Mercedes-Benz: Einfach nicht vernünftig werden

Diese Annonce wurde gerade ganzseitig geschaltet, unter anderem in der Süddeutschen Zeitung:

Es geht um Mercedes-Benz, genauer um seine Luxuslimousine CLS, deren neue Modelle in diesem Monat vorgestellt werden. Die neue A-Klassen-Kompaktlimousine gibt es schon ab 30.231,95 Euro, oder – und das interessiert uns vom Klima-Lügendetektor natürlich besonders – mit

Mehr als 200 Gramm Treibhausgas je Kilometer! Wie von gestern ist das denn?

Ab 2020 – also in 19 Monaten – gilt in der EU für Neuzulassungen ein Pkw-Grenzwert von 95 Gramm Kohlendioxid je Kilometer. Weil der Verkehrssektor bislang überhaupt nicht zur Lösung des Zukunftsproblems beigetragen hat, soll dieser Grenzwert ab 2021 schrittweise immer weiter verringert werden. In Deutschland beispielsweise war der Verkehrssektor 1990 für insgesamt 164 Millionen Tonnen Treibhausgase verantwortlich, 2016 waren es schon 166 Millionen Tonnen. Und „215–209 g/km“ sind ja nur der Anfang, Modelle wie der GT 63 S 4MATIC+ bringen es auf 256 Gramm je Kilometer – bei 639 PS und dem Einkaufspreis von etwa 150.000 Euro.

Wir wissen zwar nicht, ob die gemessenen und publizierten CO2-Grenzwerte bei Mercedes diesmal wirklich echt korrekt sind (Gerade erst gab es Hausdurchsuchungen bei BMW und Volkswagen – im letzten Falle erneut wegen der vermuteten Manipulation bei CO2). Wir wissen aber, dass es angesichts dieser Genzwerte reichlich unvernünftig ist, sich heute noch einen Mercedes CLS zu kaufen. Vielleicht drohen ja auch wegen der Treibhausgase in Zukunft Fahrverbote?

Was der Autobauer Daimler dazu sagt? Das hier:

Eine Studie zeigte soeben, wie tief wir bereits im Klimawandel stecken: Die weltweite Gletscherschmelze ist demnach nicht mehr aufzuhalten. Selbst wenn die Menschheit plötzlich vernünftig werden und in einen Klimaschutz einsteigen würde, der diese Bezeichnung verdient, das Abschmelzen der Gletscher ist schon nicht mehr zu stoppen. „Alle 500 Meter Autofahrt geht ein Kilo Gletschereis verloren“, schreiben die Forscher.

Einer von ihnen, Georg Kaser vom Institut für Atmosphären- und Kryosphärenwissenschaften der Uni Innsbruck, sagt: „Wir haben in der Vergangenheit durch Treibhausgasemissionen bereits Entwicklungen angestoßen, die sich nicht mehr aufhalten lassen. Für die Gletscher ist es fünf nach zwölf.“

Im Falle des neuen Mercedes CLS gehen pro 500 Meter Autofahrt sogar ungefähr zwei Kilo Gletschereis verloren – so viel Treibhausgas produziert das PS-Geschoss. Heute noch solche Autos zu bauen – auch das ist mindestens fünf nach zwölf. Befragen Sie also doch besser noch einmal Ihre Vernunft, bevor Sie sich entschließen, einen neuen Mercedes CLS zu kaufen! Unvernunft ist nämlich allenfalls in der Liebe hilfreich.

Wie sagte einst der griechische Philosoph Herakleitos: „Seinen Unverstand zu (ver)bergen ist besser als ihn zur Schau zu stellen.“ Das gilt auch für die Unvernunft!

Und für den Mercedes CLS der neuen Bauart.

Danke an Fritz V. aus Berlin für den Hinweis!


 

Zehn Jahre Lügendetektor (4): Wenn physikalische Gesetze geleugnet werden

Anfang 2008 ging der Klima-Lügendetektor an den Start. Im Jahr davor erschien das Buch Wir Klimaretter – so ist die Wende noch zu schaffen von Toralf Staud und Nick Reimer. Sie standen tief im Thema, sagte Toralf Staud 2012 bei der Verleihung des Otto-Brenner-Preises. „Uns kamen immer diese Presseerklärungen auf den Tisch. Man sieht die und denkt, das ist doch gelogen“. Weil aber eine gelogene Pressemeldung an sich ja noch keine Nachricht sei, hätten die beiden Autoren angefangen, solchen „Quatsch“ auf einem Blog bloßzustellen.

„Ein Selbstläufer, wir können uns vor Einsendungen überhaupt nicht retten“, sagte Toralf Staud damals. Und wie sieht es heute aus?

