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Wolfgang Clement: Die Lüge von der Energie-Abhängigkeit

Ein Aufsichtsratsmitglied des Atom- und Kohle-Konzerns RWE warnt im hessischen Landtagswahlkampf vor der Partei, die Atom- und Kohlekraftwerke überflüssig machen will. So what? Er tut halt einfach seine Pflicht, indem er versucht, Schaden von dem Unternehmen abzuwenden, von dem er Geld bekommt. Zur Nachricht wird all das erst, wenn der Herr auch Mitglied der angegriffenen Partei ist – hier der SPD. Und wenn er einst Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen und Bundeswirtschaftsminister war.

Wolfgang Clement also hat in der Welt am Sonntag ein Plädoyer veröffentlicht [1], in dem er von der Wahl der SPD-Spitzenkandidatin, Andrea Ypsilanti, abrät. Blöderweise ist eines seiner zentralen Argumente schlicht falsch: Das Energiekonzept der hessischen SPD, schreibt Clement, führe zu einer „Erhöhung unserer Abhängigkeit vom Ausland“.

Das Gegenteil ist richtig: Jede Kilowattstunde Strom aus Sonne, Wind oder Wasser verringert den Importbedarf an Kohle, Erdgas oder Uran.

P.S.: Selbst für die Übergangszeit bis zu einer vollständig regenerativen Energieversorgung ist Clements Argument verkehrt. Zwar sollen während der Umstiegs phase hocheffiziente, erdgasbefeuerte Kraftwerke vorübergehend die Kohle- und Atommeiler ersetzen. Weil aber – auch durch massive Förderung des Staates – zugleich der Heizbedarf in sanierten Gebäuden zurückgeht, muss unterm Strich kein Mehrverbrauch von z.B. russischem Erdgas stehen. Im übrigen ließen sich solche Kraftwerke langfristig auch mit Biogas aus heimischer Produktion befeuern.