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RWE: Peinlich dick auftragen

Diesmal muss sich der Klima-Lügendetektor wieder einmal [1] mit RWE beschäftigen – und mit einer Frage, die uns der Konzern selbst stellt [2]:

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Natürlich interessiert uns vom Klima-Lügendetektor die Antwort, die RWE in einem Imagefilm [4] auf die selbst gestellte Frage gibt. Und die ist echt beeindruckend!

„Wir sind dem Pariser Klimaschutz-Abkommen verpflichtet“, heißt es da bei Minute 0:55, RWE werde 2040 klimaneutral, „zehn Jahre früher, als es die EU-Klimaschutzziele vorsehen“.

Weiter heißt es im Film:

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„Doch Nachhaltigkeit bedeutet für uns viel mehr“, flötet die RWE-Sprecherin bei Minute 1:38. Jetzt kommen die „Ziele für nachhaltige Entwicklung [6]“ der UNO ins Spiel, die Sustainable Development Goals [7]. Denn RWE wird nicht nur „100 % nachhaltig“, sondern auch „frei von Ungerechtigkeit“, „frei von Intoleranz und Diskriminierung“, „frei von altem Denken“ und so weiter.

Tatsache ist, dass sich RWE gerade an der Börse frisches Geld besorgt hat [8], um seine Erneuerbaren-Erzeugungskapazitäten auszubauen: rund 2 Milliarden Euro [9]. Tatsache ist allerdings auch, dass am vergangenen Wochenende wieder 3.000 Menschen [10] dagegen protestieren mussten, dass RWE ihnen die Heimat wegbaggern will. Der Konzern wird das Dorf Lützerath [11] noch in diesem Jahr abreißen [12], um im Tagebau Garzweiler an neue Braunkohle ranzukommen.

Vor allem aber verrät der jüngste Geschäftsbericht [13] zum 1. Halbjahr 2020, was vom Imagefilm der RWE zu halten ist: Der Anteil der Erneuerbaren an der Stromerzeugung lag demnach bei gerade einmal 24 Prozent, die Kohleverstromung schlug dagegen mit 26 Prozent zu Buche.

Was bei so viel Selbstimage offenbar den Leuten bei RWE selbst peinlich ist. Sustainable Development Goals, Klimaneutralität, 100 % Nachhaltigkeit: In der Grafik stellen sie die Erneuerbaren (hellblau) deshalb besser dar als die Kohle (grau):

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PS: Nach harscher Kritik wurde die Grafik mittlerweile korrigiert.

Seit Jahren ist die Arbeit des Klima-Lügendetektors leserfinanziert [15]. Noch aber fehlen einige Euros, um die Recherche auch für das Jahr 2020 unabhängig zu finanzieren. Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit HIER [16]