Herr Staud, was hat sich in den vergangenen zehn Jahren an ihrer Arbeit auf dem Klima-Lügendetektor verändert?

Auf der einen Seite sind die Lügen subtiler geworden, die Unternehmen und Lobbyverbände haben deutlich dazugelernt. Plumpe, dreiste Fälle, die uns vor zehn Jahren fast im Wochentakt auf die Schreibtische flattern, sind deutlich seltener geworden.

Auf der anderen Seite scheint es mir, als würden es generell weniger Fälle von Grünfärberei. Der traurige Grund dafür ist vermutlich, dass Klimaschutz in der Öffentlichkeit ein geringere Rolle spielt als vor zehn Jahren (obwohl das Problem eigentlich noch viel dramatischer geworden ist) – aber weil der Öffentlichkeit das Klima nicht mehr so wichtig ist, ist es halt auch nicht mehr so verlockend, sich mit falschen Klimaschutzfedern zu schmücken.

Fossilkonzerne wie RWE, Eon oder EnBW geben sich jetzt selbst grün. Hat sich die Arbeit des Klima-Lügendetektors also erledigt?

Nein, sie hat sich nicht erledigt. Aber sie hat sich teilweise verändert, würde ich sagen. Einzelne Unternehmen wie EnBW scheinen sich tatsächlich um eine Wende zum Grünen zu bemühen (obwohl sie nicht den Mut haben, sich wirklich von Altlasten und falschen Entscheidungen der Vergangenheit zu emanzipieren).

Auf der anderen Seite ist aber im politischen Bereich neue Arbeit hinzugekommen: Dass wir heute eine Partei im Bundestag und in den meisten Landtagen zu sitzen haben, die offen und offensichtlich grundlegendste wissenschaftliche Erkenntnisse, ja physikalische Gesetze leugnet – und wir uns damit beschäftigen müssen –, das hätte ich vor zehn Jahren echt nicht erwartet.

Welche Rolle spielen die Sozialen Medien?

Sie machen unsere Arbeit leichter und schwerer zugleich. Wir merken, dass sich unsere Texte über Soziale Netzwerke weiter verbreiten als früher – aber auch die Lügen rund um den Klimawandel haben da natürlich einen riesigen Resonanzboden.

Soweit die Einsachätzungen von Toralf Staud. Und jetzt: Feiern Sie mit uns! Stimmen Sie ab, welches Stück unserer Rückschau die dreisteste unter den dreisten Lügen enthält. Unter allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern verlosen wir am Ende fünf Exemplare des (nicht mehr lieferbaren) Buches „Grün, grün, grün ist alles was wir kaufen“ von eben jenem Toralf Staud.

Heute die Jahre 2014/15:

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Jetzt amtlich: Bioplaste ist nicht kompostierbar

Diesmal wird die Lüge auf dem Rechtsweg aufgeklärt: Biologisch abbaubare Plastiktüten sind nicht „100 % kompostierbar“, wie das beispielsweise der Lebensmittelkonzern REWE auf seinen Einkaufstüten behauptete.

Auch solche Sprüche auf Plastiktüten sind nicht richtig:

- „So weit wie möglich aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt.“
- „Zeig der Umwelt ein Lächeln!“
- „Ich trage Sorge zur Umwelt!“
- „Ich halte, was ich der Umwelt verspreche.“
- „Dieses Sackerl sieht bald die Radieschen von unten. So weit muss Bio gehen.“

Das Intersse unserer Leser an der Plastetüte an der Kasse ist verständlich: Was schließlich tun, wenn der Einkauf wieder mal größer ausfällt als die Einkaufstasche? Entsprechend groß ist das Interesse der Konzerne, uns das schlechte Gewissen zu nehmen.

Aber bereits vor Jahren ergab eine gründliche Untersuchung der Möchtegern-Öko-Tüten: „Biologisch abbaubare Kunststoffe für Verpackungen, die aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden, haben insgesamt keinen ökologischen Vorteil. Durch den Anbau und die Verarbeitung von Pflanzen für diese Verpackungen versauern Böden und eutrophieren Gewässer stärker als durch die Herstellung herkömmlicher Kunststoffverpackungen. Zudem entstehen höhere Feinstaubemissionen.“

Dagegen sind jene Konzerne juristisch vorgegangen, die solche „nachwachsenden Plastiktüten“ herstellen. Konkret verklagten sie die Deutsche Umwelthilfe, die seit Jahren gegen den nachwachsenen Werbebetrug kämpft. 2,7 Millionen Euro Schadenersatz forderten die Hersteller, was ganz konkret das Ende der Umwelthilfe bedeutet hätte: So viel Geld kann keine Umweltorganisation eben mal so zahlen.

