Und hier, verehrte Leserinnen und Leser: unser Held des Jahres 2020.
Vattenfall! [1]
In seiner Werbung verspricht [2] der schwedische Staatskonzern:
zu sein. Und setzt das dann auch ganz konsequent Schritt für Schritt um.
Anfang August unkten wir noch, Vattenfall wolle im Zuge der neuen Werbekampagne sein Kraftwerk Moorburg dichtmachen [4] – Sie wissen schon, dieses hochumstrittene Steinkohlemonstrum [5], das Vattenfall in der Hansestadt vor mehr als zehn Jahren errichtete, um den Klimaschutz voranzubringen [6]:
Das war schon damals gelogen, und im Jahr 2018 produzierte das Kraftwerk Moorburg 6,2 Millionen Tonnen Kohlendioxid [8] – etwa so viel wie das afrikanische Land Ruanda [9] in einem Jahr. In Ruanda leben mehr als zwölf Millionen Menschen, in Hamburg noch nicht einmal zwei Millionen [10].
Aber jetzt macht Vattenfall ja Ernst: Obwohl das Kraftwerk erst 2015 in Betrieb genommen wurde und damit eines der modernsten in Deutschland ist, wird es abgeschaltet [11]:
Kurze Frage an die Regie: Stimmt da etwas mit der Überschrift nicht?
Die sieht zerhackstückt aus.
Regie?
Könnt ihr mal bitte überprüfen, was da los ist?
Jaja, den Moment haben wir.
Danke:
Ach! Vattenfall hat gar nicht wegen seiner Firmenpolitik, wegen seinem „Weg zum fossilfreien Leben“ [14] entschieden, Moorburg abzuschalten – sondern sich darum beworben? Bei der Bundesnetzagentur, die Geld für die Stilllegung von Kohlekraftwerken [15] zahlt? Geld vom Steuerzahler für verfehlte Firmenpolitik, also Geld von uns, um Moorburg dichtzumachen?
Anna Borg, die neue Präsidentin von Vattenfall, begrüßt die Entscheidung der Bundesnetzagentur [16]: „Sie ermöglicht es uns, das Kraftwerk Moorburg früher als bisher geplant vom Netz zu nehmen.“
Zu gut Deutsch: Ohne die Knete aus unserem Portemonnaie würde Vattenfall Moorburg 2021 auf seinem „Weg zum fossilfreien Leben“ niemals dichtmachen.
Na: Gut, dass wir das noch rechtzeitig geklärt haben. Vattenfall eignet sich dann nur zum „Unhelden des Jahres“!
P.S.: Herzlichen Dank an unsere Leser:innen. Und einen besonderen Dank an die, die unsere Arbeit beim Klima-Lügendetektor auch unterstützen [17]. Wir müssen Sie bitten, die notwendige Recherche auch im Jahr 2021 zu fördern: Bitte helfen Sie uns bei dieser Arbeit HIER [18]. Auf dass 2021 ein in jeder Hinsicht besseres Jahr werde: Das wünschen wir allen!



