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EnBW: Der Zukunft hinterherhinken

Heute geht es um die Windkraft. Und um Deutschlands drittgrößten Energiekonzern EnBW [1]. Denn die Windkraft wird – O-Ton der „Energie Baden-Württemberg“ [2]  – „von künftigen Generationen empfohlen“:

[3]

Toll, toll, toll!
Strom aus erneuerbaren Energien!!
EnBW, bislang Kohle- [4] und Atom- [5]Konzern, sagt:

[6]

Tatsächlich ist dies nicht die erste Wind-Anzeige, mit der die EnBW auf dem Klima-Lügendetektor landet [7]. 2015 beispielsweise schaltete der Konzern seine Windkraftkampagne [8] just in jener Woche, in der sein größtes Kohlekraftwerk ans Netz ging [9]: Die Tochter GKM [10] betreibt seitdem in Mannheim fünf Steinkohleblöcke, deren jüngster mindestens bis zum Jahr 2038 eine gigantische Treibhausfracht verursachen. 6,7 Millionen Tonnen [11] sollen es im vergangenen Jahr gewesen sein, mehr als der Staat Benin [12] in Westafrika mit seinen gut 10 Millionen Einwohnern insgesamt zu verantworten hat.

In diesem Sommer blockierten deshalb Aktivisten die Kohlezufahrt [13] in Mannheim, um das Abschalten der Anlage zu fordern [14]. Überwiegend junge Leute übrigens, denn von künftigen Generationen wird ja – wie EnBW selbst sagt – Windkraft empfohlen.

Lassen wir aber dieses kohledreckige Kapitel des Konzerns, es geht ja um die Windkraft! Auf den Konzernseiten lesen wir [15]:

[16]

Donnerwetter: 45.000 Megawatt! Das ist fast 50-mal so viel Leistung, wie besagter Kohleblock 9 [17] des Großkraftwerks in Mannheim als Bilanz ausweist.

Und, EnBW, welchen Beitrag habt ihr zu dieser Windkraft-Rally geleistet?

[18]

Moment mal: insgesamt 470 Megawatt? Das ist doch gerade einmal 1 Prozent [19]! Ihr habt mit einem Prozent zum Windkraft-Ausbau an Land beigetragen, jener Technologie, die „von künftigen Generationen empfohlen“ wird?

OK, EnBW sucht jetzt neue Flächen [20] für die Windenergie, und dann gibt es ja auch neue Projekte [21], die geplant [22] sind, weiterhin verfolgt [23], konsequent vorangetrieben [24] werden oder in Bauvorbereitung sind [25]. Und EIGENTLICH ist es ja die Windkraft auf hoher See [26], mit der es EnBW vor ein paar Jahren schon einmal auf unsere Seiten schaffte [8]. Offshore also.

Tatsächlich ist es auch die Offshore-Technik, die Gegenstand der neuen EnBW-Anzeigenkampagne ist [27]: 100 Kilometer nordwestlich von Helgoland [28] baut der Konzern endlich den Windpark Albatros [29] (genehmigt im Juli 2006) und den Windpark Hohe See [30] (ebenfalls bereits im Juli 2006 genehmigt), allerdings nur zur Hälfte, denn 49,9 Prozent steuert der kanadische Konzern Enbridge Inc [31]. bei.

Bei EnBW heißt es nun [1]: Windparks,

[32]

Noch nämlich ist es nicht so weit, es soll erst Ende 2019 [33] kommerziell mit der Stromernte auf der Nordsee losgehen.

Manche mögen das als pingelig bezeichnen, aber dahinter steckt System: sich grüner machen, als man ist. Denn noch nicht mal nach mehr als 13 Jahren Planungs- und Bauzeit ist die Aussage des drittgrößten Energiekonzerns Deutschlands zu seinen neuen Windparks bezüglich der Empfehlung durch die künftige Generation richtig:

[6]

PS: Seit Jahren ist die Arbeit des Klima-Lügendetektors leserfinanziert [34]. Noch aber fehlen Euros, um die Recherche auch über das Jahr 2019 hinaus unabhängig zu finanzieren. Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit HIER [35]