Nun (nach mehr als fünf Jahren Rechtsstreit) hat der Bundesgerichtshof endgültig entschieden: Die Kritik an den Plastetüten ist berechtigt.

„Bio“-Tragetaschen – so urteilten die Richter – würden zwar die Industrienorm als „biologisch abbaubarer Werkstoff“ erfüllen, was

Recycling theoretisch möglich mache,

was andererseits

werde. Tatsächlich nämlich finde keine Kompostierung statt und deshalb sei die Bioplastik-Tragetasche „nicht biologisch abbaubar, kompostierbar und/oder recycelbar“.

Ende der Diskussion. Ein für allemal!

Und deshalb bitte ab sofort immer eine Stofftasche einpacken, mit gutem Beispiel vorangehen und die lieben Mitmenschen über ihren Irrtum und den Produktschwindel der Konzerne aufklären!

Herzlichen Dank an Sabine Sch. aus Berlin für den Hinweis!


 

Jubiläum (3): Zehn Jahre Klimalügen aufgedeckt

In unserem kleinen Rückblick auf zehn Jahre Arbeit des Klima-Lügendetektors geht es heute um ein Schlüsseljahr: 2012. Einerseits fühlte sich die Redaktion damals ausgelaugt. Es schien, als ob alle Lügen, die einem aufgetischt wurden, irgendwie schon einmal gelogen worden waren – teilweise mussten wir uns beim Widerlegen selbst zitierten.

Andererseits war mit dem Greenpeace-Magazin ein kongenialer Partner weggefallen und damit auch die Finanzierung unserer Arbeit in Frage gestellt. Zudem sah sich die Redaktion zunehmender Anfeindung ausgesetzt (hier ein Beispiel, das wir wegen seiner Systematik dokumentiert haben).

Es gab also reichlich Gründe, nach fünf Jahren Lügendetektei den Klima-Lügendetektor abzuschalten. Dann aber erklärten uns viele Leserinnen und Leser, warum unser kleiner Watchblog notwendig ist – die ersten fingen an, freiwillig Geld für unsere Arbeit einzuzahlen.

Anfangs fanden wir das rührend, später nahmen wir es als Auftrag: In der Auseinandersetzung um die richtige Klima- und Energiepolitik ist es eben wichtig, den Lügnern und Rechtfertigern unserer fossilen Lebensweise mit Argumenten zu begegnen und Scheinheiligkeit aufzudecken. Das hat uns überzeugt.

Nicht nur uns. 2012 war auch deshalb ein Schlüsseljahr für den Klima-Lügendetektor, weil ihm einer der renomiertesten Journalistenpreise des deutschsprachigen Raumes verliehen wurde, der Otto-Brenner-Preis. Mit diesem will die Otto-Brenner-Stiftung kritischen Journalismus fördern, unser Laudator Harald Schumann begründete die Preisvergabe damals mit den Worten: die Redaktion habe „eine wirksame Fackel der Aufklärung im Netz gezündet“. Besonders preiswürdig sei die Zusammenarbeit mit den Lesern, die ihren Verdacht an die Redaktion melden können. Die schlechte Nachricht sei – so der Laudator 2012 – dass das Fortbestehen des Klima-Lügendetektors nicht gesichert sei.

Leider hatte Harald Schumann damit recht: Im Herbst 2013 war die Zuwendung der Leser so weit gesunken, dass der Klima-Lügendetektor neuerlich abgeschaltet werden musste. Was dann wieder eine solche Welle von Sympathie (und freiwilligen Abos) mit sich brachte, dass wir gar nicht aufhören konnten.

Diese finanziellen Turbulenzen sind bis heute ein Graus für uns. Deshalb unsere Bitte zum Geburtstag: Wenn Ihnen an unserem Lügendetektor etwas liegt (und Sie noch nicht zu unseren freiwilligen Abonnenten gehören) – abonnieren Sie uns jetzt.

Und feiern Sie mit uns: Stimmen Sie ab, welches Stück unserer Rückschau die dreisteste unter den dreisten Lügen enthält. Unter allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern verlosen wir am Ende fünf Exemplare des (nicht mehr lieferbaren) Buches „Grün, grün, grün ist alles was wir kaufen“ von Toralf Staud .

Heute die Jahre 2012/13:

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Rainer Kraft (AfD): Im Leugnertum verheddert

Rainer Kraft ist seit der Wahl im vergangenen September Bundestagsabgeordneter der Alternative für Deutschland (AfD), er wurde auf Platz 12 der bayerischen Landesliste gewählt. Als „politische Ziele/Mission“ gibt der studierte Chemiker auf der Parteiwebsite an: „Abschaffung des EEG; für den Erhalt des dieselgetriebenen Pkw; Ablehnung der Dekarbonisierung; für preiswerten, verlässlichen und sicheren Strom in Deutschland; Abschaffung der Genderlehre“.

