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Olympische Spiele: Grüngefärbt in Vancouver

Das hatten die Olympia-Organisatoren wohl nicht gemeint, als sie dieses Jahr in Vancouver „grüne Spiele“ [1] versprachen: Wegen des ungewöhnlich warmen Winters waren Wälder und Pisten bis vor wenigen Tagen tatsächlich noch ziemlich grün, mit Hubschraubern und 170 Lastwagen wurde Schnee herangeschafft – bis gerade noch rechtzeitig zum Start der Spiele natürlicher Schneefall [2] einsetzte.

Nein, das örtliche Organisationskomittee VANOC hatte eine umwelt- und klimaschonende Großveranstaltung versprochen.

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„Nachhaltigkeit stand im Zentrum all unseres Handelns“, erklärte etwa VANOC-Chef John Furlang [3], „so haben wir eine neue Stufe nachhaltigen Auftretens erklommen.“ Auf der Olympia-Website [4] werden etliche Einzelmaßnahmen gefeiert: Sportstätten in Energiespar-Architektur [5] zum Beispiel oder das „Carbon Managment Program“ [6] zur Senkung und Kompensation von CO2-Emissionen, die Sieger-Medaillen wurden teilweise aus Altmetall gefertigt [7]. Doch alle Sparmaßnahmen zusammen haben den „CO2-Fußabdruck“ des Großereignisses um gerade einmal 15 Prozent reduziert, wie sogar die Organisatoren einräumen. In der Werbung ist zwar von „CO2-neutralen“ Spielen die Rede, doch die Organisatoren gleichen nur die direkten Treibhausgas-Emissionen an anderer Stelle aus – für die schätzungsweise 130.000 Tonnen Kohlendioxid, die allein durch die Anreise Zehntausender Zuschauer entstehen, sollen diese selbst sorgen.

„Die Spiele in Vancouver sind nicht so grün, wie sie hätten sein können“, kritisiert deshalb David Suzuki, einer der diesjährigen Träger des Alternativen Nobelpreises [8]. Seine Stiftung hat die Öko-Bemühungen detailliert bewertet und VANOC lediglich eine Bronzemedaille zugebilligt [9]. Reihenweise verschenkten die Organisatoren ökologische Möglichkeiten: Zwar werden durchaus Busse und Bahnen genutzt, zugleich aber für Milliardensummen Autobahnen neu- und ausgebaut – das hat führt langfristig zu mehr Autoverkehr [10] und CO2-Emissionen. Die Organisatoren feiern sich für die Verwendung von Recycling-Papier, ließen aber für Straßen und Sportstätten Zehntausende von Bäumen fällen. Im Internet haben Olympia-Kritiker ökologische Vor- und Nachteile der Spiele zusammengestellt [11] – ihre Ökobilanz kommt auf drei Plus- und 29 Minuspunkte.

olympia_vancouver2Besonders peinlich ist – wie schon beim UN-Klimagipfel in Kopenhagen [12] – die Auswahl der Sponsoren. So darf sich beispielsweise Petro-Canada in Vancouver als Förderer präsentieren [13] – und ein grünes Image hat die Firma auch wirklich nötig: Im vergangenen Jahr nämlich fusionierte sie mit dem Konzern Suncor [14], gemeinsam ist man nun der weltgrößte Förderer von Öl aus Teersanden. Diese besonders dreckige Technologie ist nach Ansicht etwa des WWF eine Klimasünden ohne Gleichen [15]. Ein zweiter Hauptsponsor, die Royal Bank of Canada (RBC), ist nach Angaben von Umweltschützern [16] einer der größten Finanziers der Teersand-Ausbeutung.

Auch die olympische Autoflotte [17] wird von Sponsor General-Motors schamlos zur Grünfärberei genutzt: Um die Spiele „so grün wie möglich“ zu machen, habe man „nur die besten“ Fahrzeuge nach Vancouver gebracht.

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Doch unter den mehr als 4.000 gesponserten Autos sind nur ein paar Hundert Elektro-, Hybrid-, Wasserstoff- [18] oder Biodiesel-Fahrzeuge. Das Fachblatt Auto-Bild [19] hat genau nachgezählt: 2.398 der vermeintlich klimaschonenden Olympia-Autos sind ganz normale, benzinfressende Riesen-Geländewagen.