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Smart: Umweltschutz bleibt was anderes

Die aktuelle Fernsehwerbung des „Smart“ [1] zeigt nostalgische Aufnahmen von Hippies und Demonstranten mit ihren typischen Fahrzeugen – vom Schlauchboot bis zum Trecker. In die verwackelten Bilder wird der Spritverbrauch der Protestmobile eingeblendet, und der liegt natürlich viel höher als beim Smart. Am Schluss verlässt ein Hippie-VW-Bus (13 l/100 km) eine Tankstelle…

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… und gibt den Blick auf einen Smart fortwo cdi (3,3 l/100 km) frei. Dann wird der Slogan eingeblendet: „Umweltschutz bleibt dufte.“

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Hierzu folgende Rechnung: Ein T1 Bulli aus den 60er-Jahren verfügte über neun Sitzplätze. Pro Person ergibt das bei voller Besetzung einen Spritverbrauch von 1,44 Litern. Der Smart cdi mit seinen zwei Sitzen kommt - 40 Jahre später - auf 1,65 Liter Diesel pro Person.

Und: Anders als die meisten VW-Busse sind Smarts in aller Regel völlig überflüssig. Sie wurden als Stadtautos und typische Zweitwagen konzipiert und müssen sich einem Testbericht des Manager-Magazins [4] zufolge auf der Autobahn „jeden Kilometer erkämpfen“. Kinder können nicht mit, weil die Rückbank fehlt. Typischerweise werden Smarts für die Fahrt ins Büro genutzt – auf Distanzen also, die angesichts der drohenden Klimakatastrophe jeder Mensch bei Verstand und guter Gesundheit mit Bus, Bahn oder Fahrrad zurücklegt. Auf der Smart-Internetseite [5] kann man ausrechnen, wie viel CO2 ein fortwo cdi „einspart“: Fährt man damit zum Beispiel sechs Kilometer weit, stößt er 243 Gramm weniger aus als ein anderer (viersitziger) Kleinwagen. Er emittiert aber immer noch 528 Gramm CO2.

Das Manager-Magazin kommt übrigens zu dem Ergebnis, dass der Smart fortwo cdi „unter realistischen Bedingungen“ nicht 3,3, sondern 4,9 Liter verbraucht – das macht 129 Gramm CO2 pro Kilometer. Der sparsamste aller Smarts verfehlt also in der Praxis sogar die EU-Zielmarke von 120 Gramm, die Neuwagen demnächst im Schnitt erreichen sollen.

Fazit: Lustige Werbung, traurige Realität.