Na, da hat er ja einiges vor!

Gestern Abend hielt Kraft seine erste Rede im Plenum. Er sprach zu zwei Anträgen der bündnisgrünen Fraktion, die einen stärkeren Ausbau der Windenergie und die Erfüllung der deutschen Klimaziele fordern.

Der Abgeordnete Kraft versuchte dabei, richtig witzig zu sein. Ironisch dankte er den Grünen für ihre Anträge. Er mokierte sich über eine angebliche Unfähigkeit der Grünen, mit dem Taschenrechner umzugehen. Er führte die Übernahme hiesiger Unternehmen, etwa des Augsburger Roboterspezialisten Kuka durch einen chinesischen Konzern, auf vermeintlich zu strenge Klimaauflagen für deutsche Unternehmen zurück. Äh, Moment, nein – das war nicht ironisch oder spöttisch gemeint, sondern sollte ein ganz ernsthaftes Argument sein.

Er warf dann – wie es unter Rechtspopulisten, Marktradikalen und Klimawandel-Leugnern ziemlich beliebt ist – den Grünen vor, Klimaschutzmaßnahmen seien in Wahrheit doch nur ein „Werkzeug“, um „eine öko-sozialistische Planwirtschaft“ zu errichten. Wenn es ihnen ernst wäre, meinte Kraft, müssten die Grünen doch eigentlich für CO2-arme Atomkraftwerke sein. So weit, so nachvollziehbar – jedenfalls aus der Sicht eines AfD-Politikers.

An einem Punkt seiner Rede verhedderte sich Kraft dann aber im Gestrüpp des Klimawandel-Leugnertums. Er versuchte, die AfD-typische Ausländerfeindlichkeit mit Öko-Bashing zu verweben und warf den Grünen vor, sie nähmen es mit mit ihren Klimazielen „selbst gar nicht so ernst“. Und dann:

Das stenografische Protokoll der Bundestagssitzung vermerkt an dieser Stelle „Beifall bei der AfD“ sowie mehrere Zwischenrufe, unter anderem von der Parlamentarischen Geschäftsführerin der Bündnisgrünen, Britta Haßelmann: „Herr, schmeiß Hirn vom Himmel!“

Wir finden, der Herr hätte an dieser Stelle lieber ein Exemplar des AfD-Grundsatzprogramms vom Himmel werfen sollen. Offenbar hat Rainer Kraft im Eifer des Gefechts die offizielle Position seiner Partei zu Kohlendioxid vergessen. Im Grundsatzprogramm heißt es nämlich (auf Seite 79):

Und ein paar Zeilen später:

Hm, also, tja… Eigentlich müssten dann doch Rainer Kraft und seine Partei ganz begeistert für eine „Massenmigration“ aus Afrika nach Europa sein, oder?

Die AfD-Position zu Kohlendioxid ist natürlich wissenschaftlich hanebüchen. Aber ein Mindestmaß an Konsistenz darf man von einer Partei und einem Bundestagsabgeordneten doch verlangen!?

Danke an Julian W. und Sven E. aus Berlin für die Hinweise


 

Zehn Jahre (2): Lügen bis das Image stimmt

Lügen, bis das Image stimmt: In unserer Rückschau suchen wir das Stück, das die dreisteste unter den dreisten Lügen aus den vergangenen zehn Jahren entlarvt. Lügen, die aus heutiger Sicht wirklich unglaublich erscheinen – nicht so sehr die Lüge selbst, unglaublich sind vielmehr die Lügner, die glaubten, damit durchzukommen.

Lügen aus zehn Jahren, zehn Jahre, die nun schon ins Land gegangen sind, seit der Klima-Lügendetektor mit einem Text über das Deutsche Atomforum als dreistestem Grünfärber Europas an den Start gegangen ist. Ein Team von fachkundigen Journalisten nahm und nimmt sich die Aufklärung vor, genannt seien stellvertretend für jene Kollegen, die aus Rücksicht auf ihren Broterwerb ungenannt bleiben wollen, Felix Werdermann, Susanne Schwarz, Eva Mahnke, Georg Etscheit, Toralf Staud oder Nick Reimer.

Stimmen Sie ab – und feiern Sie so mit uns! Damit auch wir Sie feiern können! Denn ohne unsere Leserinnen und Leser wären wir nicht so weit gekommen: Es sind nicht nur Ihre Tipps und Verdachtsmomente, die uns auf Trab halten. Seit Oktober 2011 sind es auch Ihre Spenden, die die Arbeit des Klima-Lügendetektors finanzieren. Und bei all der Feierlaune sagen wir es gern: Die Zukunft des Klima-Lügendetektors hängt allein vom Engagement der Leser ab. Wenn Sie meinen, dass unsere Arbeit auch weiterhin gebraucht wird, dann klicken Sie am besten jetzt gleich HIER.

