Archiv des Schlagwortes ‘Innogy’

Neues aus dem Fundus (VI): Nicht mehr voRWEg

Donnerstag, den 5. Januar 2017

Kennen Sie den noch?

Den Witz hatten sich schlaue Werbeköpfe im Sommer 2013 ausgedacht.

Gut ist auch der hier aus dem Jahr 2008:

Es gibt auf dem Klima-Lügendetektor unzählige VoRWEg-Geh-Witze (dieser stammt aus dem Jahr 2009).

Wir haben dafür sogar eine eigene Rubrik eingerichtet!

Damit könnte nun Schluss sein. Einerseits gibt es diese RWE so nämlich nicht mehr. Weil der Konzern immer nur hinterherhinkte, ist er in schwere wirtschaftliche Turbulenzen geraten und hat sich aufgespalten. Der moderne Teil, also der mit Windkraft und der Energiewende, nennt sich jetzt Innogy.

Der andere Teil, also der mit den alten Kohlemöhren, heißt immer noch RWE. Dessen neuer Vorstandsboss Rolf Martin Schmitz hat nun im Interview erklärt, dass er nicht mehr „voRWEg gehen“ will. „‚VoRWEg gehen‘ verwenden wir nicht mehr“, sagte Schmitz der Welt. Wäre ja auch blöd – mit Atomkraftwerken wie Gundremmingen im Portfolio, dessen Block B Ende dieses Jahres in Rente geht.

Wir meinen: Ach, bitte nicht doch! Liebe RWE, macht weiter, „voRWEg gehen“ ist doch wirklich schick!!! Wollt ihr denn wirklich die Arbeit des Klima-Lügendetektors unnötig verkomplizieren?

Vielen Dank an Matthias B. aus Berlin für den Hinweis!


RWE Innogy: Da stutzt sogar das Handelsblatt

Donnerstag, den 15. September 2016

Wir freuen uns sehr, wenn unsere Arbeit Früchte trägt. Noch mehr würden wir uns freuen, wenn sie gar überflüssig würde. Entweder weil es kein Greenwashing mehr gäbe. (Ha, ha!) Oder weil Kolleginnen und Kollegen in anderen Medien unsere Arbeit übernähmen und die kleinen und großen Lügen von vermeintlicher Klimafreundlichkeit hinterfragen.

Nun schreiben wir ja schon seit Jahren über RWE, über Märchenfilme und klimaskeptisches Geraune eines Spitzenmanagers, über Waldphantasien und Steinkohle-, äh, Pleitekraftwerke, über Schildkröten und „Stromlücken“-Angstmacherei des damaligen Konzernchefs Jürgen Großmann. (Erinnert sich noch jemand an die „Stromlücke“? Die wurde vor ein paar Jahren für den Fall des Atomausstieg prophezeit. Goldig, oder? Heute, mitten im Atomausstieg, gibts immer öfter Strom im Überfluss …) Und, und, und. Jedenfalls hat uns, wenn wir eben im Archiv richtig gezählt haben, kein Unternehmen seit unserer Gründung 2008 häufiger beschäftigt als RWE.

Inzwischen jedoch hat RWE offenbar erkannt, dass sich die Energiewende nicht mehr verhindern lässt – der Börsengang der peppigen Tochterfirma Innogy, in der unter anderem der alte Ökostrom-Ableger gleichen Namens aufgegangen ist, soll zum Befreiungsschlag werden. Für Innogy hat man sich von der Edel-Agentur Jung von Matt hat einen millionenschweren Markenauftritt auf die Beine stellen lassen. Diese schicke Kampagne aber ist selbst dem gewiss nicht industriefeindlichen Handelsblatt zu viel. Als „fast schon zynisch“ bezeichnete die Zeitung heute einen Slogan, den die RWE-Tochter am Düsseldorfer Flughafen aushängen ließ:

innogy_handelsblatt1

Zur Erinnerung: Im Rheinland betreibt RWE noch immer reihenweise Braunkohlekraftwerke und -tagebaue – und will davon auch nach dem Neustart der grünen Tochter Innogy nicht lassen. Mehr als 80 Millionen Tonnen Kohlendioxid emittieren die RWE-Klimakiller pro Jahr, das sind sage und schreibe fast zehn Prozent des gesamten deutschen Treibhausgas-Ausstoßes!

Im Text des Handelsblatt-Kollegen Jürgen Flauger heißt es unter anderem:

innogy_handelsblatt2

Besser hätten wir’s diesmal auch nicht aufschreiben können.

Danke an Sebastian M. aus Bad Neustadt für den Hinweis