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Plant-for-the-Planet: Mit Holzfällern zusammenarbeiten

Heute geht es um die Lösung des Klimaproblems:

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„Wenn wir gemeinsam 1.000 Milliarden Bäume pflanzen, kühlen wir unsere Erde um bis zu 1 °C ab“, heißt es in der Zeitschrift „Panorama“ [2], und dann: #Beleafit [3]. Unter diesem Hashtag [4] wirbt die Organisation „Plant-for-the-Planet“ für das Pflanzen von Bäumen [5]. Denn Wälder „binden das Treibhausgas, das sonst noch mehr die Erde aufheizen würde“.

In der Tat ist das ein wichtiger Ansatz [6] für den weltweiten Klimaschutz. Pflanzen für den Planeten [7] – die Crew des Klima-Lügendetektors verfolgt die Arbeit der Kinder- und Jugendinitiative „Plant-for-the-Planet“ seit vielen Jahren [8] – und mit viel Sympathie [9].

Umso unerfreulicher ist es, dass wir hier eine Lüge der Kampagne enttarnen müssen:

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Nein, solange die Emissionen jedes Jahr weiter wachsen [11], gibt es kaum eine Chance [12], die Erde wieder nennenswert abzukühlen, auch nicht mit 1.000 Milliarden neuen Bäumen. Zudem kann das Pflanzen neuer Bäume nur ein Teil der Antwort auf die Klimafrage sein: Kohlendioxid der Luft entziehen können schließlich nur Bäume, die nicht gefällt werden.

Immer noch werden weltweit mehr Bäume gerodet [13], als neue hinzukommen, was zur weiteren Klimaerhitzung beiträgt. 2019 gingen allein in den Tropen 11,9 Millionen Hektar Baumbestand verloren [14], was nach Berechnung von Global Forest Watch [15] 1,8 Milliarden Tonnen Kohlendioxidemissionen zusätzlich entspricht – mehr als doppelt so viel, wie Deutschland ausstößt.

Es ist also nicht damit getan, Bäume zu pflanzen, wenn man die Erde abkühlen will – man muss auch dafür sorgen, dass die Bäume stehen bleiben und wachsen können. Insofern überrascht der Zusatz in der Antwort auf die Klimafrage:

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Gruner + Jahr ist jener Konzern, der fürs Fällen von Bäumen steht. In diesem Verlag [17] wird mit  Zeitschriften wie STERN [18], BEEF [19], ESSEN & TRINKEN [20], SCHÖNER WOHNEN [21], CHEFKOCH [22], BARBARA [23], 11FREUNDE [24] jede Menge Geld verdient. Gruner + Jahr erwirtschaftete 2019 einen Umsatz von 1,4 Milliarden Euro [25] – mit bedrucktem Papier, dessen Fasern ursprünglich aus Holz gewonnen wurden.

Und von solch einem Konzern lässt sich Plant-for-the-Planet unterstützen?

„Wir arbeiten mit Gruner + Jahr zusammen, um sie in die richtige Richtung zu bewegen“, erklärt Frithjof Finkbeiner, einer der Köpfe hinter dem Projekt, gegenüber dem Klima-Lügendetektor. Um 1.000 Milliarden Bäume zu pflanzen, seien 2.000 Milliarden Euro notwendig, „doppelt so viel, wie derzeit an Entwicklungshilfe geleistet wird“. Deshalb müssten alle mitmachen, auch Konzerne wie Gruner + Jahr.

„Die Antwort auf die Klimafrage steht auf Milliarden Blättern“, heißt es in der Anzeige von Plant-for-the-Planet. Gruner + Jahr bedruckt jedes Jahr Milliarden Blätter. Für uns ein klarer Fall von Greenwashing!

Vielen Dank an Jonathan R. aus Cottbus für den Hinweis!