Unter allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern bei der – zwinkernden – Abstimmung verlosen wir am Ende der Feierlichkeiten fünf Exemplare des (nicht mehr lieferbaren) Buches „Grün, grün, grün ist alles was wir kaufen“ – geschrieben von Toralf Staud, auf dessen Mist der Klima-Lügendetektor überhaupt erst gewachsen ist.

Heute (II):

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Die GroKo: „Kurzfristig“ an Demenz leiden

Diesmal geht unser Beitrag mit einem Zitat los:

Dieses Zitat stammt von Michael Müller (SPD) aus der Bundestagsdebatte zum Klimaschutz – vom 27. September 1991.

Für die jüngeren Leserinnen und Leser: Damals regierte Helmut Kohls Union mit der FDP, der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesumweltministerium von Klaus Töpfer (CDU) hieß Bertram Wieczorek (CDU).

Dieser Bertram Wieczorek sagte in besagter Bundestagsdebatte:

Wie gesagt: Das war 1991. Vor 27 Jahren!!

Hören wir doch nochmal rein in die Bundestags-Debatte vom September 1991. Die Regierungsfraktionen warben damals um ein nationales Klimaziel. Union und FDP wollten, dass die alten Länder der Bundesrepublik Deutschland bis zum Jahr 2005 ihre Treibhausgasproduktion um „ca. 30 Prozent“ gegenüber dem Basisjahr 1987 drosseln. Die neuen Bundesländer sollten zusätzlich zu diesen 30 Prozent „ihren Beitrag leisten“.

Dazu noch einmal Bertram Wieczorek (CDU [1991]):

Schließlich schritten die Abgeordneten an diesem 27. September – es muss in den frühen Mittagsstunden gewesen sein – zur Abstimmung über die Drucksache 12/1136.

Der SPD fand eine

viel zu lasch. Die Sozialdemokraten forderten stattdessen eine Reduktion von mindestens 30 Prozent bis 2005 und stimmten deshalb gegen den Beschlussantrag (wie übrigens auch die Bündnisgrünen und die sich damals noch „PDS“ nennende Linkspartei.)

Und?

Was ist daraus geworden?

Nun, das ist schnell erzählt. Ausgerechnet der Bündnisgrüne Jürgen Trittin musste 2003 erklären, dass das erste deutsche Klimaziel bis 2005 nicht zu schaffen ist. Bis zum Jahr 2005 sind die bundesdeutschen Treibhausgas-Emissionen dann auch nicht um „ca. 30 Prozent“ gesunken, sondern lediglich um 18,7 Prozent – ein Drittel weniger als mit dem Bundestagsbeschluss von 1991 versprochen. Und das auch nur, weil der Zusammenbruch der energieintensiven DDR-Wirtschaft zu wesentlichen Einsparungen führte, Klimaschutz „in den alten Bundesländern“ fand so gut wie nicht statt.

Woraufhin ausgerechnet Trittins sozialdemokratischer Nachfolger Sigmar Gabriel 2007 ein neues Klimaziel bis zum Jahr 2020 mit einem trotzigen „JetztAberWirklichVersprochenDiesmalGanzBestimmt“ verkündete: minus 40 Prozent bis 2020 gegenüber 1990.

Was Sigmar Gabriel (SPD) dann aber nicht davon abhielt, den Klimaschutz zu torpedieren, wo es nur ging.

Noch-Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ist freilich nicht viel besser als der potenziell zukünftige GroKo-Außenminister aus der SPD. Im Wahlkampf hatte die „Klimakanzlerin“ gesagt: „Wir werden Wege finden, wie wir bis 2020 unser 40-Prozent-Ziel einhalten. Das verspreche ich Ihnen.“

Daran können sich Merkels Union und Gabriels SPD nun plötzlich genauso wenig wie Gabriel und Merkel selbst erinnern. Seit heute – gut 27 Jahre nach der Bundestagsdebatte vom 27. September 1991 – heißt es (erinnert sei an das SPD-Versprechen von 2014):

Das dreiseitige Papier der potenziellen Koalitionäre besagt, das „kurzfristige“ Klimaziel lasse sich aus heutiger Sicht nicht mehr erreichen.

 

PS: Seit Oktober 2011 ist die Arbeit des Klima-Lügendetektors leserfinanziert. Noch aber fehlen etliche Euros, um die Recherche auch 2018 zu finanzieren. Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit HIER.


