Institut, sondern ein Lobbyverband, der von 33 Ölkonzernen finanziert wird. Ziele des „Instituts“ [14] sind die „Mitgestaltung von Rahmenbedingungen“ – gemeint ist die Gesetzgebung – und „Marketing-Aktionen“.

Und weil Mitgliedsunternehmen wie BP, Esso oder Eni [15] jetzt Angst bekommen, dass ihnen der Heizölabsatz wegbricht, verkauft uns das „Institut“ die alte Schrott-Technologie, die von der Regierung aus dem Verkehr gezogen wird, als „Zukunft“ [16].

Herzlichen Dank an Steffi R. aus Berlin für den Hinweis!