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Harz: Den Schuss nicht gehört

Heißa: Das neue Urlaubsprogramm 2020 für den Harz [1] ist da!

Wenn Sie es noch nicht kennen: Das höchste Gebirge Norddeutschlands ist durch viel Wald geprägt, viele Täler mit teils wilden Flüssen und spektakulären Wasserfällen [2]. Und natürlich durch den Brocken [3], mit seinen 1141 Höhenmetern ein Gigant unter dem norddeutschen Himmel.

Auf Seite 13 der „Reisezeit 2020″ sieht der Berg so aus:

[4]

Hui, das ist ja ganz schön verwüstet! Was ist denn da passiert?

Die Touristiker im Harz haben die Not inzwischen zum Programm gemacht. Nach dem zweiten Dürresommer ist „die Veränderung der Landschaft“ schon „von Weitem sichtbar“, schreibt der Harzer Tourismusverband. [5]

Trockenheit, Hitzestress, Klimawandel: Der Harz leidet unter einem nie dagewesenen Baumsterben [6], weshalb die Touristiker die Kampagne „Der Wald ruft!“ [7] starteten. Potenzielle Wanderer sollen im Internet und mit Broschüren auf den desaströsen Anblick der Bäume zwischen Brocken und Scharfensteinklippe vorbereitet werden.

„Wir wollen die Gäste informieren, dass sie weniger geschockt sind, wenn sie hier Urlaub machen und dann doch mal auf so ein Fleckchen Wald stoßen“, sagt Christin Wohlgemuth [8] vom Harzer Tourismusverband. Geklärt werden soll auch die Schuldfrage. In der Kampagne heißt es:

[9]

Äh, nein! Das stimmt nicht!

Spätestens seit dem 7. November 1990 diskutiert hier hierzulande niemand ernsthaft mehr kontrovers, wie stark der Einfluss des Menschen auf das Klima ist. Weil der Einfluss enorm ist, beschloss die Bundesregierung damals ein Klimaziel: minus 25 bis 30 Prozent bis zum Jahr 2005. In der Presseerklärung hieß es damals:

[10]

Auf der Second World Climate Conference [11] 1990 in Genf hatte der Weltklimarat IPCC [12] seinen Ersten Sachstandsbericht [13] vorgelegt, in dem der Mensch als Ursache der anthropogenen Klimaveränderung beschrieben wird. Deshalb handelte ja die Bundesregierung (zumindest verbal, denn aktiv gehandelt hat sie seitdem kaum [14]).

Seitdem sind vier weitere Sachstandsberichte und 25 Klimakonferenzen hinzugekommen, und die Touristiker im Harz haben den Schuss immer noch nicht gehört?

In den Vorstellungen des Harzer Urlaubsprogramms sieht der Brocken derzeit übrigens so aus:

[15]

120 Schneetage pro Jahr, Donnerwetter!

Mitte Januar (und aktuell) sieht es auf dem Brocken jedoch [16] so aus:

[17]

Aber das ist schon wieder eine andere Geschichte!

PS: Seit Jahren ist die Arbeit des Klima-Lügendetektors leserfinanziert [18]. Noch aber fehlen Euros, um die Recherche auch für das Jahr 2020 unabhängig zu finanzieren. Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit HIER [19]