 

FAZ, Welt, Focus & Co.: Zweifel säen

Vielleicht lag es an unserem Beitrag über den Bayerischen Rundfunk. Der BR hatte sich mit Lobbyisten gemein gemacht und die Energiewende zum „Desaster“ erklärt. Jedenfalls erreichten uns einige Zuschriften zum Thema, etwa die von Sebastian M. aus Bad Neustadt, der schrieb: „Noch besser als der BR beherrschen Die Welt und Focus die hohe Kunst des Zweifelsäens.“

Als Beleg führt er Patrick Moore an, der vor 40 Jahren angeblich zu den Greenpeace-Gründern gehört haben soll und sich kürzlich in Berlin mit einigen Bundestagsabgeordneten traf. Die Welt berichtete Mitte Dezember von diesem Treffen, auf dem …

… würde. Man beachte die feinsinnige Formulierung „wenn sie stimmt“!

Sie stimmt aber nicht, die Sicht des Patrick Moore! Das hat anscheinend auch die „Bundesvereinigung Liberaler Mittelstand“ gemerkt, auf deren Einladung der heute 70-jährige Lobbyist (unter anderem für die AKW-Branche) sprach. In ihrem eigenen Bericht schreiben die Liberalen lediglich, Moore habe „auf die Klimaentwicklung der Erde und die natürlichen Veränderungsprozesse [verwiesen], die zum Teil völlig unabhängig vom Einfluss des Menschen stattfänden“. Genau, zum Teil sind sie völlig unabhängig – der allergrößte Teil der gegenwärtigen Klimaveränderungen jedoch geht zweifellos auf menschliche Aktivitäten zurück. Dennoch räumt Die Welt Moores wissenschaftlich widerlegten Meinungsäußerungen breiten Raum ein.

Der Focus adelt das Ganze sogar zu einem „Streit“:

Nein, liebe Kollegen: Moore widerspricht nicht der „Klimathese“ von Greenpeace, sondern dem wissenschaftlichen Sachstand, wie er von praktisch allen Fachleuten geteilt wird. Den Moore aber einfach nicht wahrhaben will.

Moore arbeitet unter anderem für das US-amerikanische Heartland Institute, einen zentralen Akteur der organisierten Klimawandelleugnerszene, und ist als Wirtschaftsberater für einschlägige Branchen tätig. Was die Kollegen vom Focus leider unter den Tisch fallen ließen. Stattdessen orakeln sie am Schluss:

Ein fundamentaler Streit? Was da passierte, war vor allem völlig belanglos, weshalb auch keine ernstzunehmende Zeitung und kein Nachrichtenportal über die Veranstaltung des Liberalen Mittelstands berichtet hat. Die Mittelstandsvereinigung selbst schreibt: „Im Beisein von 40 Gästen, bestehend aus Mitgliedern des Verbandes und Parlamentariern, bestätigten die Redner in ihren Impulsstatements die Bedeutung der internationalen Klimaschutzziele.“ Aber auch das erwähnen Focus und Welt natürlich nicht.


 

Ebenfalls mit Verweis auf unseren Beitrag über den Bayerischen Rundfunk wurde uns von Michael Sch. aus Weilheim und Claudia L. aus Dresden der folgende Text aus der FAZ zur Überprüfung eingereicht:

Ja, genau das ist der BR-Stil: Eine wüste Überschrift, die Ansichten von Lobbysten transportiert – ohne Anführungszeichen, ohne Gegenrecherche. FAZ-Redakteur Andreas Mihm referiert schlicht den Inhalt eines Gutachtens des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln – eines Instituts, dem LobbyControl zuschreibt, dass es „PR-Aktivitäten für die wirtschaftspolitischen Positionen der Arbeitgeber“ betreibe. In dem Gutachten wurden jedenfalls die Kosten zur Vermeidung von Kohlendioxid untersucht. Die FAZ schreibt, demnach koste es „415 Euro, um durch EEG-geförderten Solarstrom die Emission einer Tonne CO2 zu verhindern. Bei Windanlagen an Land sind es 106 Euro je Tonne vermiedenen CO2, während im Emissionshandel lediglich sieben Euro gezahlt werden.“

Kein Wort in der FAZ davon, dass der Emissionshandel nicht funktioniert, weil ihn Lobbyisten der Großindustrie kaputt gemacht haben. Von ursprünglich 28 Euro im Jahr 2008 ist der Preis auf derzeit um die fünf Euro gefallen, es sind viel zu viele Zertifikate im System. Kein Wort verliert die FAZ darüber, dass die technologische Lernkurve der Erneuerbaren beispiellos ist und die Kostenkurve steil nach unten zeigt. Das Institut der Deutschen Wirtschaft (und mit ihm die FAZ) macht lediglich eine Momentaufnahme auf der Basis zweifelhafter Kostenindikatoren. Eigentlich kein Wunder, weil es ja nicht die deutsche Wirtschaft war, die die Energiewende voranbrachte – sondern die Bürgerenergie!

