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Merkel: Ein Fehler in der Rede

Donnerstag, den 10. Dezember 2020

Angela Merkel, die Bundeskanzlerin, ist bekanntlich von Haus aus Naturwissenschaftlerin. In der DDR war sie vor mehr als 30 Jahren am Zentralinstitut für Physikalische Chemie tätig. Im Deutschen Bundestag hat sie jetzt erklärt, wie es dazu kam:

Das ist eine Erklärung, die das Dilemma jenes Landes ziemlich gut beschreibt: Bekanntlich waren in der DDR die Wirtschaftspläne immer zu 120 Prozent übererfüllt, die Läden aber zu zwei Dritteln leer. Die „immer bessere Befriedigung der materiellen und kulturellen Bedürfnisse“ war zwar Staatsziel, wer kulturell aber etwa lieber auf Jazz, Blues oder Punk statt Blasmusik stand, der bekam schnell mit der Stasi Zoff.

Doch bevor wir in die Vergangenheit abdriften: In dieser Woche hat das UN-Umweltprogramm UNEP den „Emissions-Gap-Report“ veröffentlicht, einen Bericht, der die ganze Dramatik des Klimaschutzes auf den Punkt bringt. Die Welt hat sich zwar exakt vor fünf Jahren mit dem Übereinkommen von Paris dazu verpflichtet, die Klimaerhitzung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen. Die Wissenschaftler der UNO konstatieren aber nun in diesem Report, dass sich niemand daran hält. „Das Jahr 2020 ist auf dem Weg, eines der rekordwärmsten zu werden“, erklärte Inger Andersen, Executive Director der UNEP.

Auch Inger Andersen ist von Haus aus Wissenschaftlerin, wie Angela Merkel ging auch die Dänin später in die Politik. Aber hören wir mal, was Angela Merkel weiter in ihrer Rede sagte.

(Achtung! Den vom Manuskript abweichenden Sprechfehler haben wir für Sie rot markiert!)


IG BCE: Es reicht!

Dienstag, den 21. April 2015

Der Arbeiter erinnert an ein sozialistisches Propagandabild, die Sonne im Hintergrund an das Emblem des kommunistischen Jugendverbandes FDJ, der „Freien Deutschen Jugend“: Bundesweit wird derzeit mit einem Aufruf zur Demo am kommenden Wochenende in Berlin getrommelt.

igbce

Will die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie etwa in die DDR zurück?

Es geht um die Braunkohle. In der DDR galt das Motto „Braunkohle um jeden Preis“. Tatsächlich sind wir wieder auf dem Niveau der DDR gelandet: Im Jahr 2013 wurde hierzulande erstmals wieder so viel Braunkohle verbrannt wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. Und weil damit in den vergangenen Jahren auch wieder der Treibhausgas-Ausstoß zunahm, sah sich die Bundesregierung zum Handeln gezwungen: Schließlich hatte sie beschlossen, die Emissionen bis zum Jahr 2020 um 40 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken – heute sind aber erst knapp 27 Prozent geschafft.

Deshalb hat Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) einen „nationalen Klimabeitrag“ vorgeschlagen, der die uneffektivsten Altkraftwerke unwirtschaftlich machen soll. Dagegen wollen sich die Kohlekumpel „wehren“.

Im Demo-Aufruf heißt es:

igbc

Liebe IG BCE: ES REICHT!

Erstens will niemand in der Bundesregierung einen „kurzfristigen“ Kohleausstieg. Zweitens hat der Bundesverband Braunkohle, eure Braunkohle-Lobby-Organisation, die ja wohl kaum untertreibt, wenn es um die Wirtschaftskraft der Braunkohle geht, soeben eine Statistik über die Beschäftigten veröffentlicht. Demnach waren Ende Februar in der Branche 21.089 Menschen beschäftigt.

Selbst wenn man wirklich alleallealle mitzählt, die irgendwie am Braunkohletopf mit dranhängen – also auch die zuliefernden Bäcker an die Werkskantinen – kommen nicht einmal annähernd 100.000 Arbeitsplätze zusammen. NICHT MIT UNS: Wer mit solchen Lügenzahlen zu mobilisieren versucht, der hat keine guten, keine vernünftigen Argumente!

Gern würden wir als sozial und demokratisch eingestellte Menschen gemeinsam mit euch darüber nachdenken, wie man den Betroffenen die Sorgen über ihre Zukunft nehmen kann. Aber mit Lügnern kann man nicht diskutieren. Um in Eurem Sprachduktus zu bleiben: ES REICHT!


PS: Seit Oktober 2011 ist die Arbeit des Klima-Lügendetektors leserfinanziert. Noch aber fehlen etliche Euros, um die Recherche auch im ersten Halbjahr 2015 zu finanzieren. Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit HIER