Die FAZ: Aktuelles zur Wahl

Folgende Schlagzeile findet sich heute im Wirtschaftsteil der FAZ:

Energiewende: Keine Spur vom grünen Beschäftigungswunder. 19.09.2013 • Mit der Energiewende sind große Hoffnungen auf neue Arbeitsplätze verbunden. Doch bislang stehen die erneuerbaren Energien nicht einmal für ein Prozent aller Erwerbstätigen. Von SVEN ASTHEIMER

Die FAZ berichtet über eine Studie mit der Überschrift: „Green Jobs: Erlebt Deutschland sein grünes Beschäftigungswunder?“ Bitte beachten Sie das Fragezeichen am Ende des Studien-Titels, denn darüber wird noch zu reden sein!

Zu Wort kommt im Bericht von FAZ-Redakteur Sven Astheimer Studienautor Nico Pestel: „Ich glaube nicht, dass Green Jobs auf absehbare Zeit für ein Beschäftigungswunder sorgen werden“, sagt Pestel. Weiter heißt es in der FAZ, Pestel kritisiere vor allem, „dass es weder einen brauchbaren internationalen Standard für grüne Beschäftigung gibt noch eine solide Datenbasis, mit der Beschäftigungserfolge nachvollzogen werden können“.

Und dann steht da folgende Zwischenüberschrift:

Fazz
Um eine Vergleichsgröße zu bekommen: In der gesamten Automobilindustrie in Deutschland waren zum Anfang dieses Jahres 747.000 Menschen beschäftigt. Im Maschinenbau waren es 970.000 Beschäftigte, in der gesamten Braunkohlenwirtschaft nur noch rund 22.000 Menschen.

Zwei Millionen Erwerbstätige im Umweltschutz sind also eine ganze Menge, könnte man meinen, aber die FAZ schreibt unter Berufung auf Pestels Studie: Kein „grünes Beschäftigungswunder“ in Sicht.

Wir möchten die geneigte Leserschaft auf zwei wichtige Details hinweisen: „Aktuell“, heißt es im Ausriss ganz am Anfang und am Beginn des Teasers steht das heutige Datum: „19.09.2013″. Die Studie ist aber gar nicht aktuell: Der Klima-Lügendetektor hatte sich bereits vor vier Wochen mit Pestels Arbeit befassen müssen. Und war dabei zu dem Ergebnis gekommen, dass Pestels Aussage, ein grünes Jobwunder bleibe aus, gar nicht gedeckt ist durch Pestels Arbeit. Dort heißt es am Schluss als Fazit:

 Somit bleibt die Frage, ob Deutschland sein „grünes Beschäftigungswunder“ erlebt, vorerst also noch offen."

Entweder haben FAZ-Redakteure wie Sven Astheimer nicht mehr genügend Recherchezeit, um eine zwölfseitige Studie erst einmal zu lesen, bevor sie darüber schreiben. Oder aber solche Journalisten wollen selbst gern ein bisschen Wahlkampf machen.

Vielen Dank an Lukas W. aus Berlin für den Hinweis


PS: Seit zwei Jahren ist die Arbeit des Klima-Lügendetektors leserfinanziert. Noch aber fehlen Euros, um die Recherche auch 2013 unabhängig zu finanzieren. Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit HIER