Es kommt in der FAZ auch niemand zu Wort, der das IW-Gutachten methodisch hinterfragt, dies hätte schließlich an der wilden Schlagzeile gekratzt!


 

Bleibt eine dritte Einsendung, die etwas schwieriger zu bewerten ist. Denn in der Berliner Zeitung und in einigen anderen Blättern war es ein DPA-Interview, in dem Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) Unsinn verbreitet – und das kann man schließlich den Zeitungen schlecht vorwerfen. Woidke sagt zum Ausbau der erneuerbaren Energien:

Tatsächlich stimmt genau das Gegenteil! Die Energiewende ist die größte Umverteilung von Geld (und Produktionsmitteln) von oben nach unten. Waren es vor zehn Jahren noch die Aktionäre der vier großen Stromkonzerne, die sich die Milliardengewinne aus der Elektrizitätserzeugung in die Taschen steckten, so sind es jetzt viele Bürger dieses Landes. Sagt Woidke ja selbst – Zitat: Es „haben rund acht Millionen Deutsche in irgendeiner Form in erneuerbare Energien investiert“.

Acht Millionen, ein Zehntel aller Bundesbürger! Sie – plus ihre Familien – profitieren finanziell direkt vom Aufbau einer regenerativen Energiezukunft! Kein schlechter Schnitt. Falls Sie selbst noch nicht zu den Profiteuren gehören: Die Beteiligung an Bürgerenergie-Projekten gibt es zum Beispiel HIER ab 200 Euro.

Umverteilung von oben nach unten – das ist doch eigentlich gute sozialdemokratische Politik: Der Aufbau einer klimaschonenden und dezentralen Energieversorgung enteignet die Kapitalisten, demokratisiert die Gesellschaft, stuft Partikularinteressen hinter Interessen des Gemeinwohls zurück. Obendrein schafft es breite Beschäftigung und gesellschaftlichen Reichtum. Sozialer gehts doch eigentlich nicht!? Angesichts der peinlichen, kleinkarierten Antworten, die der SPD-Ministerpräsident im Interview gibt, möchte man fast unterschlagen, dass die Energiewende über das Erneuerbare-Energien-Gesetz maßgeblich von Sozialdemokraten wie Hermann Scheer oder Michael Müller auf den Weg gebracht wurde.

Und deren Erbverwalter sind jetzt Leute wie Woidke. Ogottogott…

Herzlichen Dank für die Hinweise an Sebastian M. aus Bad Neustadt,
Michael Sch. aus Weilheim, Claudia L. aus Dresden
und Mike K. aus Potsdam


 

Tusch: Klima-Lügendetektor wird zehn Jahre alt

Vor zehn Jahren – exakt am 2. Januar 2008 – ging der Klima-Lügendetektor erstmals online, mit einem Text über das Deutsche Atomforum als dreistestem Grünfärber Europas. Antrieb für unsere Arbeit war damals der Ärger über die unverfrorenen Lügen, mit denen Unternehmen und Politik vorgaukeln wollten, etwas für den Klimaschutz zu tun. Weil aber eine Lüge in der Werbung oder Politik im Grunde keine Nachricht im journalistischen Sinne ist, starteten wir dieses Watchblog.

Wie frech diese Lügen oft waren (und immer noch sind), zeigt sich in der Rückschau: Wir präsentieren eine fünfteilige Auswahl besonders unverschämter Falschaussagen, die oft durch unsere Leser bestimmt wurden: Sie schickten uns ihre Verdachtsfälle – und in 80 Prozent ergab unsere Prüfung, dass dieser Verdacht berechtigt war. Und diese Prüfung wird zu einem Großteil sogar von Leserinnen und Lesern finanziert: Seit Oktober 2011 ermöglichen Ihre Spenden die Arbeit des Klima-Lügendetektors. Wir melden uns noch einmal gesondert bei unseren aktuellen Spenderinnen und Spendern, sagen aber schon einmal hier und jetzt: Herzlichen Dank!

Lügen, bis das Image stimmt: Feiern Sie mit uns Geburtstag! Stimmen Sie ab, welches Stück unserer Rückschau die dreisteste unter den dreisten Lügen enthält. Unter allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern verlosen wir am Ende fünf Exemplare des (nicht mehr lieferbaren) Buches „Grün, grün, grün ist alles was wir kaufen“ von Toralf Staud – dem Gründungsvater und Chefredakteur des Klima-Lügendetektors.

Heute (Teil 1):

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BR: Sich mit der Lobby gemein machen

Es gibt Tage, da hauen einen die Schlagzeilen von den Socken. Zum Beispiel diese, die jüngst der Bayerische Rundfunk vermeldete:

Wow!

