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A. Laschet (CDU): Braunkohle gegen Atomstrom

Stromlieferungen aus Nordrhein-Westfalen sollen die Abschaltung des belgischen Pannen-Reaktors Tihange 2 [1] beschleunigen. Das zumindest will Armin Laschet (CDU) erreichen. Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen hat nach eigenen Angaben darüber Verhandlungen mit der Regierung in Brüssel aufgenommen. „Ich bin bereits mit Belgien im Gespräch und will dies fortsetzen“, sagte Laschet dem Kölner Stadt-Anzeiger (Samstagausgabe) [2]. Das Atomkraftwerk Tihange unweit von Aachen sei eine Gefahr für das gesamte Rheinland. „Wir wollen neue Leitungen legen, um den Belgiern so viel Strom aus NRW zu liefern, dass Tihange überflüssig wird“, erklärte Laschet [3].

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Ach, deswegen hält Nordrhein-Westfalen an der Verstromung seiner Braunkohle fest!? Um in Belgien den Atomausstieg voranzutreiben?

Was sagt Armin Laschet?

„Die

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Echt jetzt? Ist das so?

Den Klima-Lügendetektor erreichte heute – WELT-EXKLUSIV!! – eine Antwort des belgischen Königshauses [6], in der unter anderem der klimawandelbedingte Anstieg der Meeresspiegel erwähnt wird (Belgien verfügt über 65 Kilometer Meeresküste [7], NRW hingegen über 0 Meter).

Weiter heißt es in der royalen Antwort:

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Schließlich müsse Deutschland in seinen Bemühungen für den Klimaschutz auf der internationalen Bühne bestärkt und die ausgerufene Energiewende zum Erfolg, zum weltweiten Vorbild werden [9]. Tatsächlich nämlich ist die Bundesrepublik immer noch der größte Treibhausgasproduzent in Europa, der sechstgrößte weltweit [10].

Schuld daran sei hauptsächlich die Braunkohle [11], der klimaschädlichste aller Energieträger, argumentieren die Belgier: Deutschland ist mit AbstandAbstandAbstand das Land, das am meisten Braunkohle weltweit [12] fördert, verbrennt und damit die Atmosphäre vergiftet.

Das Fazit des Antwortschreibens aus Brüssel:

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Spaß beiseite! Der Klima-Lügendetektor wird hier jetzt nicht die Gefahren eines Braunkohlekraftwerkes gegen die Risiken eines Atomkraftwerkes aufrechnen – oder umgekehrt. Aber ein paar Fakten müssen wir schon festhalten, lieber Herr Laschet:

Fakt ist, dass Atomkraftwerke im Betrieb kein klimaschädliches Kohlendioxid ausstoßen. Über seine gesamte Wertschöpfungskette verursacht Atomstrom rund 32 Gramm CO2-Äquivalent [14] je Kilowattstunde, bei Braunkohlestrom hingegen sind es mindestens 970 Gramm Kohlendioxid [15] pro kWh, wenn Förderung und Transport einbezogen werden – also rund 30-mal mehr!!

Fakt ist, dass die deutschen Fossilkonzerne heute schon viel zu viel Braunkohlestrom produzieren. Zum Ärger der Nachbarländer wird dieser Strom oft exportiert und im Ausland für einen Spottpreis verscherbelt. 2016 hat Deutschland rund 50 Milliarden Kilowattstunden mehr Strom produziert als verbraucht [16]. Zum Vergleich: Belgien benötigt insgesamt pro Jahr etwa 82 Milliarden Kilowattstunden [17].

Fakt ist – und das sagte Armin Laschet natürlich nicht dem Kölner Stadt-Anzeiger –, dass den Braunkohlestrom-Export häufig die deutschen Stromkunden [18] mitfinanzieren. Also Sie! Bläst viel Wind, werden nicht etwa die Braunkohlemeiler heruntergefahren, sondern die Windräder – im Stromnetz ist halt nur Platz für exakt jene Menge Strom, die zum jeweiligen Zeitpunkt gerade nachgefragt wird. Die Windmüller erhalten aber für den Strom, den sie nicht loswerden, eine Entschädigung von den Stromkunden [19] – nicht von den Braunkohleverstromern.

Fakt ist, dass die Belgier schon seit 2016 kohlefrei sind [20] und auch einen Ausstieg aus dem riskanten Atomstrom [21] (bis 2025) beschlossen haben, während Armin Laschet und seine CDU gleiches beim gefährlichen Braunkohlestrom standhaft verweigern.

Und Fakt ist schließlich auch, dass deutsche Atomkraftwerke im Prinzip nicht sicherer sind als belgische: Just an diesem Wochenende protestierten österreichische Politiker [22] wegen des AKW Gundremmingen [23] in Bayern:

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Vielen Dank an Bärbel H. aus Oberhausen für den Hinweis