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Der Lügendetektor: Noch gebraucht?

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„Wolfgang Clement: Die Lüge von der Energie-Abhängigkeit“, [1] lautete am 20. Januar 2008 die Überschrift im Klima-Lügendetektor. Wohlgemerkt: Über dem allerersten Text! Am vergangenen Dienstag hieß die Schlagzeile: „CDU-Wirtschaftsrat: Nicht rechnen können!“ [2] Jubel, Tusch und „Aber Hallo!“ Es war der 400. Text auf dem Watchblog zu den Lügen und Halbwahrheiten, die rund um die Energie- und Klimawende verbreitet werden.

Das macht ein Dankeschön an unsere Leser notwendig: Viele Texte sind nur deshalb entstanden, weil Sie uns beauftragt haben.

Einerseits gibt es viele Leser, die unsere Arbeit finanzieren. Seit Oktober 2011 ist der Klima-Lügendetektor leserfinanziert [3]. Andererseits übermitteln uns die Leser immer wieder Verdachtsmomente. Die Bahn ist jetzt klimafreundlich, weil die Bahncard grün ist [4]? Die Deutsche Post ist vorbildlich, weil sie mit grünem Elektrostrom [5] fährt? Der Weltklimarat IPCC hat bei seinem neuen Sachstandsbericht wirklich geschlampt [6], wie es im Spiegel stand? Fragen Sie uns, [7] dann wird Ihnen geholfen!

Allerdings nicht immer: Die 400 Texte befassen sich nämlich mit den Lügen, die wir aufdecken konnten. Jene Verdachtsmomente, die eingesandt, aber nicht bestätigt werden konnten, sind natürlich nicht veröffentlicht wurden. Wir haben überlegt, eine Rubrik „ungelogen“ einzuführen, damit die Arbeit, die wir in die Recherche gesteckt haben, nicht umsonst war. Aber uns dagegen entschieden: Lügen sollten nicht mit der Wahrheit verquickt werden.

Beim Greenwashing werden „die Techniken der Öffentlichkeitsarbeit, der Rhetorik und der Manipulation benutzt, um einer Firmengeschichte eine reine Weste zu verpassen“, wie es in der Wikipedia [8] heißt. Es sind nur selten glatte Lügen, mit denen heutzutage Grünfärberei betrieben wird. Vielmehr werden Informationen verdreht, weggelassen oder in irreführende Zusammen­hänge gestellt. Oder man schmückt sich mit Stars, schreibt Preise mit wohlklingenden Namen aus. Das Süddeutsche Zeitung Magazin hat 2007 in einer Titelgeschichte fünf Methoden dieses „grünen Schmierentheaters“ beschrieben [9].

Seidem hat die Branche viel gelernt. Unsere Arbeit ist schwieriger geworden, „die Gegenseite geht subtiler vor“, wie Redaktionsleiter Toralf Staud urteilt. Vielleicht liegt es daran, dass uns zuletzt nicht mehr so viele Prüfaufträge aus der Leserschaft erreichten. Vielleicht ist aber auch nur unsere Leserschaft sensibler und weniger aufregbar geworden. Vielleicht braucht es den Klima-Lügendetektor gar nicht mehr?

Was sagen Sie dazu [10]?