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Airbus: Wie 275 Tonnen sich in heiße Luft auflösen

„Greenwashing“ in vollendeter Form gibt es jetzt auf der englischsprachigen Airbus-Website [1] zu bewundern: Der Flugzeughersteller zeigt seinen Riesenjet A380 als luftige und grüne Silhouette – und verspricht eine „natürlichere Art zu fliegen“.

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Der Inhalt der Kampagne lässt sich kurz zusammenfassen: Der A380 sei komfortabler und leiser als andere Flugzeuge und emittiere – pro Passagier und Kilometer – 17 Prozent weniger CO2. Und stehe besser da als so manches Auto.

Absolut betrachtet aber verbraucht der 275-Tonnen-Koloss 1700 Liter Kerosin auf 100 Kilometer. Pro Kopf und Kilometer entspricht das etwa einer DC-3, die im Jahr 1935 ihren Erstflug hatte (in Deutschland auch als Rosinenbomber bekannt). Die A380 repräsentiere „veraltete Technik im Großformat“, kritisiert denn auch Werner Geiß vom VCD [3]. Und der europäische Umweltverband Transport & Environment bilanziert [4], die Effizienzgewinne der letzten Jahrzehnte hätten gerade mal den Mehrverbrauch beim Umstieg von der Propellermaschine aufs Düsenjet wettgemacht.

Der von Luftfahrtunternehmen gern gezogene Vergleich des Treibstoffverbrauchs mit Autos führt komplett in die Irre: Denn Flugzeuge emittieren neben Kohlendioxid noch andere klimaschädigende Stoffe wie Stickoxide, Rußpartikel und Wasserdampf, und die Abgase schädigen das Klima in Flughöhe rund dreimal stärker als am Boden [5]. Der Pro-Kopf-und-Kilometer-Klimaeffekt des A380 entspricht dem eines Autos mit einem Verbrauch von knapp zehn Litern – und noch schlechter wird die Bilanz, wenn das Flugzeug nicht voll und das Auto mit mehr als nur dem Fahrer besetzt ist. Zudem wird der A380 auf Langstrecken eingesetzt, konkurriert also gar nicht mit dem Auto.

Schon im Jahr 2000 war die Luftfahrtbranche laut Transport & Environment weltweit für vier bis neun Prozent des menschengemachten Treibhauseffekts verantwortlich. Der Anteil wird aber nach allen Prognosen kräftig steigen, denn die Branche wächst so rasant, dass alle Effizienzgewinne binnen kürzester Zeit durch das Wachstum zunichte gemacht werden. Wenn es so weiter geht, berechnete das britische Tyndall Centre on Climate Change [6], wird der Flugverkehr in der EU im Jahr 2050 bis zu vier Fünftel der Menge an Treibhausgasen emittieren, die ganz Europa dann insgesamt noch ausstoßen darf.

P.S.: Die Pro-Kopf-Rechnung ist übrigens auch davon abhängig, wie der Käufer das Flugzeug bestuhlt. Der saudische Prinz al-Walid, der erste private Käufer des A380, will ihn sich als „fliegenden Palast“ einrichten. [7] Käme er auf die Idee, damit alleine auf Reisen zu gehen, würde er es auf einen Pro-Kopf-Verbrauch von 1,5 Tonnen auf 100 Kilometer bringen.