Auch im ersten Satz des dann folgenden Artikels findet sich die Aussage noch einmal: „Die Energiewende ist ein Desaster.“ Das ist jetzt wirklich mal was Neues: International wird die Energiewende als Vorzeigeprojekt gehandelt, das den Strom der Bundesrepublik klimafreundlicher macht, Jobs schafft und durch jahrelange Vorarbeit zu den heute (weltweit) niedrigen Preisen für erneuerbaren Energien beigetragen hat. Was also hat der Bayerische Rundfunk herausgefunden, der all das nicht nur in Frage stellt, sondern die Transformation des Energiesektors sogar zum „Desaster“ erklärt?

Schon der zweite Satz klärt auf: „So fasst es vbw-Präsident Alfred Gaffal zusammen.“ Aha, der Bayerische Rundfunk hat also überhaupt nichts herausgefunden. Dass die Energiewende ein Desaster sei, meint der Chef der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW), die in Sachen Energiewende regelmäßig quengelt. Es handelt sich um einen Lobby-Verband für bayerische Unternehmen, darunter Konzern-Riesen wie BMW und Audi.

Normalerweise haben Journalisten eine einfache Lösung, um ihren Lesern solch eine Subjektivität kenntlich zu machen: Anführungszeichen, umgangssprachlich Gänsefüßchen, im norddeutschen Raum auch Tüddelchen genannt. Sind solche gesetzt, weiß jeder: Ah, ein Zitat – hier hat also eine einzelne Person etwas gesagt, was nicht zwangsläufig allgemeingültig ist. Fehlen sie, muss man davon ausgehen, mit einem Fakt konfrontiert zu sein (oder mit einer redaktionellen Meinung, falls es sich um einen Kommentar handelt).

Jetzt könnte man wohlwollen: eine kleine Unsauberkeit der Kollegen des Bayerischen Rundfunks. Kann doch mal passieren! Natürlich haben auch wir beim Klima-Lügendetektor Besseres mit unserer Zeit zu tun, als uns mit dem Papst die berühmten Wettkämpfe um die Päpstlichkeit zu liefern.

Es spricht aber einiges dagegen, den Vorfall als Bagatelle abzutun. Zum Beispiel, dass die Überschrift ein viel größeres Publikum erreicht als der Text darunter. Hinzu kommt: Eine Überschrift ist zuständig für den ersten Eindruck von einem Artikel – und dass der zählt, ist eine alte Weisheit. Was in der Überschrift steckt, beeinflusst, welche bestehenden Informationen im Kopf der Leser aktiviert werden. Kurz gesagt: Man liest einen Text nach der Überschrift anders, als man es ohne sie getan hätte oder mit einer anderen. Genauer kann man das zum Beispiel hier oder hier oder hier nachlesen. Eine fehlleitende Überschrift kann also auch bei ansonsten korrektem Text durchaus Schaden anrichten.

Doch selbst wenn wir jetzt mal im Sinne der Harmonie während der laufenden Advents- und Chanukka-Feierlichkeiten alle Augen zudrücken: Der Text, mit dem der Bayerische Rundfunk nach der mehr als unglücklichen Überschrift aufwartet, rückt den falschen Eindruck leider nicht gerade. Man kann ihm zwar immerhin entnehmen, dass er sich um Aussagen eines Verbands dreht – von diesem wird dann allerdings auch jeder mögliche Quark zitiert.

Als Argument dafür führt der Verband im Artikel angebliche Kosten der Energiewende in der Höhe von 520 Milliarden Euro bis 2025 an. Woher die Zahl kommt, erklärt der Bayerische Rundfunk nicht. Und auch der Verband, der selbst gar nicht von „Desaster“ spricht, klärt uns nicht auf.

Das holen wir gern nach: Die halbe Billion entstammt einer Veröffentlichung des Düsseldorfer Wirtschaftswissenschaftlers Justus Haucap im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) aus dem vergangenen Jahr. Die Rechnung geht nur auf, wenn man alle möglichen und unmöglichen Ausgaben durcheinanderwirft. Die Kollegen von unserem Partnermagazin klimaretter.info haben das hier auseinanderklamüsert.

Leider hat sich der Bayerische Rundfunk nicht diese Mühe gemacht. Er hat auch nicht ein einziges Gegenargument bei irgendeinem Energiewende-freundlichen Branchenverband eingeholt, kein Forschungsinstitut angerufen. Keine Gegenrecherche, nichts.

Stattdessen wird Almut Kirchner zitiert, die Vize-Chefin des Beratungsunternehmens Prognos:

Also, öffentlich-rechtlichen Qualitätsstandards genügt diese Meldung sicherlich nicht!

Vielen Dank an Susanne S. für den Hinweis