SPD: Im Wahlkampf Fehler korrigieren

Heiße Phase im Wahlkampf in Deutschlands größtem Bundesland! Folgende Werbung flatterte dem Klima-Lügendetektor aus Nordrhein-Westfalen ins Haus:

Sorry, Genossen, da kann irgendetwas nicht stimmen! In eurem „Regierungsprogramm für NRW“ heißt es doch auf Seite 32: „Wir wollen erreichen, dass wir Zug um Zug weniger fossile Brennstoffe zur Stromerzeugung einsetzen müssen.“

Okay: „Zug um Zug“ ist dehnbar. Geht es nicht ein bisschen konkreter?

Doch, es geht. Ebenfalls auf Seite 32 heißt es im „Plan für NRW“:

Wie passt denn das mit „Wir brauchen die Braunkohle noch lange“ – siehe oben – zusammen?

Also Anruf in der SPD-Wahlkampfzentrale mit der Bitte, den Widerspruch aufzuklären.

Das ist den Genossen sichtlich peinlich. Denn erstens stammt die abgebildete Aussage von Rainer Thiel, der zwar für die SPD Sprecher im Unterauschuss Klimaschutzplan in NRW ist. Den aber „der erzieherische und oft moralisierende Unterton“ stört, wie er auf der Website der Splittergruppe Deutscher Arbeitgeberverband (nicht zu verwechseln mit dem großen Bundesverband der Arbeitgeberverbände BDA) erklärt, „mit dem ambitionierter Klimaschutz mit immer ehrgeizigeren Zielen vorangetrieben werden soll, verbunden mit Drohkulissen und Angstszenarien“. Thiel hat im Landtag gerade dagegen gestimmt, ein „Gutachten zu den Folgekosten des Braunkohleabbaus“ in Auftrag zu geben – wohl, weil er will, dass es immer so weitergeht mit den Tagebauen.

Zweitens haben sich in die Aussage der NRW-SPD tatsächlich drei kleine Fehlerchen eingeschlichen. Korrekterweise muss es nämlich heißen:

Vielen Dank an Dirk J. aus Düsseldorf
und Michael A. aus Bonn für den Hinweis.