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Norbert Röttgen (CDU): Den Elch geben

Paukenschlag im Kampf um den CDU-Vorsitz:

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Bekanntermaßen sucht die CDU einen neuen Vorsitzenden, es gibt drei Kandidaten, Ende April soll gewählt werden. Und deshalb bringen sich Friedrich Merz, Armin Laschet und nun auch Norbert Röttgen [2] in Stellung.

Die CDU habe den Klimaschutz lange Zeit „zu stark vernachlässigt“, kritisiert [3] der Kandidat Norbert Röttgen. Der 54-Jährige hatte der Welt [4] ein großes Interview gegeben und darin erklärt:

[5]

Es sei ja nicht die CDU oder die große Koalition gewesen, die den Klimaschutz wieder auf die politische Agenda gesetzt habe, sondern Greta Thunberg und Fridays for Future.

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Das klingt fast so, als habe die CDU jemals durch klimapolitische Glaubwürdigkeit überzeugt. Damals vielleicht? 2009 bis 2012, als der CDU-Politiker Norbert Röttgen Bundesumweltminister dieser Republik war?

[7]

sagt der Ex-Bundesumweltminister [8].

Schaun wir also mal, welche klimapolitische Kompetenz der neue Kandidat für den CDU-Vorsitz mitbringt:

1. Norbert Röttgen hielt 2009 den Neubau von Kohlekraftwerken für gut zum Klimaschutz [9]. Sie seien deutlich effizienter und besser regelbar als alte Anlagen.

2. Norbert Röttgen war sich 2010 sicher [10]: „Die Kohle hat auf Jahrzehnte ihren festen Platz.“ Nur zehn Jahre später ist der Kohleausstieg beschlossen [11]. Zumindest fast [11].

3. Norbert Röttgen hielt 2011 den Ausstieg aus dem Ausstieg aus der Atomkraft für ein „ganz zentrales Gestaltungsprojekt“ [12] der damals schwarz-gelben Regierung. Der Wiedereinstieg in die Atomenergie sei Politik, die „weit über diese Legislaturperiode hinausreichen wird“. Bekanntermaßen kam nach Norbert Röttgen der Ausstieg aus dem Ausstieg des Ausstiegs.

4. Norbert Röttgen hielt 2012 den Ausbau der Solarenergie für „deckelnswert“ [13], weshalb damals ein beeindruckender Einbruch im Solarausbau folgte.

5. Norbert Röttgen hielt sich seitdem, seit dem Jahr 2012, bedeckt, was Klimaschutz und Energiewende betrifft. Denn vermutlich fand der CDU-Bundesumweltminister das Thema selbst nicht so wichtig: Er wollte – statt Bundesminister – lieber Landesministerpräsident werden [14]. Weil Klimaschutz ja irgendwie nicht so wichtig wie die eigene Visitenkarte ist.

Zurück also zum aktuellen Interview. Norbert Röttgen hat für den Klimaschutz gekämpft? Er hat die klimapolitische Kompetenz? Echt jetzt?

Wie heißt es doch? Die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche.

PS: Seit Jahren ist die Arbeit des Klima-Lügendetektors leserfinanziert [15]. Noch aber fehlen einige Euros, um die Recherche auch für das Jahr 2020 unabhängig zu finanzieren. Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit HIER [16]